308 – St. Helena


St. Helena ist mit seinen Nachbarinseln ein 308 qkm großes Areal im Atlantik. Es ist vorgeschlagen als Weltkulturerbe und hat so einiges an Geschichte erlebt…

https://de.wikipedia.org/wiki/St._Helena_(Insel)
https://www.cia.gov/library/publications/resources/the-world-factbook/geos/print_sh.html

Bild: This image was taken by the NASA Expedition 19 crew. – NASA Earth Observatory, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7030157

 

 

#308 – St. Helena

Das ist jetzt Deine Gelegenheit zu zeigen, dass Du in der Schule aufgepasst hast. Ich stelle Dir jetzt eine Frage und Du rufst die Antwort laut raus, egal wo Du gerade bist. Ob das nun die U-Bahn, das Auto oder die Dusche ist. Bereit? Okay: Auf welche Insel wurde Napoleon verbannt?

Und wenn Du jetzt Elba gerufen hast, lagst Du zwar richtig, aber das ist nicht die Insel, um die es mir heute geht. Mir geht es heute um die andere Insel. Die Insel, die nur noch die Geschichtsnerds von uns jetzt gerufen haben – und die heißt St. Helena und befindet sich im Südatlantik. Ganz allgemein hätte St. Helena eigentlich alle Zutaten, um ein gottverlassenes Fleckchen Erde zu sein, irgendwo im Südatlantik, für das sich kein Mensch interessiert. Und das war auch bis ins 16. Jahrhundert so. Denn die Insel ist umgeben von Steilküsten und damit gar nicht so leicht anzufahren.

Im Mai 1502 landete aber der Portugiese João da Nova auf der Insel und benannte sie nach seiner Mama, Helena. Und die Portugiesen haben dann da so ein paar Häuschen und eine Kapelle gebaut und sind dann weitergesegelt. Und wo sie dann, weil sie so richtig nette Menschen waren, Ihre Kranken auf der Insel zurückgelassen haben. Das muss wohl diese abendländische Kultur sein, von der immer alle reden.

Ja. Die Portugiesen waren nur so halbinteressiert an dieser ganzen Insel und gaben sie dann 1600 schließlich ganz auf, woraufhin dann gleich die Holländer kamen und die Insel besetzten. Das dauerte dann bis so ca. 1651. 1659 kamen dann die Briten. Die britische Ostindien-Kompanie übernahm die Insel, errichtete ein Fort, sowie eine Garnison. Die waren dann da und blieben an der Macht, bis 1673, bis eben die Holländer zurückkamen und sich die Insel wieder unter den Nagel rissen. Inzwischen gab es da einige Farmen und es wurden schwarze und chinesische Sklaven verwendet, um dort Anbau zu betreiben.

Und wie das so ist mit Sklavenarbeit, die ja prinzipiell mal kostenlos ist, darüber lässt sich Reichtum aufbauen und so ging es St. Helena immer und immer besser. Jedenfalls wurde die Insel weiterhin als Besitz der Britischen Krone gehandelt und inzwischen sind die Briten auch vollständig wieder die Leitmacht auf der Insel.

1815 jedenfalls beschloss die britische Regierung St. Helena als Verbannungsort Napoleons einzusetzen und im Oktober 1815 wurde der dort hingebracht und blieb bis zu seinem Tod am 5. Mai 1821 dort auch in seiner Verbannung. Für derartige “Luxusgefangene” wurde die Insel überhaupt auch danach noch ein paar Mal hergenommen. Zum Beispiel 1900 bis 1902, da hielten die Briten den Buren-General Piet Cronjé und 1.000 seiner Soldaten interniert. Oder der Sultan von Sansibar. Der saß nämlich bis 1925 auf der Insel.

Klimatisch lässt es sich da jedenfalls durchaus durchhalten. Zwischen minimal 13 und maximal 23 Grad, da haben wir einen Temperaturbereich, den zumindest ich schon mal sehr angenehm finde.

Heute leben auf St. Helena knapp 4.500 Menschen, wobei 4.120 die Staatsbürgerschaft von St. Helena haben. Das bedeutet, sie haben einen britischen Pass. Die Insel ist ländlich geprägt und weil es eine vulkanische Insel ist, hat sie mittendrin einen großen Bergkegel. Der ist benannt nach dem Entdecker des Halley’schen Kometen, Edmond Halley, und heißt Halley’s Mount.

Ansonsten geht es auf der Insel recht beschaulich zu. Es gibt zwei Radiosender, zwei Zeitungen, seit 2015 gibt es ein Mobilfunknetz und 2016 soll ein Flughafen eröffnet werden. Bis dahin war die Insel ausschließlich über Schiffe zu erreichen. Bisher lebt die Insel deswegen auch fast nur vom Fischfang, hofft aber mit dem Flughafen endlich auch sowas, wie regelmäßige Einkommen aus Tourismus zu haben.

Und warum rede ich heute darüber? – Weil St. Helena Island und die dazugehörigen zwei Nachbarinseln insgesamt 308 Quadratkilometer groß sind.

Bis bald.

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