162 Major League Games


Baseball ist ein den Amerikanern geradezu heiliges Spiel. In der Major League werden pro Saison 162 Spiele ausgetragen, was bei einer theoretisch unbegrenzten Spieldauer schon mal ein bißchen länger sein kann…

https://de.wikipedia.org/wiki/Baseball
http://www.todayifoundout.com/index.php/2014/03/xyz-baseball-roundup-kick-season/

Bild: Von HerSilverHammerOwn work, Public Domain,https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6506985

 

 

#162 Major League Games

Heute ist mal wieder ein Sportthema dran. Es geht um den Haus und Hof Sport der Amerikaner – Baseball. Anlass ist die sogenannte Major League. Die besteht nämlich je Saison aus 162 Spielen. Hierzulande kennt man ja Baseball praktisch nur von den gleichnamigen Baseball-Schlägern und wenn jemand von einem Baseballschläger auf uns zukommt, dann denken wir in der Regel nicht zuerst an Sport, sondern an Randale.

Das ist aber unberechtigt, denn auch in Deutschland kann man Baseball spielen. Ich weiß das, weil mein Ältester war nämlich mehrere Jahre lang in einem Baseball Team. Ich hoffe ja, das gibt ihm einen kulturellen Vorsprung, wenn er jetzt in den USA auf Schüleraustausch ist. Immerhin trifft er den Ball mit dem Schläger auch. Das ist schon mal mehr, als man von mir behaupten könnte.

Ich selbst bin einmal in den USA in ein Baseballspiel gegangen und habe mir das mit amerikanischen Freunden zusammen angeschaut. Die waren auch völlig aus dem Häuschen und begeistert und ich habe mich zu Tode gelangweilt. Gefühlt ging immer dann vorne auf dem Spielfeld was ab, wenn ich gerade nicht hingeschaut habe und wenn ich konzentriert versucht habe, dem Spielverlauf zu folgen, dann passierte eigentlich nichts Spektakuläres und es war verhältnismäßig langweilig. Für mich fühlte sich das an, wie ein großes Barbecue. Ich glaube, im Wesentlichen ist es das auch.

Das grundsätzliche Spielprinzip ist eigentlich ganz einfach: Wir haben auf dem Spielfeld mehrere Laufstationen, sogenannte Bases. Wir haben eine Wurfstelle, an der jemand steht und einen Ball wirft. Und den wirft er auf die Ecke des Spielfelds zu, in der ein Schläger steht. Also, nicht jemand, der einen verprügeln will, sondern ein Typ mit Baseball-Schläger in der Hand, der sogenannte Batter. Und der Batter versucht eben den Ball, den der Werfer, also der Pitcher, auf ihn zuwirft, mit seinem Schläger zu treffen und möglichst weit ins Spielfeld zu schlagen.

Immer wenn er ihn abgeschlagen hat, darf er loslaufen und darf laufen, solange dieser Ball nicht an einer der Stationen, den sogenannten Bases, angekommen ist. Die gegnerische Mannschaft muss diesen Ball nicht nur fangen, sondern eben auch zu diesen Bases spielen und wenn man den Ball so weit weg geschlagen hat, dass man gemütlich einmal um das komplette Spielfeld laufen kann, dann hat man einen sogenannten Home Run geschlagen. Und hier endet auch mein Baseball-Wissen in etwa und das ist völlig sträflich und völlig ungenügend, denn es gibt ja so viele Regeln, die man sich da auch noch zusätzlich überlegen kann und Fachbegriffe.

Ein Popfly ist zum Beispiel ein Ball, den man so geschlagen hat, dass er senkrecht in die Höhe geht. Und wann man nun genau aus ist und wann nicht und wie weit man laufen darf und wie nicht, ist auch nicht immer so ganz klar, wenn man wie ich laienhaft auf das Spielfeld schaut.

Das Spiel selbst gibt es schon etwas länger, aber nicht annähernd solange, wie zum Beispiel Fußball. Der erst dokumentiert gegründete Verein in den USA waren die New York Knickerbockers, die 1845 ihren Betrieb aufnahmen. Das erste Profiteam in der Geschichte waren die Cincinnati Red Stockings. Die heißen heute noch Cincinnati Reds und die wurden am 1. Juni 1869 gegründet. In New York wurde 1876 die National League von den Team aus Cincinnati, Chicago, Boston, St. Louis, Hartford, Louisville, New York und Philadelphia begründet.

Wie alle wirklich bedeutenden Ballsportarten hat auch das Baseball Wurzeln in Großbritannien. In England ist das Spiel erstmals 1744 erwähnt und war wahrscheinlich so ähnlich wie Cricket. Und sogar in Deutschland gibt es Quellen, die den Anfang des Spiels ins Jahr 1796, also fast 50 Jahre bevor der erste Verein in den USA gegründet wurde, erwähnt. Bis zum ersten offiziellen Spiel auf deutschem Boden sollte es dann trotzdem noch ein bisschen dauern. Das fand nämlich bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin statt.

Die Amerikanischen Streitkräfte, die eine ganze Weile lang in Deutschland stationiert waren, sorgten dann dafür, dass Baseball in Deutschland eine stehende Fangemeinde und komplette Mannschaftsstrukturen aufbauen konnte und bis heute unterhält. Wir spielen allerdings in keiner nennenswerten Liga irgendeine nennenswerte Rolle. Baseball ist fest in amerikanischer Hand.

So wundert es dann auch nicht, dass alle Rekorde und Fun Facts, die man im Netz so findet, natürlich dann eigentlich US-Rekorde und US-Fun Facts sind. So zum Beispiel die Anekdote, dass die High Five Geste, also das sich gegenseitig Abklatschen – bei Erfolgen zum Beispiel – von Glenn Burke, einem Major League Baseball Player erfunden sein sollte.

Und dann gibt es natürlich einige Kuriositäten. Zum Beispiel weiß man von Charlie Sheen, dass er einmal 2.615 Tickets zu einem Major League Baseball Game gekauft hat, sodass er möglichst hohe Chancen hatte, einen Home Run Ball zu fangen. Diese Bälle sind natürlich ganz besondere Trophäen. Zur Erinnerung: Home Run ist, wenn der Ball so weit raus fliegt, dass er nicht mehr gefangen werden kann. Sprich: Er fliegt in die Zuschauerränge. Ich schätze, da gab es auch schon fiese Unfälle bei. Jedenfalls versucht man als Fan solche Bälle zu fangen und Charlie Sheen hat es eben versucht.

Tja, jedenfalls kann man sich der kulturellen Einflussnahme von Baseball nicht entziehen. Baseball Capies, Baseball Schläger, High Fives und angeblich, auch wenn es inzwischen als ein Urban Myth entzaubert wurde, soll sogar der Hot Dog seine Wurzeln im Baseballspiel haben. Auf jeden Fall dürfte der Hot Dog das meist gegessene Lebensmittel auf Baseballspielen sein und das ist jetzt mal good enough for me.

Bis bald.

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