208 – Coming Of Age


Jede Generation hat ihre Serie in der Anfang 20 Jährige versuchen sich im Leben zurecht zu finden. In den 90ern waren diese Serien oft im Gewand schnulziger Beziehungsserien, heute sind es eher lustige Formate. How I Met Your Mother ist genau eine solche Serie in der Folge für Folge erzählt wird wie eine Gruppe Freunde nach und nach aufwächst…

Bild: https://www.flickr.com/photos/kwintin/5703469429

 

 

#208 – Coming Of Age

Heute rede ich über eine Fernsehserie – das habe ich ja auch noch nie gemacht. In dieser Serie geht es um eine Gruppe junger Leute, die zusammen in einer WG wohnen und miteinander den Alltag erleben, Älter werden, sich verlieben, sich trennen. Es ist eine lustige Serie, von der ich hier rede. Und sie spielt in einer amerikanischen Stadt, aber das ist eigentlich nicht so wichtig. Na, irgendeine Idee, welche Serie ich meine? Ist schwierig, gell? Denn es gibt eine Menge solcher Serien.

Fangen wir mal an: Es ist nicht “Beverly Hills 90210”, denn die wohnen ja auch eigentlich gar nicht zusammen, zumindest nicht alle. Und aus demselben Grund ist es auch nicht “Dawson’s Creek”. Aber es könnte theoretisch “Friends” sein – ist es aber auch nicht. Hmmmm, mal kurz am Kopf gekratzt – eine Gruppe von Anfang 20-jährigen in einer Stadt zusammenlebend… Vielleicht ist es “Big Bang Theory” – ähh nö, eigentlich auch nicht.

Ich verrate es Dir: 208 Folgen und das ganze verteilt auf 9 Staffeln. Die Rede ist von “How I met your Mother”. Es ist eine wirklich interessante, witzige US-Serie, in der ein Vater im Jahr 2030 seinen zwei Kindern nach und nach in jeder Episode ein bisschen mehr davon erzählt, wie er ihre Mutter kennengelernt hat und die Serie spielt im Jahr 2005 in New York. Hauptfigur ist Ted, der gerade sein Architekturstudium abgeschlossen hat und in einem Büro arbeitet, während sein bester Freund und eben Mitbewohner, Marshall, kurz vor dem Abschluss seines eigenen Jurastudiums steht.

Marshall ist seit 9 Jahren mit Lilly zusammen und alle gemeinsam sind befreundet mit Barney. Und noch in Staffel 1 verliebt sich Ted in Robin, die dann, weil die beiden eben trotzdem nicht zusammen kommen, eine Art loser Teil des Freundeskreises ist und in der gesamten Serie werden einfach diese fünf Charaktere älter und erleben alle möglichen Dinge.

Das geht tatsächlich ziemlich weit. Da gibt es Konflikte, Paare finden sich, trennen sich, Familien werden gegründet und weil das ganze ja im Grunde mit einer Studenten-WG anfängt, aber mit erwachsenen Menschen endet und die zwischenmenschlichen Konflikte auf dem Weg dahin beleuchtet, nennt man das Genre “Coming of Age”. Es ist die Kernserie. Wir alle wachsen auf und wissen noch nicht so wirklich, wie wir damit umgehen sollen, dass sich unsere Leben und unsere Umgebung rapide verändert. Dieses Thema gibt es eben auch in einer ganzen Reihe erfolgreichen Serien.

Ich habe mal gehört: Jede Generation hat ihre Coming of Age Serie mit einer Gruppe von Freunden, die gemeinsam aufwachsen und ich habe vorhin ein paar Beispiele aufgezählt. “Friends”, “Big Bang Theory”, “Beverly Hills 90210”, “Dawson’s Creek”, alle fallen in dieses Genre. Jede Zeit hat dabei ihre Geschmacksrichtung, aber im Kern geht es immer um dieselben Dinge.

Wie finde ich meinen Platz im Leben? Wie finde ich einen Partner, der mit mir den Lebensweg teilen möchte? Wie bewahre ich Unabhängigkeit, bin aber trotzdem für die Menschen in meiner Umgebung da? Und in der Regel taucht in diesen Serien die Elterngeneration kaum auf. Höchstens mal als Konfliktfutter. Am ehesten noch bei “Dawson’s Creek” und “Beverly Hills 90210”, aber definitiv nicht mehr bei “Friends” oder “The Big Bang Theory”. Um die Eltern geht es halt eben auch nicht und deswegen sind auch die Zuschauer in aller Regel 15 bis 30 und eben auch nicht älter.

Es wird mal interessant zu sehen, was für die Generation YouTube, die jetzt so heranwächst mal irgendwann ihre Coming of Age Serie sein wird, wenn es sowas Generationen übergreifendes dann überhaupt noch geben wird.

Bis bald.  

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