11.5. (1997) Kasparov unterliegt Deep Blue


1997: Zum ersten Mal wird ein Schachweltmeister in einem Wettkampf unter „Turnierbedingungen“ von einem Computer besiegt: Garri Kasparow unterliegt dem von IBM entwickelten Deep Blue mit 2,5:3,5.

https://de.wikipedia.org/wiki/11._Mai
https://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Blue
https://de.wikipedia.org/wiki/Watson_(K%C3%BCnstliche_Intelligenz)

Bild: Wikimedia Commons

 

 

#115 – 11.5. (1997) Kasparov unterliegt Deep Blue

Der 11.5. ist ein interessantes Datum. Speziell im Jahr 97 war der 11.5. der Tag, an dem Computergeschichte geschrieben wurde. Das war nämlich der Tag, an dem Gary Kasparov gegen den IBM Großrechner Deep Blue im Schach verlor.

Was manch einer nicht mehr weiß ist, dass das nicht der erste Wettkampf zwischen Kasparov und der Maschine war, sondern schon die zweite Begegnung. Die erste fand nämlich schon 96 statt und damals hatte Gary Kasparov in einer im Internet live übertragenen Schachpartie den Großrechner von IBM noch viel beachtet geschlagen und das Preisgeld von 500.000 $ eingestrichen.

Im Verhältnis zu heutigen Systemen war Deep Blue trotzdem immer noch relativ einfach gebaut. Wir würden heuten nicht von Künstlicher Intelligenz sprechen, wenn ein System einen Schachweltmeister besiegt, denn wir wissen, dass vieles einfach auch mit brachialer Rechenleistung zu erledigen ist und Schach gehört in diese Kategorie.

Damals aber war das einer der Meilensteine und es war auch nicht das letzte beeindruckende Projekt von IBM, in dem es im Kern um das Abbilden einer menschlichen Fähigkeit oder vielleicht auch einer menschlichen Domäne ging. Ein aktuelles Beispiel von IBM ist das Großcomputersystem Watson.

Watson ist ein System, das auf modernem Stand lernt. Die Ingenieure von IBM haben Watson über 200 Millionen Webseiten mit strukturierten und unstrukturierten Inhalten zum Lesen – so will ich es ja gar nicht nennen, aber zur Bearbeitung – gegeben und dabei über 4 TB Speicherplatz verbraucht. Unter anderem war da der vollständige Text der Wikipedia enthalten. Und danach trat Watson in Jeopardy an – dem amerikanischen Quiz-Spiel.

Watson gewann mit Abstand und hat damit bewiesen, dass ein Computersystem nicht nur 200 Millionen Internetseiten verarbeiten und aufnehmen kann, nein, sondern auch “intelligent” genug sein konnte, um in natürlicher Sprache gestellte Fragen richtig zu deuten und die passenden Antworten dazu zu geben. Und in Jeopardy sind das jetzt auch zum Teil sehr mehrdeutige Fragen. Wir haben es eben mit einem Allgemeinwissensspiel zu tun und entsprechend musste Watson natürlich auch Fragen Richtung populärer Kultur etc. antworten können.

Wie gut Watson Wissen aus solchen Quellen aufnehmen kann, hat es auch noch in einem anderen Beispiel bewiesen, als es nämlich die Medical Licence Fragen, die in den USA für das Erwerben des Medical Doctors notwendig sind, beantwortet hat und auch diese Prüfung bestanden hat. Damit ist sozusagen auch noch ganz nebenher der Beweis erbracht, dass man Computersysteme sehr wohl zur Diagnose oder zur Ermittlung von Therapievorschlägen heranziehen kann.

Trotz all dieser beeindruckenden Fähigkeiten und Erfolge, die Algorithmen im Bereich Künstliche Intelligenz wie Deep Learning zum Beispiel möglich machen, würden Experten noch nicht behaupten, dass sie auch nur in der Nähe von menschlicher Intelligenz wären. Es gibt immer mehr, die behaupten, dass wir da irgendwann mal hinkommen, aber so richtig abgebildet bekommen wir das, was wir menschliche Intelligenz nennen heute noch nicht.

Aber die Vermutung liegt nahe, dass wir das irgendwann vielleicht mal schaffen werden und es ist auch schon eine Jahreszahl im Raum: 2030 soll es soweit sein, dass wir mit der Rechenleistung unserer Systeme komplette Gehirne oder zumindest ein komplettes Gehirn simulieren können und dann bleibt irgendwie nur noch zu hoffen, dass diese simulierten Gehirne auf sinnvolle Ideen kommen.

Bis bald.

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