367 Arten Kopfschmerz


Themenpate: @Nicht_Sicher_

Kopfschmerzen sind das vielleicht häufigste gesundheitliche Problem der Menschheit. Trotzdem wissen wir noch recht wenig darüber.

Bild: By Sasha Wolff from Grand Rapids – Can’t Concentrate: 14/365, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11343038

 

 

#367 Arten Kopfschmerz

Die International Headache Society, IHS abgekürzt, definiert 367 Arten von Kopfweh und diese Erkenntnis verdanke ich dem Twitternutzer @Nicht_Sicher_, der als Themenpate Kopfschmerzen vorgeschlagen hat. Und da brauchen wir glaube ich auch noch die richtige Sounduntermalung für, oder? Wie zum Beispiel eines der Headache Relief Videos, die man auf YouTube finden kann. Einfach mal hinhören… Meditieren…Einatmen… Ausatmen… und bei dem Geräusch von laufendem Wasser im Hintergrund versuchen nicht alle drei Minuten auf’s Klo rennen zu müssen.

Okay, vielleicht gehen wir das Thema dann doch anders an: Im Grunde weiß nämlich jeder von uns was gemeint ist und jeder von uns hatte auch schonmal Kopfschmerzen. Migräne, die erste Nennung der Symptome gibt es in einem 4.000 Jahre alten Papyrus und auch in der Bibel gibt es eine Beschreibung von praktisch klassischen Migränesymptomen. Kopfschmerzen fallen dabei in der Regel in eine von zwei Kategorien.

Die aller-, allermeisten Betroffenen und zwar mehr als 90% haben sogenannte primäre Kopfschmerzen. Das heißt, das sind Schmerzen, die nicht Symptom von irgendetwas anderem sind, sondern der Kopf selber tut weh. Da bringt also dann eigentlich auch eine Massage nichts. Da bringt es nichts den Kopf zu durchleuchten. Es gibt keinen Hirntumor und keine Verspannungen, die Schuld sind, sondern schlicht und ergreifend: Der Schädel brummt. Und diese primären Kopfschmerzen entstehen im Schmerzsystem selbst. In den Nerven, also die dafür zuständig sind, die Schmerzen weiterzumelden. Das kann eine erbliche Veranlagung sein; es kann sein, dass irgendein Nerv auf irgendeinen Reiz besonders sensibel reagiert hat – so ist das zum Beispiel bei der Migräne – oder es könnte auch sein, dass es eine Art Überlastung ist.

So entstehen dann zum Beispiel sogenannte Spannungskopfschmerzen. Das ist also nicht eine akute Verspannung, die dann wehtut. Zwar kann eine Massage wohltuend sein, aber die beseitigt eigentlich nicht das Problem, sondern das ist sozusagen eine Reaktion des Nervensystems auf besagte Spannungen und das ist auch im Grunde eine Art Grundsatzprinzip bei vielen Migränepatienten. Das Nervensystem wird stimuliert, es überreizt, es braucht mehr und mehr Nährstoffe und irgendwann fängt es damit an, das Gehirn mit Botenstoffen zu fluten. Und diese Botenstoffe, die können Entzündungen und Reaktionen an den Gefäßen auslösen und das wiederum, das schmerzt. Das ist eine der Theorien, woher denn Migräneschmerzen kommen – die sogenannte neurogene Entzündung. Die ist allerdings auch noch nicht komplett belegt. Wir haben einfach unser Gehirn noch nicht ausreichend verstanden, um so etwas wirklich mit Sicherheit sagen zu können.

Tja, und was macht man jetzt nun, wenn man Kopfschmerzen hat? Es gibt natürlich alle möglichen Ursachen, die man haben könnte, aber die allermeisten Menschen haben entweder Migräne in irgendeiner Form oder eben die schon genannten Spannungskopfschmerzen. Spannungskopfschmerzen eben ausgelöst von vielen, vielen kleinen Schmerzsignalen, die zum Beispiel von Verspannungen kommen können und dann eben eine Reaktion des Schmerzsystems auslösen. Und was macht man da nun? Das klingt jetzt völlig banal, aber Entspannungsübungen, vorsichtige Bewegung und natürlich können Massagen wohltuend wirken, wenn sie entspannen. Aber das sind so die Maßnahmen, die Kopfschmerzspezialisten in der Tat als hilfreich einstufen.

Und ich? Ich habe Gott sei Dank selten Kopfschmerzen, aber wenn, dann kündigen sich die immer an und ich habe praktisch keine Toleranz. Das heißt, in dem Moment wo ich glaube Kopfschmerzen zu bekommen, nehme ich Kopfschmerztabletten. Und meistens ersparen die mir tatsächlich dann auch den eigentlichen Kopfschmerz.

Jedenfalls: So rund 54 Mio. Deutsche haben regelmäßig Kopfschmerzen, also auch immer wiederkehrende und manchmal auch dauernde Kopfschmerzen und bei der Hälfte dieser 54 Mio. spielen Spannungskopfschmerzen auch eine Rolle.

Welche Kategorien von Schmerzen gibt es denn jetzt nun? Die Migräne haben wir schon angemerkt. Die Migräne tritt anfallartig auf und ist ein pochend pulsierender Kopfschmerz, meist auf einer Seite des Kopfes. Meistens gibt es Nebensymptome: Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit und eine Migräneattacke kann von 4 bis 72 Stunden dauern. Natürlich gibt es auch da immer Ausnahmen von der Regel.

Dann gibt es den sogenannten Clusterkopfschmerz. Der tritt in einem Bündel von Anfällen auf. Ein Clusterkopfschmerz kann zwischen 20 und 180 Minuten lang anhalten und innerhalb weniger Stunden bis Tage mehrfach wiederholen. Sehr unangenehm ist, dass dieser Schmerz in der Regel der Schläfe oder beim Auge auftritt und bei manchen Patienten die Augen auch wirklich anschwellen. Das stelle ich mir sehr unangenehm vor.

Dann gibt es eben den Spannungskopfschmerz. Den kennen wir wahrscheinlich alle. Das ist dieser dumpf drückende Schmerz um den Kopf herum. Die Ursachen von Spannungskopfschmerzen sind noch nicht komplett geklärt, aber es werden Faktoren wie Stress, Muskelverspannungen, Zähneknirschen, Schlafmangel oder irgendwelche Infekte vermutet.

Ja und dann gibt es noch den Kopfschmerz als Nebenwirkung von Medikamenten. Und als letzte Kategorie kenne ich noch den Kopfschmerz, den ich bekomme, wenn ich die aktuelle Nachrichtenlage anschaue. Donald Trump zum Beispiel. Der Typ verursacht sofortige Kopfschmerzen bei mir.

Bis bald.

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