225 Christliche Katakombennutzung


Die ersten christlichen Zeichnungen in Rom stammen aus dem Jahr 225 und wurden in den verzweigten Katakomben der Stadt gefunden.
Dorthin waren Christen angeblich vor Verfolgung geflohen, so wird oft behauptet. Tatsächlich aber waren die Katakomben zwar groß genug, jedoch nicht zur Flucht geeignet. Allerdings waren diese unterirdischen Systeme als Grabmäler und auch zu gelegentlichen Gottesdiensten genutzt…

https://de.wikipedia.org/wiki/Katakombe
https://de.wikipedia.org/wiki/Katakomben_von_Paris

Bild: Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=642796

 

 

#225 –  Christliche Katakombennutzung

Das Jahr 225 ist das erste Jahr, in dem christliche Malereien dokumentiert werden. Und zwar tauchen die in den römischen Katakomben auf. Das hat natürlich sehr schnell dazu geführt, dass die Gelehrten dachten, Christen hätten sich in diesen Katakomben vor ihren Verfolgern versteckt. Schließlich war es auch die Zeit der Christenverfolgung. Es wurden auch Spuren von Gottesdiensten und längeren Aufenthalten gefunden. Daraus wurde dann geschlossen, das vielleicht die christliche Glaubensausübung in die Katakomben verlagert worden war. Das ist allerdings so nicht ganz richtig. Zum einen kann man sich zwar in den Katakomben durchaus verstecken. Allein die berühmte Calixtus-Katakombe unter der Via Appia Antica, die hat über 20 km lange Gänge. Da kann man ja schon einmal untertauchen.

Es gibt unter Rom mehr als 60 Katakomben von zum Teil epischen Ausmaßen. Aber die waren alle bekannt. Also sich da so richtig auf Dauer zu verstecken, war vermutlich relativ schwer. Die Eingänge waren ganz besonders auch nicht versteckt oder geheim.

Was sind denn Katakomben überhaupt? Die frühesten Katakomben unter Rom stammen noch aus vorchristlicher Zeit. Die waren schon mehrere hundert Jahre alt, als die Christen eben sich dort aufhielten. Im Grunde ist es eine Art Begräbnisstätte, von dem wir hier sprechen. Katakomben haben auch mehrere in die Wände gemeißelte, zum Teil mehrgeschossige Grabnischen. Dort wurde manchmal direkt beigestattet. Aber eigentlich waren die allermeisten Katakomben eher eine Art Zweitverwertung. Das heißt, Menschen wurden zuerst in der Erde bestattet, dann aber außerhalb Rom. Weil in Rom waren Erdbestattungen verboten – später wurden sie dann exhumiert und die Knochen in besagte Grabnischen gebracht.

Irgendwann dann, eben mit dem Aufkommen des christlichen Glaubens in Rom, gab es damit ein Problem. Denn zum einen wollten die Christen ihre Lieben nun mal nicht außerhalb Roms bestatten. Zum zweiten war die Feuerbestattung zu der damaligen Zeit gegen ihre Glaubensprinzipien. Damit nutzten auch die Christen die Katakomben als Begräbnisstätte und kombinierten es natürlich dann auch mit den entsprechenden rhetorischen Handlungen und Gottesdiensten. So gibt es in einigen Katakomben geradezu unterirdische Basilika mit Verzierungen an den Wänden und christlichen Symbolen, reichhaltig bemalt und so weiter.

Katakomben waren auch eine ganze Weile lang unbenutzt und eigentlich nicht mehr in der öffentlichen Wahrnehmung in Rom. Erst in der Neuzeit begann die Wiederentdeckung und die systematische Erforschung. Das ist im Ergebnis wirklich sehr beeindruckend. Nehmen wir zum Beispiel die schon genannte Calixtus-Katakombe: Die hat immerhin 15 Hektar und hat rund 500.000 Gräber auf 5 Ebenen. Dann noch 63 Familiengräber und Gruften. Da lässt es sich viel finden, da lässt es sich auch viel über unsere Vergangenheit und die Geschichte Roms entdecken.

Einige Päpste liegen dort auch. So gibt es dort eine Krypta, in der insgesamt neun Päpste aus dem 3. Jahrhundert bestattet wurden. Darunter zum Beispiel Papst Sixtus II.

Auch wenn diese Katakomben schon sehr beeindruckend sind, sind sie doch nicht die größten. Diesen Titel trägt die Domitilla-Katakombe. Die hat Gräber verteilt über 4 jeweils 5 Meter hohe Etagen. Das ist wie ein im Boden vergrabener Wohnblock. Wie dem auch sei…

Zum Teil in christlicher Hand, verziert mit christlicher Symbolik, mit christlichen Märtyrer, Päpsten und ganz normalen Gemeindemitgliedern, als Beigesetzter sind die Katakomben ein Monument römischer und christlicher Geschichte. Aber, das ist wichtig, sie sind nicht die ältesten und auch nicht die einzigen Katakomben. Ähnliche Bauten gibt es in allen möglichen Städten. Zum Beispiel in Neapel. Da kann man sich einiges anschauen. In Palermo, in Odessa in Syrakus, oder auch unter Berlin gibt es weiträumige katakombenartige Gänge und Systeme.

Bis bald.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: