259 – Friedensnobelpreis 2016


2013 waren so viele Menschen für den Friedensnobelpreis nominiert wie noch nie: 259! Dieses Jahr werden es auch wieder mehr als 200 sein und wie jedes Jahr beteiligt sich das Peace Research Institute Oslo (PRIO) wieder an den Spekulationen und listet die Kandidaten, deren Nominierung bekannt geworden ist. Ja, Donald Trump ist auch darunter…

http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/brennpunkte_nt/article114118209/259-Nominierungen-fuer-Friedensnobelpreis.html
http://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Die-bekanntesten-Friedensnobelpreistraeger-id3076616.html
https://www.prio.org/About/PeacePrize/PRIO-Directors-Speculations-2016/

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_andauernden_Kriege_und_Konflikte
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Kriegen#21._Jahrhundert
https://de.wikipedia.org/wiki/Krieg
https://de.wikipedia.org/wiki/Frieden

Bild: CC0, Pixabay (https://pixabay.com/en/countries-nations-flags-globe-1301784/)

 

#259 – Friedensnobelpreis 2016

259 Nominierungen war der absolute Rekord an Nominierungen für den Friedensnobelpreis. Das war 2013. Jetzt weiß man natürlich nicht, wer da im Einzelnen nominiert wurde, denn traditionell werden die Nominierten geheim gehalten. Nominiert werden kann von ehemaligen Friedensnobelpreisträgern und von Mitgliedern des Nobelpreiskomitees und von ausgewählten Organisationen und politischen Amtsträgern.

So lässt sich auch erklären, warum vor gar nicht so langer Zeit die Nachricht durch die Presse ging, Donald Trump wäre zum Friedensnobelpreis nominiert worden. Das ist durchaus möglich, denn bei einer doch ganz stolzen Anzahl von nominierungsberechtigten Leuten, gibt es immer mal wieder den ein oder anderen Spaßvogel oder Vollpfosten, der das auch wirklich glaubt und einträgt.

Aber wir können uns auch munter an der Spekulation beteiligen, denn auch wenn die Nominiertenlisten eigentlich geheim bleiben, ist es trotzdem so, dass das ein oder andere Leak sich nicht vermeiden lässt. Das sind zum einen die, die an dem Prozess beteiligt sind und dann die Nominierer selber. Das rutscht also hin und wieder durchaus auch in die Öffentlichkeit.

In Oslo, dem Sitz des Nobelpreiskomitees gibt es ein Peace Research Institute. Abgekürzt wird das PRIO, und die veröffentlichen traditionell jedes Jahr einen Artikel mit ihrem Tipp, wer denn nun für den Friedensnobelpreis in Frage käme und die Liste der bestätigten Nominierungen. Die Shortlist von PRIO liest sich auch ganz ordentlich. Auf Platz 1 als Kandidat listen sie da Edward Snowden und zwar für seine Verdienste beim Aufdecken der Überwachungsmachenschaften und seinen Status als internationaler Human Rights Defender, wie es in dem Artikel heißt.

Es wird trotzdem schwierig werden, denn die Snowden Leaks sind nach wie vor kontrovers. Es gibt Menschen, die ihm eigentlich eher eine Gefährung von anderen vorwerfen, aber trotzdem kann man festhalten, dass Snowdens Veröffentlichungen dafür gesorgt haben, dass in vielen Ländern rechtliche Anpassungen vorgenommen wurden und die Öffentlichkeit allgemein kritischer gegenüber Überwachungsmaßnahmen und Datenverarbeitung eingestellt sind.

Mit ähnlichen Begründungen wurden ja auch schon andere nominiert. Julien Assange zum Beispiel oder Chelsea Menning. Allerdings hat PRIO zufolge niemand so große Chancen wie Snowden, irgendwann mal diesen Preis zu bekommen.

Als Tipp Nr. 2 auf ihrer Shortlist listen sie Ernest Monize Ali Akbar Salehi, die beide für den iranischen Nukleardeal zuständig waren. Monize ist dabei auf der US Seite für die Atomic Energy Organisation in den Verhandlungen gewesen und Ali Akbar Salehi war auf der iranischen Seite Verhandlungsführer.

Vorschlag Nr. 3 beschäftigt sich mit dem Friedensprozess in Kolumbien. Da werden dann die Preisträger Juan Manuel Santos, der amtierende Präsident von Kolumbien und Timoleón Jiménez auch Timoshenko genannt, der auf der Guerilla-Seite Verhandlungsführer ist. Deren Abkommen könnte 50 Jahre Bürgerkrieg beenden.  

Ganz ähnlich gelagert ist der 4. Vorschlag. Da geht es um den Friedensprozess in Guatemala und um die Aufarbeitung von Genozid und Diktatur.

Beim 5. Vorschlag geht es um ein Projekt im Kongo, genau genommen um Frauen, die während den dortigen Kriegen und Konflikten Opfer sexueller Gewalt geworden sind und das überlebt haben. Ich finde das ist wirklich eine würdige Liste von Kandidaten.

Nicht ganz so würdig ist mancher bekannte Nominierter. Da hätten wir zum Beispiel eine Schauspielerin, die nominiert wurde, weil sie Weihnachten damit zugebracht hat, Flüchtlingen in Griechenland zu helfen. Ich finde das toll, ich finde das sogar großartig! Aber einen Friedensnobelpreis ist es dann irgendwie doch nicht wert.

Ein anderer interessanter Nominierter ist Papst Franziskus, der von niemand geringerem als Desmond Tutu vorgeschlagen wurde.

Und ja… in der Tat, auch Donald J. Trump steht auf der Liste der bestätigten Nominierten. Die Begründung heißt in etwa, er droht so viel, dass sich die bösen Terroristen, radikalen Islamisten, die kommunistischen Chinesen und der nuklear aufgerüstete Iran eigentlich gar nicht mehr trauen, irgendwas zu tun. Ernsthaft! Kein Scheiß! Steht da!

‘his vigorous peace through strength ideology, used as a threat weapon of deterrence against radical Islam, ISIS, nuclear Iran and Communist China’

Da frage ich mich, warum sie nicht die amerikanische Waffenlobby auch gleich nominieren. Schließlich ist es doch denen zu verdanken, dass sich amerikanische Staatsbürger, wenn es denn sein muss, auf Universitäts- und Schulgeländen und in Kindergärten mit ihren Schusswaffen gegen extrem islamistische Terroristen-Chinesen verteidigen können. Wenn das kein Friedensnobelpreis wert ist, naja, dann müssen wir ihn vielleicht doch Donald Trump geben, oder?

Bis bald.

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