444 – Die Christianisierung Irlands


Wer war eigentlich St. Patrick?

  • https://de.wikipedia.org/wiki/444
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Patrick_von_Irland
  • https://de.wikipedia.org/wiki/St._Patrick’s_Day

Bild: Von penelope777 – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37186933

 

 

#444 – Die Christianisierung Irlands

Vor kurzem hatte ich einmal vom Königsdag berichtet – das ist dieser Tag, wo die Holländer alle in orange gekleidet durch die Straßen laufen und so tun als würden sie eigentlich ihren König feiern, aber in Wirklichkeit machen sie über den ganzen Tag Party. Natürlich gibt es sowas bei fast jedem Volk, einen Tag, an dem sie alle die Sau rauslassen dürfen. Bei den Iren ist es das St. Patrick’s Day. Wo sich die Holländer orange anziehen, kleiden sich die Iren grün. Außerdem setzen sie sich seltsamer Zylinder auf, – auch grün – heften sich gelbe vierblättrige Kleeblätter an das Revers und toben dann mit grüner Farbe im Gesicht durch die Städte und zwar weltweit. St. Patrick’s Day wird von der irischen Diaspora praktisch überall gefeiert. Das auch nicht weniger als der Nationalfeiertag.

Es stellt sich die Frage, wer wird da eigentlich gefeiert? Ja, ja, ich weiß schon, St. Patrick heißt der Tag, dann wird wohl auch der Heilige Patrick gefeiert, soweit stimmt es. Aber wer war denn der Heilige Patrick? Es stellt sich heraus, der Heilige Patrick hieß nicht immer Patrick, sonder hieß Maewyn, Maivin, Mevin… irgendwie anders und war der Sohn eines römischen Offiziers, der in der Provinz Britannia stationiert war. Da muss es ihm einigermaßen auch gut gegangen sein und er hat wohl eine hochwertige Erziehung genossen. Im Alter von 16 Jahren wird Maewyn vom Gut seiner Eltern, von plündernden Sklavenjägern entführt und als Sklave nach Irland gebracht, wo er dann Schafe hüten musste. In dieser Zeit hatte er Trost im Christentum gefunden – wie man das halt so macht, wenn man in Irland Schafe hütet. Ungefähr sechs Jahre hatte diese Zeit gedauert und in dieser Zeit hatte er sich in Irland und in die Iren verliebt.

Trotzdem erschien ihm dann eines Nachts ein Engel und erklärte ihm, dass er sich jetzt doch lieber vom Acker machen soll und er floh daraufhin mit Händlern über das Meer und landete wahrscheinlich im damaligen Gallien. Da wird er dann Priester und verbringt lange Jahre in einem Kloster. Eines Nachts – so schreibt er selber, in von ihm noch erhaltenen Schriften – hat er dann irische Stimmen gehört, die ihn darum baten, doch wieder nach Irland zurückzukommen. Da traf es sich ganz gut, dass Papst Coelestin I. bedarf an jemandem hatte, den er nach Irland schicken konnte und Patrick deswegen als frisch geweihten Bischof nach Irland sandte. Patrick ging dann nach Irland und gründete dort Klöster, Schulen, Kirchen einmal quer über die ganze Insel.

Er war an so vielen Orten tätig und hat so viele Spuren hinterlassen, dass Forscher heute manchmal vermuten, dass es eigentlich zwei historische Figuren gibt, deren Werke wir gemeinsam einem Menschen zuschreiben. Er war jedenfalls hochgradig erfolgreich. St. Patrick beginnt mit der Christianisierung von Irland im Jahre 444 nach Christus und – das ist auch der Themenanker für die heutige Sendung –  er war geradezu legendär erfolgreich.

Der St. Patricks Day nun, der Nationalfeiertag der Iren, der wurde auf den Todestag von St. Patrick gelegt. Natürlich gibt es um den heiligen Patrick eine schier unüberschaubare Anzahl von Geschichten und Erzählungen. Schlangen soll er von der Insel vertrieben haben – gut die gab es eigentlich auf der Insel nie, aber zumindest gab es die nach ihm nicht mehr. Tote soll er wieder auferweckt haben, wie Jesus soll er 40 Tage gefastet haben und so weiter.

Wie schon beim Heiligen St. Martin, war es wieder einmal ein römischer Offizierssohn der als Bischof und Missionar die Welt verändert hat.

Bis bald.

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