240 – Cholesterin


Cholesterinwerte werden oft irrtümlich als “Blutfettwerte” bezeichnet, dabei handelt es sich um Steroide und chemisch eigentlich um einen Alkohol.
Allgemein wird angenommen, dass hohe Cholesterinwerte ungesund sind, inzwischen hat man aber Zweifel ob es sich wirklich um einen kausalen Zusammenhang handelt oder vielleicht doch eher um eine zufällig einhergehende Erscheinung.

http://www.herzstiftung.de/Cholesterin.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Cholesterin

Bild: Von WarnichtmehrfreiEigenes Werk, CC BY-SA 3.0,https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9068292

 

 

#240 – Cholesterin

Für die 240 hat jemand vorgeschlagen, doch einmal über Cholesterin zu sprechen. Warum? Weil 240 Milligramm pro Deziliter in den USA und übrigens, kleiner Hinweis, nicht nur in den USA, als Grenzwert gilt, ab dem zuviel Cholesterin im Blut ist. Wovon reden wir da jetzt eigentlich?

Cholesterin in seiner reinen Form ist ein weißes pulvriges Zeug und ist anders, als man im Volksmund vermuten mag, kein Fett. Da wird immer von Blutfettwerten gesprochen. Eigentlich ist Cholesterin eine Art Alkohol und gehört zu den Steroiden. Es ist ein Stoff, der benutzt wird, um im Körper eben Fetteinlagerungen zu steuern. Da ist dann Cholesterin auch unter anderem sehr sehr wichtig um die Elastizität von Gefäßen auszusteuern. Das ist eben genau der Faktor, der vermutet wird, als Grund für Schlaganfälle und Herzinfarkte in Verbindung mit hohen Cholesterinwerten. Das ist der Zusammenhang der angenommen wird.

Hoher Cholesterinwert sorgt für weniger elastische Gefäße, die dann anfälliger für Verstopfungen und Risse werden. Da ist schon einmal die erste interessante Beobachtung, man hat nämlich nie wirklich kausal nachgewiesen, wir reden jetzt hier von einem statistischen Effekt. Im Endeffekt wurde einfach wieder und wieder festgestellt, dass bei Menschen, die ein erhöhtes Schlaganfall- oder Herzinfarktrisiko haben, auch oft der Cholesterinwert erhöht ist. Ob das jetzt nun eine Kausalkette ist, also der Cholesterinwert führt zu diesen Erkrankungen oder ob es nur Hand in Hand geht, das ist gar nicht so klar. Rein statistisch scheint es nämlich so zu sein, das diese Zusammenhänge mit dem Alter von 45 Jahren sich auflösen, das heißt, bis 45 Jahre, speziell bei Männern, coloriert ein hoher Cholesterinwert mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einen Schlaganfall oder einen Herzanfall zu haben. Danach ist es nicht mehr unbedingt so.

Cholesterin wird von allen Tieren im Körper künstlich hergestellt. Cholesterin wird zu einem gewissen Teil zusätzlich durch die Nahrung aufgenommen und das ist übrigens der zweite Grund, warum man inzwischen auch immer mehr anzweifelt, ob es diesen Zusammenhang wirklich geben kann. Denn früher wäre die Standardtherapie bei einem erhöhten Cholesterinwert die gewesen, die Ernährung umzustellen oder zumindest zu nächsten einmal über die Ernährung diesen Wert zu beeinflussen. Heute weiß man, dass es nur einen geringen Einfluss hat, auch wenn es sicherlich trotzdem eine gute Idee ist, sich gesund zu ernähren und eben mehr Fisch als Fleisch, mehr Obst und Gemüse und Vollkornprodukte zu sich zu nehmen. Aber ob das nun jetzt direkt diesen Cholesterinwert und das Herzinfarktrisiko beeinflusst, das ist eben angezweifelt.

Cholesterinwerte werden ganz routinemäßig erfasst, wenn man sich bei einem Arzt ein Blutbild machen lässt. Ich weiß, dass meine Werte übrigens ziemlich übel sind. Die werden in zwei Kategorien sortiert, nämlich das sogenannte gute Cholesterin, HDL abgekürzt und das schlechte Cholesterin, LDL. Der eine Wert sollte möglichst niedrig sein, das LDL. Vom HDL sollte auf jeden Fall genug da sein, das sollte also hoch genug sein. Um es einmal kurz zu machen: Ich habe allgemein zu viel Cholesterin, von HDL zu wenig und von LDL zu viel.

Zum Glück – das war ein Programm, das mein Arzt benutzt hat um mein statistisches individuelles Risiko festzustellen – habe ich viele viele gesunde Angewohnheiten. Ich ernähre mich zwar falsch, das muss man mal zugeben. Ich esse zum Beispiel zu viel Fleisch und dabei gerne eher die ungesunden Varianten – so’n Burger und Steak und Fett und überhaupt. Aber dafür laufe ich jeden Tag, ich rauche nicht, ich trinke keinen Alkohol und ja, so Vollkornprodukte und solche Sachen mag ich auch ganz gerne, genauso wie Obst. Das heißt, ich habe einige Angewohnheiten, die mir helfen und deswegen im Mittel zu sein. Verglichen mit der Gesamtbevölkerung habe ich ein kaum erhöhtes Risiko – ein bisschen erhöht, aber kaum erhöhtes Risiko – in den nächsten zehn Jahren an einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall zu erkranken. Oder naja, von erkranken kann man da glaube ich nicht sprechen, von einem überrascht zu werden. Damit das Risiko so schön niedrig bleibt, werde ich jetzt auch einmal laufen gehen.

Bis bald.

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