177 – ein japanisches Pornospiel


Die japanische Kultur geht deutlich entspannter mit Sex in der Öffentlichkeit um als unsere. In Literatur, Kino, Fernsehen, Comics und auch in Computerspielen gibt es ein breites Spektrum an pornografischen Inhalten…

https://en.wikipedia.org/wiki/Bish%C5%8Djo_game
https://en.wikipedia.org/wiki/Eroge
http://www.giantbomb.com/177/3030-29148/
http://web.archive.org/web/20110625201115/http://www.hardcoregaming101.net/JPNcomputers/Japanesecomputers3.htm

http://anerzaehlt.net/140-jumprun-auf-lsd/
http://anerzaehlt.net/rule-34/
http://anerzaehlt.net/75-nasubi/

 

 

#177 – ein japanisches Pornospiel

Ich finde es schon auffallend. Egal, welche Zahl ich für den Anerzähler recherchiere – fast immer gibt es mindestens mal einen Musiktitel, ein Album, einen Film oder ein Computerspiel, dessen Name nur diese Zahl ist. Und in Folge 140 vom Anerzähler habe ich ja schonmal genau das auch zum Thema gemacht und das gleichnamige Spiel besprochen. Weil’s aber auch wirklich schön war.

Und dieses Mal habe ich auch wieder festgestellt – bei der 177 – Yeeeyyy, es gibt ein Computerspiel, das so heißt und dachte mir: Dann reden wir doch mal wieder über Computerspiele. Und dann griff Rule 34. Da gibt es auch eine Anerzählt Episode zu. Zur Erinnerung: Rule 34 sagt, “if it exists, there is porn of it”. Was übersetzt soviel heißt, wie “zu allem gibt es irgendwo Porno”. Und das gilt auch für Computerspiele. Selbstverständlich gilt das auch für Computerspiele.

Das Spiel 177 ist ein solches Spiel und zwar ein japanisches Spiel. Und spätestens seit Anerzählt Episode 75, die Sendung zu Nasuri, weißt Du ja auch, dass Japan ein etwas seltsames Medienverständnis hat – zumindest aus unserer westlichen Sicht. Pornographie, sexuelle Anzüglichkeiten sind dort im allgemeinen Medienverständnis ganz normal. Das zieht sich bis hin zu Gameshows, Reality TV, Musik, Comics und eben auch Computerspiele.

177 ist ein fast schon als Klassiker zu bezeichnendes Bishōjo game. Das Wort Bishōjo heißt übersetzt soviel, wie “schönes Mädchen” und beschreibt damit ein Spiele-Genre, bei dem es darum geht, mit hübschen Frauen oder Mädchen zu interagieren. Das ist so eine Art Unterkategorie eines weiteren Genres, der sogenannten Dating Sims. In Dating Sims geht es eben drum Mädchen zu daten, wie der Name schon nahelegt und in den Bishōjo Games geht es drum, dann doch noch etwas stärker zur Sache zu gehen.

Und wer jetzt glaubt, das ist doch bestimmt so eine Schmuddelecke, nicht so wichtig, nicht so relevant, dem sei gesagt, dass die erfolgreichsten Titel dieses Genres in Japan millionenfach verkauft werden. Und wenn man den Spielemarkt in Japan in Online-Spiele und Offline-Spiele zerteilt, dann machen diese Bishōjo Games den Großteil des Offline PC Marktes aus. Also den Markt, wo Spiele ohne Internetverbindung auf einem Laptop oder PC gespielt werden.

Bishōjo beschreibt eben das ganz generelle Genre, aber es gibt dann für Kenner auch noch Unterteilungen, je nach Stil, je nachdem was in diesem Spiel verarbeitet wird und da gibt es den Bereich der japanischen Anime – also japanischer Comics. Und japanische Comics kann man natürlich auch in ihrer pornografischen Variante kaufen und dann nennt man das Hentai. Werden aus diesen Hentai nun Computerspiele, dann nennt man das Eroge.

Das Spiel 177 nun, um den Bogen komplett zu machen, ist ein Bishōjo Game, es ist ein Eroge Game und damit ein Spiel, dass für heterosexuelle Männer gemacht ist und in dem es um Sex mit Frauen geht. Relevant ist es, weil es vielleicht zwar nicht das erste seiner Art war. Das Spiel kam im Oktober 86 auf den Markt, aber es war eines der ersten breit erfolgreichen Spiele dieses Genres.

Das Spiel selber von der – ich will es jetzt mal gar nicht Handlung nennen – her, ist einfach nur widerlich, finde ich. Denn es geht darum, Frauen zu vergewaltigen. Aber und das ist die besondere Spielschwierigkeit: Die Frauen müssen daran Freude und Spaß entwickeln. Wenn nicht, wird der Spieler im Spiel verhaftet. Wenn er es dann doch schafft, dann darf er die Frau heiraten.

Und ich finde das widerlich gleich auf mehreren Ebenen: Einmal ganz grundsätzlich, dass Vergewaltigung Thema von so einem Spiel ist. Dann aber auch noch die darunter liegende Annahme, dass Frauen, wenn man sie nur hart genug ran nimmt, das dann irgendwann auch gut finden. Entschuldige mal, mehr Chauvi geht ja eigentlich schon fast nicht mehr.

Der Spieletitel selber, 177, hat dann auch noch Referenzcharakter und zwar gibt es in Japan ein Gesetz mit dieser Nummer, das sich mit der Vergewaltigung von Minderjährigen beschäftigt. Und da kommen wir jetzt auch zu dem guten Teil von dem Ganzen: Genau diese Referenz auf den Titel, der erste Erfolg, den dieses Spiel zunächst mal hatte, sorgte für einen regelrechten Aufschrei in der Öffentlichkeit und hat im Ergebnis dazu geführt, dass die Spieleindustrie anfing, Selbstregulierungsmaßnahmen zu ergreifen. Sowas wie ab-18-Aufklebern. Das ändert allerdings nichts daran, dass dieses Spiel kommerziell erfolgreich war und dass es widerlich ist und es ändert auch nichts daran, dass ich froh bin, dass es Amerikaner sind, die unsere großen App-Stores kontrollieren und keine Japaner.

Und auch, wenn ich es weit übertrieben finde, dass Nippel und die Darstellung von Genitalien immer so ein großes Problem ist, dann ist es doch so, dass ich gut darauf verzichten kann, plötzlich ein ab 18 Spieletitel, indem es um die Vergewaltigung von Minderjährigen geht, in irgendwelchen App Stores oder Spielangeboten zu finden.

Bis bald.

1 comment for “177 – ein japanisches Pornospiel

  1. Christian
    April 26, 2016 at 7:21 am

    Japonesen sind weird. Ich dachte du würdest folgendes besprechen: Churches in southern Gaul are destroyed after a crowd accuses the local Christians of practicing cannibalism and incest. https://en.wikipedia.org/wiki/177

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