131 – Mormonen kurz anerzählt


Das Buch Mormon ist das Grundwerk der sogenannten Mormonen, einer Religionsgemeinschaft in den Vereinigten Staaten. Es wurde von John Smith im 19. Jahrhundert von verschiedenen Schrifttafeln “übersetzt” und versteht sich als eine Art Fortsetzung der biblischen Lehre.

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#131 – Mormonen kurz anerzählt

Wir leben ja alle im Zeitalter der Serien. TV-Serien, wie “Game of Thrones”, Podcast-Serien wie “Serial” oder Serien-Romane, wie zum Beispiel die “Harry Potter”-Serie sind uns allen ein Begriff. Und das Phänomen ist kein neues. Das gab es schon etwas länger. Selbst die Bibel und auch andere religiöse Schriften könnte man als eine Art Fortsetzungsroman verstehen, wo verschiedene Autoren und verschiedene Religionsstifter nach und nach basierend auf den Erzählungen ihrer Vorgänger eine Geschichte oder eine Erzählung weiter spannten.

Aber solche Fortsetzungsgeschichten – nennen wir es einfach mal weiterhin so – enden ja trotzdem irgendwo. So auch die Bibel. Und das muss unerträglich gewesen sein für Joseph Smith. Der lebte zwischen 1805 und 1844 in den USA und ist niemand geringerer als der Gründer der Kirche “Jesu Christi, der Heiligen der letzten Tage” und ein Prophet des Mormonentums. Außerdem ist er der Autor des Buches Mormon oder, wenn man denn Mormone ist und glaubt, dass das Buch “Mormon” eigentlich von göttlicher Hand gereicht wurde, der Übersetzer des Buches “Mormon”.

Joseph’s Familie war nicht besonders wohlhabend und er war einer von elf Kindern. Um das Familieneinkommen aufzubessern ließ sich die Familie Smith öfters als Schatzsucher engagieren und der kleine Joseph behauptete, darin besonders gut zu sein, denn er hätte die Fähigkeit mithilfe eines Sehersteins, verborgene Schätze aufzuspüren. Das war aber nicht das einzige Ungewöhnliche am kleinen Joseph. So hat er dann später eine ganze Reihe von Visionen. Ihm erscheinen unter anderem Jesus Christus, Gottvater persönlich und einige Engel und er bekommt den Auftrag, eine Reihe von Platten zu finden und davon dann Übersetzungen anzufertigen. Das hat er dann später auch getan und entstanden ist dabei das Buch “Mormon”, das auch heute noch die grundlegende religiöse Schrift des Mormonentums ist.  

Joseph Smith war Freimaurer. Er war Bürgermeister; er kandidierte 1844 für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten und er wurde unter anderem auch mal ins Gefängnis geworfen und vor Gericht gestellt, denn er hat schon sehr früh angefangen, die sogenannte Vielehe zu praktizieren.

Über die Jahre hatte Joseph Smith eine ganze Reihe von Visionen, die auch in den verschiedenen Schriften ausführlich dokumentiert sind. Ihm erschien Gottvater, Jesus Christus, Moroni – das ist glaube ich ein Prophet oder es ist ein Engel, ich weiß nicht genau -, Elija, Johannes der Täufer, Petrus, Jakobus, Johannes, Adam, Noah, Gabriel, Raphael, Mose, Elias, Abraham, Isaak, Jakob, Enoch, die zwölf Apostel, die zwölf nephitischen Jünger, Nephi, Set, Methusalem, Enosch, Mahalalel, Jered, Lamech, Abel, Kenan und eben auch unter anderem Mormon.

Und über die besagten Platten, die er pflichtschuldig übersetzt hat, wurde eben die Geschichte der Bibel, des Christentums, aller Propheten und Engel usw. weiter erzählt. Es ist nämlich laut dem Buch “Mormon” so, dass ungefähr 600 Jahre v. Chr. der Prophet Lehi den Auftrag erhält, mit seiner Familie in die Wildnis zu ziehen. Dadurch entgeht er der Zerstörung der Stadt durch die Babilonier und sein Sohn, Nephi, kann dann auf Gottes Geheiß hin mit dem Bau eines Schiffes beginnen, das ihn in ein verheißenes Land bringen soll. Dieses verheißene Land, nehme ich mal geschichtlich voraus, ist natürlich Amerika.

Das Buch “Mormon” enthält dann zum Einen Berichte über die Geschehnisse, die dann dort sich entfaltet haben, unter anderem auch zum Beispiel das Erscheinen Jesu Christi, 33 n. Chr. Da ist er nämlich dann den Nachkommen dort in Amerika erschienen und hat die Bergpredigt wiederholt. Außerdem gibt es natürlich auch, wie immer in religiösen Schriften, viele Verhaltensanweisungen, Vorgaben usw.

Mormonen dürfen Vielehe praktizieren und sind oft sehr kinderreich. Es gibt einige interessante Anekdoten über Glaubensinhalte der Mormonen. So glauben zum Beispiel die Mormonen, dass der Garten Eden eigentlich in Amerika gewesen sein soll, nämlich in Spring Hill, in Missouri. Außerdem gibt es frühe mormonische Schriften, in denen Gläubige lehrten, dass sowohl der Mond, als auch die Sonne bewohnt seien. Ähm und das Metall wächst – das haben sie früher auch mal geglaubt. Das sieht man jetzt heute ein bisschen anders.

Joseph Smith selbst hat berichtet, dass Gott auf einem Planeten, nahe des Sterns Kolob leben sollte und dass man als Gläubiger Mormone, wenn man denn zu den Auserwählten gehören würde, diesen Planeten irgendwann mitregieren und mitbesiedeln dürfte.

Und wie bin ich jetzt überhaupt auf die Mormonen gekommen? Das komplette Buch “Mormon” liegt im Netz zum Nachlesen vor. Der Link ist wie immer in den Notizen zur Sendung und darüber gestolpert bin ich, als ich für die 131 einen Abschnitt aus dem Buch “Mormon” gefunden habe, in dem nämlich die sogenannte celestiale Ehe für die Erhöhung im höchsten Himmel beschrieben und erläutert wird, wie der Mensch sich für das ewige Leben versiegeln kann. Und irgendwie geht es darin darum, dass man als Priester verheiratet sein muss, um wirklich zu den Auserwählten zu gehören.

Ach, und dass es keine unstoffliche Materie gibt – am besten einfach mal selber nachlesen.

Bis bald.

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