121 – Cribbage


Kartenspiele sind sehr vielseitig. Manche sammeln Punkte, manche funktionieren nach dem Prinzip des “Stiches” und wieder andere versuchen die Spieler zum gegenseitigen “bestehlen” zu bekommen.
Cribbage ist ein Spiel, das eigentlich nur in Großbritannien beliebt ist und neben den Karten mit einem Spielbrett gespielt wird…

Wikipedia: Cribbage
Wikipedia: Kartenspiel
Wikipedia: Black Jack
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Bild: By Steve Johnson, CC BY 2.0, Wikimedia Commons

 

 

#121 – Cribbage

Die Briten haben ja so manches Seltsames auf ihrer Insel. Seltsame Sportarten, seltsame Traditionen, seltsame Maßeinheiten und seltsame Kartenspiele haben sie auch. Wie zum Beispiel Cribbage.

Cribbage ist ein Kartenspiel für zwei Spieler, das mit einem 52 Karten Pokerblatt gespielt werden kann. Außerdem braucht man einen Cribbage Brett. Jawoll. Also ein Spiellbrett, um die Punkte zu zählen. Derer gibt es 121. Damit haben wir auch schon mal die Verbindung zur heutigen Episode aus dem Weg.

Das Spiel gibt es seit dem 17. Jahrhundert und weil zur damaligen Zeit Papier noch ziemlich teuer war, war es auch ein Spiel, das überwiegend dem Adel vorbehalten war, wie auch andere Kartenspiele. Es ist das einzige Kartenspiel, das wohl rein englischen Ursprungs ist. Und ab dem 18. Jahrhundert wurde Cribbage zu einer Art Pub-Game. Damals war dann Papier schon öfter gebräuchlich und es war eine Art Standard-Spiel in britischen Kneipen.

Kartenspiele kann man in verschiedene große Spieltypen einteilen. Da gibt es Stichspiele – also solche, wo man immer versucht eine höherwertige Karte zu legen und damit Stiche zu machen und Karten einzusammeln – und es gibt addierende Kartenspiele. Bei addierenden Kartenspielen haben die Karten einen Wert, der sich aufaddiert. Das heißt, jedes Mal, wenn ich eine neue Spielkarte dazu bekomme, erhöht sich der Wert des Blattes den ich halte und es gibt einen maximalen Wert, der nicht überschritten werden darf. Beim Cribbage ist das die 31.

Während also der Spieler Karten auslegt, versucht er Punkte zu machen und eben unter diesen 31 Punkten zu bleiben. Für bestimmte Kartenkombinationen, für Paare, für Folgen, für bestimmte Gesamtwerte bekommt er eben Spielpunkte. Und diese Spielpunkte werden auf dem Spielbrett, das zum Cribbage gehört, abgebildet. Das heißt, das gibt es kleine Stifte, die man weiter setzt und die setzt man eben passend zu diesen Punkten, wobei das Ziel ist, bei 121 Spielpunkten anzukommen und dann damit zu gewinnen.

Ich habe ja vorhin schon einmal gesagt, es gibt verschiedene Arten von Kartenspielen. Trotzdem haben Kartenspiele auch viele Gemeinsamkeiten. So ist es zum Beispiel üblich, dass Spiele reihum gespielt werden. Das heißt, man sitzt in einem Kreis oder entweder wird im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn immer der nächste Spieler bestimmt. Auch das Mischen und Abheben von Karten ist natürlich dem Spiel eigene Standardvorgehensweise. Und dann wird es je nach Kategorie von Spiel meistens auch sehr ähnlich, was die einzelnen Regeln angeht.

Da gibt es einmal Ablegespiele. Typische Ablegespiele sind Spiele wie Mau Mau und UNO. Es geht darum, möglichst viele Karten loszuwerden und idealerweise als Erster keine Karten mehr auf der Hand zu haben oder dann doch wenigstens Karten mit möglichst niedrigen Punktezahlen auf der Hand zu haben.

Die nächste Spielart sind Stichspiele. Bei Stichspielen geht es darum, möglichst viele Stiche zu sammeln. Das sind eben Spielkarten mit besonders hohem Wert. Weltweit am meisten verbreitet ist das Stichspiel Bridge in all seinen Variationen. Ich erinnere mich aber auch daran, dass ich beispielsweise während meiner Lehrzeit – ich habe ja eine kaufmännische Ausbildung vor gefühlt 1.000 Jahren mal gemacht – in der Pause mit den Kollegen relativ viel Watten gespielt habe. Das ist ein Spiel, dass überhaupt vor allem in Bayern üblich ist. Skart ist aber ein andere beliebtes Beispiel für ein Stichspiel.

Die dritte Variante des Kartenspiels ist das sogenannte Augenspiel. Beim Augenspiel geht es darum, möglichst viele Kartenpunkte – also Augen – zu sammeln. Das kann man zum Teil auch kombiniert mit Stichen machen, aber es geht da weniger um die Anzahl der Stiche und den Stich selber, als eben um die erreichte Punktzahl. Im deutschsprachigen Raum sind da üblich, Spiele wie Doppelkopf, Scharfkopf, auch Skart, Tarok. Das sind alles Spiele die auf diese Augenzahl besonders hinauslaufen.

Dann haben wir Sammelspiele. Bei Sammelspielen geht es darum, möglichst viele Karten oder Kartenkombinationen zu sammeln, die einem bestimmten Spielkriterium entsprechen müssen. Das ist dann sowas wie Schwarzer Peter oder auch Quartett. Das kann man eben so spielen.

Numero fünf wären Raubspiele. Bei Raubspielen werden offene Karten mit Handkarten erbeutet. Das heißt, man tauscht aus. Spiele, die es dazu gibt: Ich kenne die beiden Beispiele, die ich jetzt habe, leider nicht selber. Das sind Casino und Hurricane.

Was ich dafür wieder kenne sind Wettspiele. Wettspiele sind Spiele, die in irgendeiner Form natürlich mit einem Einsatz verbunden werden und das sagt eigentlich auch weniger über die Spielart selber, als darüber aus, dass man mit einem Geld- oder Punkteeinsatz in irgendeiner Form arbeitet. Da wären Beispiele, wie Black Jack oder auch Poker zu nennen. Und man kann jetzt natürlich auch sagen: Black Jack ist eigentlich so ein Zählspiel, weil es geht natürlich darum, Punkte zu zählen und nicht über die 21 Punkte zu kommen. Und Poker ist ein Sammelspiel.

Dann zum Abschluss gibt es noch eine Spielform des Anlegespiels. Das heißt, die Karten können immer in einem bestimmten Schema erweitert und angelegt werden. Romme fällt dazu ein oder Patiencen in irgendeiner Form. Tja. Und dann gibt es eben Spiele, die in irgendeiner Form mit Sonderregeln, manchmal auch ohne Sonderregeln schwierig einzuordnen sind oder worum sich die Experten streiten.

Cribbage, eben schon einmal erwähnt, ist eigentlich so ein Zählspiel, aber weil es natürlich mit diesem Spielbrett kommt, ist es schwierig einzuordnen. Auch fällt es mir schwer, ein Kartenspiel, das in meiner Familie immer mal wieder gespielt wird, einzuordnen. Das heißt, Kakerlakensalat. Bei Kakerlakensalat legt man Spielkarten auf einen Stapel, auf dem immer verschiedene Gemüsesorten drauf sind und es gibt bestimmt Regeln, nach denen die benannt werden müssen. Zum Beispiel darf man nicht zweimal hintereinander die gleiche Gemüsesorte sagen oder es ist eine Gemüsesorte verboten, die darf eben so nicht benannt werden und man muss eine andere sagen. Das Ganze endet dann in einer ziemlich lustigen Gehirnverknotung, wenn man zum Beispiel den Blumenkohl hinlegt, aber Paprika sagen muss, aber Paprika nicht sagen darf, weil davor eine Paprikaverbotskarte auf dem Stapel lag und man dann nach wenig Zeit eigentlich schon gar nicht mehr weiß, wie ein Paprika, eine Tomate, ein Blumenkohl oder ein Kakerlakensalat eben aussieht. Ein sehr lustiges Spiel, aber eben nicht ganz so eindeutig einzusortiert in Sammel-, Anlege-, Punkte-, Stichspiel. Ausnahmen bestätigen also sozusagen die Regel.

Jedenfalls gibt es verdammt viele Kartenspiele und trotzdem ist Cribbage irgendwie ein Sonderfall.

Bis bald.

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