34,4 Milliarden Dollar


Der alternative Finanzmarkt kommt ohne Banken, ohne Versicherungen und manchmal auch ohne Markt aus und Crowdfunding zählt mit dazu.

Bild: CC0, https://www.flickr.com/photos/68751915@N05/6848823919

 

 

#344 – 34,4 Milliarden Dollar

Für ganz kurze Zeit herrschte im sogenannten alternativen Finanzmarkt sowas wie Goldgräberstimmung. Jeder konnte sich irgendetwas einfallen lassen und es gab Millionen. Aber wo es frei Geld abzuholen gibt, da werden natürlich auch alle möglichen zwielichtigen Gestalten angezogen und so war der alternative Finanzmarkt auch in erster Linie ein Geldwäsche und Drogenhandelsumschlagplatz. Zumindest wenn man den entsprechenden Behörden glauben konnte.

Was ist denn nun dieser alternative Finanzplatz? In ganz einfachen Worten ist das alles, was nicht zum traditionellen Finanzmarktplatz gehört. Der traditionelle Finanzmarktplatz ist fest in der Hand von Banken und Versicherungen. Die handeln Währungen und Wertpapiere an Börsen. Und damit haben wir es eigentlich auch schon umfassend beschrieben.

Der alternative Finanzmarkt, der handelt also nun entweder mit etwas Anderem oder er handelt auf andere Weise oder mit anderen Institutionen. Nehmen wir zum Beispiel Bitcoin. Bitcoin ist eine sogenannte Kryptowährung. Das heißt, man hat einen Weg gefunden, um Geld mit rein mathematischen Mitteln im Internet auszudrücken und den Besitzer wechseln zu lassen. Das heißt also, plötzlich braucht man keinen Mittelmann mehr. Man kann also Transaktionen komplett ohne Banken abwickeln.

Dasselbe lässt sich auch mit anderen Kryptowährungen erreichen. Monero zum Beispiel ist so eine Kryptowährung, die was ganz Ähnliches macht, aber technisch völlig anders aufgebaut ist. Das Prinzip scheint jedenfalls zu sein, den Mittelmann zu entfernen und das ist auch ganz genauso der Fall, wenn wir uns in die anderen alternativen Finanzmarktplätze begeben.

Zum Beispiel gibt es da etwas, das heißt Peer-to-Peer Landing. Und bei Peer-to-Peer Landing reden wir von Webseiten, die sozusagen Menschen mit einem Bedürfnis nach Geld und Menschen, die Geld zu verleihen haben, direkt miteinander in Kontakt bringen. Damit kann man sozusagen Peer-to-Peer, also von einem zum anderen, direkt dieses Leihgeschäft durchführen, ohne dazwischen eine Bankabwicklung durchzuführen.

Überhaupt scheinen Banken diejenigen zu sein, die in erster Linie umgangen werden. Sowas kann man zum Beispiel auch beim oft zitierten Crowd Funding beobachten. Was ist Crowd Funding? Es steckt schon im Namen Crowd – das ist die Menge an Leuten, die sich beteiligt -, Funding ist das Finanzieren von etwas. In der Vergangenheit, wenn ich als Unternehmer eine Idee finanziert bekommen wollte, musste ich bei der Bank vorsprechen und mich sozusagen um einen Kredit bewerben. Um diesen Kredit umzusetzen wurde mir ein Business Plan abverlangt; ich musste Meetings überleben; idealerweise hatte ich Fürsprecher, die für mich mehr oder weniger bürgten; vielleicht musste ich Sicherheiten bringen usw.

Ja und dann, gab die Bank natürlich den Zins vor und ließ sich ihre Dienstleistung bezahlen und unter Umständen hatte ich nennenswerte Werte damit abgegeben. Eine Alternative dazu war das Investieren von privaten Geldgebern. Die legten zusammen und stiegen in Unternehmen ein und hatten dann Dank ihres Kapitals auch ein entsprechendes Mitspracherecht. Diese beiden Modelle liefen beide natürlich federführend über Banken. Da haben wir also nun die Funding Site.

Wenige Leute oder vielleicht auch nur die Bank oder wenige Geldgeber investieren in ein Unternehmen – funden das Unternehmen. Beim Crowd Funding, da steckt im Namen schon die Grundidee. Viele Menschen, eine Crowd eben, investiert in ein Unternehmen und die macht das ohne den Umweg über eine Bank.

Auch hierfür gibt es natürlich Onlineportale und Marktplätze, auf denen sich um so ein Funding beworben werden kann. Ein sehr populärer Dienst dafür ist Kickstarter. Dort findet man finanzierungsbedürftige Ideen aller Art. Vom Einmann-Unternehmen, der einen Dienst anbieten will zum Startup mit Prototypen ist alles vorhanden. Als eventueller Geldgeber kann man sich dann meistens einen Videobeitrag anschauen, in dem einen die Idee nahe gebracht wird. Man erfährt, was man denn bekommt, wenn die Idee durchfinanziert wird und in den Markt aufgenommen wird.

Je nachdem, wieviel man denn nun beiträgt, kann es auch sein, dass man das Produkt unter Umständen schon direkt mit erwirbt oder bestimmte zusätzliche Dienstleistungen bekommt. Grundsätzlich ist die Idee jedenfalls: Viele Menschen werfen einen relativ kleinen Geldbetrag in den Hut, bis eben genug Geld beisammen ist, um einen Dienst oder ein Produkt auf den Markt zu bringen.

Alles in einem auf jeden Fall ein lukratives Modell. Es gibt eine ganze Reihe von Unternehmen, die würden nicht existieren, hätten sie nicht über Crowd Funding Geld eingesammelt. Es gibt eine Reihe wirklich faszinierender Projekte, die geradezu darauf warten, von Dir unterstützt zu werden.

Warum erzähle ich Dir das hier heute alles? Na ganz einfach: Wir sind bei der Folge 344 und der globale Crowd Funding Markt hat inzwischen einen Wert von 34,4 Milliarden US-Dollar erreicht. Das ist schon so ein bisschen Geld.

Bis bald.

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