124 – Riesenflugzeuge


Wir Menschen neigen zu Superlativen. Große Häuser, lange Straßen, schwere Maschinen… Oder eben riesige Flugzeuge.

Bild: К.Е.Сергеев (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

 

 

#124 – Riesenflugzeuge

Wir Menschen neigen ja zu Superlativen. Es geht immer darum besonders große, besonders schnelle, besonders schlagfertige, besonders energiereiche, besonders hohe – was auch immer –  Maschinen, Geräte, Gebäude und Fahrzeuge zu bauen.

Für die heutige Folge, als ich dafür recherchierte, landete ich bei der 124 an der AN-124 Ruslan. Und das ist natürlich eine Antonov – eine Maschine zum Transport von Gütern; ein riesengroßes Transportflugzeug. Eines dieser Dinger, bei denen man vorne die Frontklappe und hinten die Heckklappe aufmachen und mit ganzen LKWs reinfahren kann. Diese AN-124 jedenfalls brachte mich zu der Frage, was denn die größten Flugmaschinen, die wir bisher so in den Himmel abheben haben lassen. Und da gibt es wirklich ein paar sehr beeindruckende Maschinen.

Der erste Bomber – natürlich wieder mal eine Kriegsmaschine der Superlative – stammt aus dem Jahr 1914. Vor über 100 Jahren also wurde ein Flugzeug mit einer Spannweite von 34,5 Metern gebaut und war damit der erste Gigant der Lüfte. Eine Kategorie, die man heute mit gerade mal 34 Metern Flügelspannweite sowieso nicht mehr erreichen kann. Denn auf Platz 10 unserer kleinen Liste von riesengroßen Transportflugzeugen ist mit immerhin 64,8 Metern gleich mal eine Boeing 777. Die wiegt leer immerhin 158.000 Kilogramm, kann aber mit insgesamt 263.000 Kilogramm immer noch abheben und dann ihr Ziel mit 890 Km/h ansteuern.

Als nächsten führen wir ein Flugzeug aus den 50ern ins Rennen. Mit 70 Metern Flügelspannweite, wurde 1949 ein britisches Flugzeug in Betrieb genommen, das den Transatlantikverkehr betreiben sollte. Leider war die Maschine sowas von gar nicht rentabel und deswegen flog diese Maschine mit immerhin acht Propellern gerade mal vier Jahre lang, bevor sie verschrottet wurde. Falls Du Flugzeugnerd bist: Die Rede ist von der achtmotorigen Brabazon, das nach Flügelspannweite sechstgrößte Flugzeug der Welt.

Springen wir jetzt zu Platz drei. Auf Platz drei befindet sich mit knapp 80 Metern, 79,8 um ganz genau zu sein, der A380. In diesem Flugzeug können 853 Passagiere befördert werden. Wir haben eine Flügelfläche von 845 Quadratmetern. Die Maschine ist 24 Meter hoch und 72,8 Meter lang. Das ist praktisch ein fliegendes Reihenhaus, wenn man so will. Und unsere Antonov AN-124, die ist in einer ähnlichen Größenklasse. Mit gerade mal fünf Meter weniger Spannweite ist sie trotzdem eine durch und durch beeindruckende Erscheinung.

Die bisher größte Maschine flog genau einmal und steht seither im Evergreen Aviation & Space Museum in McMinnville, Oregon. Das war eine Maschine mit sage und schreibe 97,54 Metern Flügelspannweite und war ein Flugboot. Sie gehörte Howard Hudges und flog am 2. November 1947. Ihr Name ist Spruce Goose.

Übrigens: In Sachen Flugboot, also Flugzeuge, die gleichzeitig als Schiffe zumindest mal benutzt werden können oder zumindest auf Wasser starten und landen, gibt es einige große beeindruckende Maschinen. Die meisten enden aber bei etwa 40 bis 50 Meter Flügelspannweite. So etwa auch ein sehr seltsam und bedrohlich aussehendes russisches Maschinchen namens Caspian Sea Monster, das insgesamt immerhin mal 44 Meter Flügelspannweite und eine sehr beeindruckende Flügelkonstruktion hatte.

Die Idee dieser Maschine, also dieses Kaspischen Seemonsters, war es, möglichst schnell große Mengen an Bodentruppen für den Gegner überraschend über See an eine Küste bringen zu können. Der Name, der in etwa so viel wie Kaspisches Seemonster heißt, wurde von US-Amerikanischen Geheimdienstanalytiker geprägt. Die hatten nämlich auf Satellitenaufnahmen dieses Gefährt entdeckt und konnten damit zunächst mal überhaupt gar nichts anfangen.

Man weiß auch nicht so genau, wie viele dieser Maschinen wirklich gebaut wurden. Ursprünglich produziert wurde das Kaspische Seemonster zwischen 1964 und 1965 und es gab mindestens eins. Denn von dem weiß man, dass es 1980 beim Unfall verloren ging. Der Pilot versuchte anscheinend bei nicht vollem Schub zu starten und dabei hat er sich verkalkuliert, prallte noch mal auf die Oberfläche und versenkte das gute Stück. Weil es mit seinen 500 Tonnen doch etwas schwerer war, konnte man es auch nicht wirklich bergen.

Weil es sich beim Kaspischen Seemonster um eine rein militärische Maschine handelt, gibt es natürlich kaum gesicherte Angaben zu ihrer Technik oder auch zu der Stückzahl oder ihren Einsätzen. Auffällig ist aber schon, dass seit 1980, bei dem eben diese eine Maschine verloren ging, keine weiteren Exemplare mehr fotografiert wurden oder auf Satellitenbildern aufgetaucht sind, anders als bei anderen Maschinen.

So. Und wenn wir nun von großen Flugzeugen sprechen und das an der Flügelspannweite festmachen, stellt sich natürlich die Frage: Sieht denn das Bild anders aus, wenn wir zum Beispiel die Passagierzahl als Größenordnung nehmen? Und in der Tat. Dann haben wir natürlich eine andere Hitliste. Aber der Frontrunner in Sachen Passagierbeförderung ist wenigstens auch in Sachen Flügelspannweite mit auf der Liste. Da haben wir nämlich den A380 als absoluten Sieger. 853 Passagiere. Im Vergleich zum Platz 2 der Boeing 747 400 mit 660 Passagieren. Ich würde sagen: Da geht schon was.

Bis bald.

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