144 Mah-Jongg


Mah-Jongg ist ein relativ junges Spiel und wird mit 144 Steinen oder Karten gespielt. Tatsächlich hat es eine ganze Menge Parallelen mit Kartenspielen wie Rommee.

Bild: By yui* (Flickr: mahjong game) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

 

 

#144 Mah-Jongg

Na, was hast Du vor Augen, wenn Du Mah-Jongg hörst? Ich wette, Du hast das Computerspiel vor Augen – rechteckige Fläche, auf einer Pyramide angeordnete Spielsteine mit wahlweise Vögelchen, Fischen, chinesischen Zeichen oder irgendwelchen Blüten drauf und Du kennst das Spiel vielleicht als ein Abhebespiel, wo man diese Steinchen, dann immer in Paaren von diesem Turm abtragen muss bis man auf einer leeren Fläche ankommt. Richtig?

Wenigstens war das das Bild, das ich im Kopf hatte, als ich mir dachte Ja, genau! Mah-Jongg ist der Spieletitel über den ich heute hier reden möchte! Denn: Mah-Jongg hat in der Originalvariante 144 Steine und damit war das schon mal ideal für diese Folge. Aber natürlich stellt sich dann schnell heraus: Das Mah-Jongg gibt es so gar nicht. Amerikanisch Mah-Jongg hat beispielsweise mehr Steine, nämlich 152 und was ich außerdem dann herausgefunden habe ist, eigentlich spielt man Mah-Jongg ganz anders als in diesem besagten Computerspiel.

Von den Regeln ist Mah-Jongg nämlich sehr mit dem Spiel Rommé verwandt. Und falls Du Dir jetzt denkst Moment! Rommé ist doch ein Kartenspiel! – Genau, Rommé ist ein Kartenspiel, aber es gibt Rommé Varianten, die werden mit Steinen gespielt und genauso gibt es Mah-Jongg Varianten, die werden mit Karten gespielt. Ob die beiden Spiele, Rommé und Mah-Jongg, jetzt nun wirklich miteinander verwandt sind, also von einem gemeinsamen Vorgänger abstammen, das kann man heutzutage nicht mehr sagen. Aber die Spielregeln haben Ähnlichkeit.

In beiden Spielen geht es eben darum eine auf der Hand liegende Auswahl an Steinen zu verbessern, also dort Kombinationen bilden zu können, die etwas wert sind. Und es wird in Runden gezogen. Das heißt, man spielt reihum und es werden immer wieder Steine abgezogen und gelegt. Das funktioniert so, dass man am Anfang alle Spielsteine verdeckt auf den Tisch räumt und dort hinlegt, sodass keiner der Spieler genau sehen kann was wo ist und dann reihum die Spieler eben Steine abziehen, die sie dann vor sich hinlegen.

Diese Figur, die dadurch entsteht, also die vor ihnen hin gelegten Steine, die müssen möglichst wertvoll werden. Und wenn diese Figur komplett gelegt ist – da gibt es natürlich auch verschiedene – dann darf der Spieler, der sie gerade komplett gelegt hat Mah-Jongg rufen und hat das Spiel damit beendet. Dann kann man natürlich die Punkte der einzelnen Figuren vergleichen.

Natürlich gibt es einige Feinheiten zu beachten und es mag davon abhängen, welche Variante des Mah-Jongg man spielt, aber wichtig ist dabei, dass es eben nicht so abläuft, wie wir es von den Computerspielen her kennen, sondern eigentlich eher umgekehrt würde ich sagen.

Mah-Jongg galt in China übrigens lange Zeit als ein Glücksspiel und war verboten. Das hat sich erst Ende des letzten Jahrhunderts geändert und war damit eben ein im Privaten gespieltes Spiel. Nachdem diese Gesetzgebung fiel und auch die Japaner ihr Interesse an dem Spiel entdeckten, wurde es dann sehr schnell zu einem professionell organisierten Spiel, wie so viele andere. Das heißt, es gibt eine Welt-Mah-Jongg-Organisation, die Turniere ausrichtet. Es gibt professionelle Mah-Jongg Spieler, die auch im TV übertragen werden und alles was dazu gehört.

Wie alt das Spiel nun wirklich ist, weiß man nicht mehr so genau. Die Varianten und Regeln, die wir heute kennen, die sind in den 1920ern von einem Amerikaner aufgeschrieben worden. Der hat auch gleich den Namen Mah-Jongg erfunden und sich eintragen lassen als geschützten Namen. Damit man diesem Namensschutz umgeht, wurden dann von Nachahmern alle möglichen Schreibweisen eingeführt, deswegen ist gar nicht so ganz klar, wie man das Ding denn jetzt nun schreibt.

Das Spiel selber ist wahrscheinlich deutlich älter. Es gibt die Behauptung, dass es schon vor 4.000 Jahren zur Zeit der Chang-Dynastie existiert hat und damals ein Spiel war, das der Oberschicht vorbehalten war und von einfachen Leuten, nicht gespielt werden durfte. So richtig belegen kann man aber auch diese Behauptung nicht wirklich. Die ältesten schriftlichen Hinweise die wir kennen, sind aus dem jahr 1890 und die ältesten Spiele, die erhalten sind, aus dem Jahr 1870. Damit wird es natürlich etwas schwieriger. Außer: Man sieht das Spiel wirklich in der Tradition der Kartenspiele. Wie ich schonmal im Anerzähler beschrieben habe, haben diese Spiele natürlich eine etwas längere und auch besser erforschte Geschichte.

Bis bald.

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