155 Flugzeuge der DDR


Die DDR versuchte in den 50ern eine eigene Flugzeugindustrie aufzubauen. Leider spielte der Hauptkunde, die Sowjetunion, nicht so mit wie geplant. Dennoch wurden drei Flugzeuge gebaut, die heute unter ihren Serienzahlen bekannt sind. Die 152, 153 und 155.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/152_(Flugzeug)
https://de.m.wikipedia.org/wiki/153_(Flugzeug)
https://de.m.wikipedia.org/wiki/155_(Flugzeug)

Bild: Urfin7Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0,https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=28955148

 

 

#155 Flugzeuge der DDR

Ohne die heutige Anerzählt Episode hätte ich keine Ahnung gehabt, dass in der ehemaligen DDR seinerzeit Flugzeuge gebaut worden, oder soll ich sagen: Der Versuch unternommen wurde, Flugzeuge zu bauen. Es gab nämlich in Dresden Flugzeugwerke, die VEB Flugzeugwerke Dresden – FWD abgekürzt – hatten den Auftrag Flugzeuge für den Verkehrsbetrieb zu bauen und haben das auch mit mehreren Anläufen versucht.

Und die Flugzeugtypen, die damals in der DDR gebaut wurden, waren durchnummeriert. So wurde zum Beispiel in den 50er Jahren von Brunolf Bade das Flugzeug vom Typ 152, auch genannt Bade 152, konstruiert. Davon gab’s dann auch Prototypen und der Zulassungsbetrieb wurde aufgenommen – also, mit einer Handvoll Flugzeugen und einer eigentlich schon bereitstehenden Serienfertigung wurde daran gearbeitet, dieses Passagierflugzeug in den Betrieb zu überführen.

Leider gab es noch während der Zulassung einen Absturz durch einen Strömungsabriss, der damals von der Staatssicherheit nach nur einer Woche Untersuchung unter den Teppich gekehrt wurde. Man weiß bis heute nicht so ganz genau, woran es gelegen hat und leider blieben auch die Bestellungen aus der Sowjetunion, auf die man ganz sicher gesetzt hatte, aus, sodass der Bau und die Einführung der 152 eingestellt wurde.

Tja, weiter ging es dann mit der 153, man möchte es kaum glauben. Das hätte auch ein Passagierflugzeug mit Turboantrieb werden sollen. Es war vielleicht das erfolgversprechendste Projekt des Flugzeugbaus in der ehemaligen DDR. Die VEB Flugzeugwerke Dresden planten das komplett und fertigten auch eine Attrappe im Maßstab 1:1 – hat trotzdem niemand bestellt, wurde deswegen auch nie wirklich gefertigt und wurde dann eingestellt.

Blieb noch Gelegenheit für einen weiteren Anlauf, nämlich die 155. Auch die wurde in den 50er Jahren entwickelt und es war wieder ein Passagierflugzeug. Diesmal allerdings sollten Strahltriebwerke für den Antrieb sorgen und es war wieder die Hoffnung, dass die Sowjetunion die Bestellungen übernehmen würde und damit dieses Projekt lukrativ machen würde. Es wurde wieder eine Attrappe im Maßstab 1:1 gefertigt, wie schon bei der 153 und dann blieben die Bestellungen aus.

Das ist auch der Grund, warum auch die 155 nie wirklich gefertigt wurde und es war das letzte Aufbäumen einer eigentlich schon im sterben liegenden DDR Flugzeugindustrie. Es wurde danach auch kein weiteres Projekt mehr angegangen. Damit ist die Geschichte der 152, 153 und 155 Baureihe im Wesentlichen auch abgeschlossen. Und das war gar kein kleines Ding: Über 25.000 Mitarbeiter hatten die Flugzeugwerke Dresden in Beschäftigung. Immerhin 4.00 – 5.000 sogenannte Kader-Mitglieder, also Ingenieure und hohe Funktionsträger waren Teil des Unternehmens. Es war natürlich so, dass man Hoffnung darauf gesetzt hatte, andere sozialistische Länder, etwa in Afrika und in Lateinamerika für seine Produkte begeistern zu können und natürlich auch die NVA mit entsprechender Technologie zu versorgen.

So ganz verschwunden ist die Industrie dann dort nicht, auch wenn es zur Einstellung des Serienbetriebs kam. Es wurden natürlich nach wie vor Umrüstungen und Reparaturarbeiten durchgeführt und später dann hat die Airbus Gesellschaft sich der verschiedenen Werke angenommen und so werden heute in Dresden Flugzeuge von Airbus gewartet und repariert.

Und die genannten Flugzeuge, Typ 152, 153 und 155 kann man sich leider nicht angucken. Es gab zwar Modelle und von den 152 gab es ja gefertigte, fliegende Maschinen, die wurden aber bei Einstellung des Baubetriebs in einer Blitzaktion verschrottet und so ist der einzige übrig gebliebene Restteil ein Flugzeugrumpf der 152, der heute in einer Seitenhalle des Flughafen Dresdens aufbewahrt wird.

So kann es gehen.

Bis bald.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: