334 – Die Welt im Jahr 2025


Themenpate @drazraeltod

Der Roman 334 wirft einen Blick in eine dystopische, überbevölkerte Zukunft in der Drogen und medizinischer Fortschritt zu viel Zynismus geführt haben.

Bild: By Source, Fair use, https://en.wikipedia.org/w/index.php?curid=15465026

 

 

#334 – Die Welt im Jahr 2025

Vor kurzem hat mich mal jemand gefragt, in welchem Genre mein Podcast eigentlich ist. Und das war schwierig. Denn: Ich könnte jetzt sagen Geschichte. So habe ich mich glaube ich auch mal bei iTunes angemeldet. Dann könnte man natürlich sagen: Wissen, also ein Wissens-Podcast. Okay… ein bisschen Nerd-Podcast und Film-Podcast ist hier auch dabei, Musik gibt es auch öfter. Ich bin garantiert kein Sport-Podcast, obwohl es schon mehrere Sportthemen gab, aber ein kleines bisschen bin ich auch noch Literatur-Podcast.

Und heute, bei der Folge 334 ist daran der Twitter-Nutzer @drazraeltod schuld. Der hat nämlich ein dystopisches Buch vorgeschlagen. Das Buch mit dem Titel “334”. Das ist ein Buch, das im Jahr 1972 geschrieben wurde und einen eher pessimistischen Ausblick auf das Leben in New York City im Jahre 2025 gibt. Das ist also gar nicht mehr so lange hin. Das Ganze spielt überwiegend in einem Wohnhaus mit der Hausnummer 334, daher also der Titel. Außerdem gibt es noch eine zweite Referenz, nämlich auf das Jahr 334 v. Chr. Denn in dem Roman wird immer wieder mal das alte Römische Reich, speziell sein Niedergang, mit der Zukunft der Vereinigten Staaten verglichen.

Der Roman selber ist, wie es sich für Dystopien so gehört, in erster Linie pessimistisch. Die Zukunft hat keine größeren technologischen oder gesellschaftlichen Durchbrüche gebracht, mit Ausnahme von Medizin und Drogen. Auf der positiven Seite ist zu vermerken: Es gab keine menschheitsvernichtenden Katastrophen, allerdings herrscht Überbevölkerung und damit auch eine gewisse Ressourcenknappheit.

Es herrscht Geburtenkontrolle und Eugenik. Das heißt, Menschen, die nicht mehr nützlich sind oder nach den Regeln des Staates als nicht mehr nützlich gelten, werden umgebracht – systematisch. Außerdem gibt es einen Wohlfahrtsstaat. Das heißt, eine Agentur namens Modikum, die dafür sorgt, dass im Prinzip für alle erst mal grundsätzlich gesorgt ist, die aber auch eine enorme Macht über das Leben der Menschen hat.

Das Buch selber ist aus mehreren einzelnen Geschichten zusammengestellt. Da ist zum einen “The Death of Socrates”, in dem die Hauptfigur, ein junger Mann namens Birdie damit kämpft, seine Fortpflanzungsrechte zu behalten, nachdem sein Vater mit Diabetis diagnostiziert wurde. In der zweiten recht makaberen Kurzgeschichte geht es um den Vater von Birdies Freundin. Der arbeitet nämlich in einem Bestattungsunternehmen und um sich ein bisschen Geld dazu zu verdienen, verkauft er frisch verstorbene Leichname an ein Bordell für Nekrophile. Und nekrophile Menschen, das sind Menschen, die der Anblick oder Umgang mit Toten sexuell erregt.

Der nächste Roman ist “Everyday Life in the Roman Empire” und ist im Prinzip ein Drogenrausch, der im Alten Rom spielt. Die Handlung ist verhältnismäßig einfach: Alexa wirft sich Drogen ein und spinnt sich dann ihr Leben zusammen, wie es im Alten Rom gewesen wäre.

Dann kommt ein Roman namens “Emanzipation”, in dem wir die Freundin von Berdie wieder treffen, allerdings in einer Beziehung mit jemand anders, der alle möglichen Probleme hat, unter anderem in psychologischer Behandlung ist und zum Schluss das gemeinsame Kind austragen darf.

Dann haben wir die Kurzgeschichte “Angouleme”, in der eine Teenage-Gang einen Mord plant und jemand aus dieser Gang ihn auch versucht.

Und dann gibt es noch als Abschluss einen Kurzroman namens “334”, in diesem Buch namens “334”, und in diesem Kurzroman werden im Prinzip Charaktergeschichten erzählt und einzelne – nennen wir es mal Aufnahmen – dieser fiktiven Welt dargestellt.

Und jetzt weiß ich irgendwie auch nicht. Es gibt eine Liste der angeblich 100 besten Science Fiction Romane von ‘49 bis ‘84. Auf dieser Liste steht “334”. Es gibt glühende Fans und leidenschaftliche Hasser des Buchs. Ich selbst bin im Moment in Versuchung es mal anzulesen. Ich bin aber nach den Beschreibungen, die ich so gefunden habe, nicht unbedingt sicher, ob ich es fertig lesen werde. Aber die ersten paar Geschichten scheinen ganz spannend zu sein.

Bis bald.

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