46 – Danke, Linus!


Linus Torvalds ist der Vater von Linux und eine Hauptfigur der Free Software Bewegung. Es gäbe kein Linux ohne ihn. Wir verdanken ihm also nicht nur unsere Router, Internet Radios und leistungsfähige Smartphones sondern einen kompletten Shift in der Softwareindustrie. Danke, Linus!

http://geboren.am/1969
https://de.wikipedia.org/wiki/Linus_Torvalds
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/zehnter-geburtstag-happy-birthday-linux-a-152023.html

Bild: https://pixabay.com/de/pinguin-tux-tier-linux-cartoon-23159/

Musik:
Discord, Eurobeat Brony https://www.youtube.com/watch?v=xPfMb50dsOk

 

#046 – 46 – Danke, Linus!

Die 46 war umtriebig zu recherchieren. Ich war im Jahr 46; ich habe 46 Tage in die Vergangenheit geschaut; ich habe mir die atomare Kennzahl 46 und alles mögliche rund um die mathematischen Eigenschaften der 46 angesehen. Nichts sprach zu mir. Und dann fand ich eine Webseite, die tatsächlich die Möglichkeit bot, nach Jahreszahlen, nach Alter, nach Sterbedaten usw. zu suchen und die präsentierte mir als jemanden, der dieses Jahr seinen 46. Geburtstag hat, Linus Torvalds.

Das natürlich ist der Vater des modernen Linux Betriebssystem Fuhrparks da draußen. Wenn Du zu den etwas technikversierteren Benutzern gehörst oder zu jemandem, der aus ideologischen Gründen free Software benutzen möchte oder jemand, der einfach schlicht und ergreifend Spaß daran hat, ein nicht Mainstream-System einzusetzen, dann hast Du vermutlich schon Linux auf Deinem Rechner ausprobiert oder setzt ein Linux-System ein.

Linux nun ist ein System, das Linus Torvalds praktisch als eine Art Fingerübung schrieb, als er noch sehr jung war und als typischer Computernerd jede freie Minute an seinem Rechner verbrachte. Und es war basierend auf Ideen, die damals in den gängigen Unix-Betriebssystemen vorherrschten. Er schrieb also sozusagen sein eigenes kleines Unix und stellte es frei zur Verfügung. Damit trat er gleichzeitig auch eine Community los – eine Gruppe von Programmierern, die sich um ihn scharrten und an dem System mitarbeiteten und nach und nach entstand aus diesem kleinen Pflänzchen ein beachtlicher Baum.

Auch wenn Du bewusst bisher noch nie was mit Unix oder Linux zu tun hattest, bin ich mir ziemlich sicher, dass es Dir schon begegnet ist oder zumindest viele Ideen aus diesem Umfeld. Wenn Du beispielsweise ein Android Telefon benutzt als Smartphone, dann hat es einen Linux Kernel – Chrome Books, Tablets mit Android. Wenn Du Dir ein Internet Radio, also so ein Gerät, das Podcasts oder Online Radios streamen kann, kaufst, sehr wahrscheinlich läuft da ein Linux drauf. Auf Deiner Fritz-Box läuft ein Linux-Derivat usw. usw.

Und falls Du all das nicht hast, also keinen Linux basierenden Router, was mir für sich genommen schon schwer fällt, mir das vorstellen – kein Streaming-Radio, kein Smartphone aus der Android-Familie, kein Tablet aus der Android-Familie und kein Linux auf Deinem Laptop, dann hast Du wahrscheinlich im Internet Seiten angesurft, die von einem Linux-Server betrieben werden.

Linux gehört inzwischen mit Abstand zu den Systemen, die im freien Internet die meisten Serverseiten betreiben. Das liegt unter anderem daran, dass Linux einfach kein Geld in der Anschaffung kostet. Es ist ja freie Software, oder doch wenigstens Open Source, und damit jederzeit verfügbar, nutzbar und abwandelbar. Was viele auch regelmäßig tun.

Linus nun, nachdem er dieses System gegründet hat, hat eine zunächst mal bunte Karriere eingeschlagen. Er war Journalist, inzwischen sitzt er im Euroarat und natürlich war und ist er tätig an verschiedenen Stellen des Linux-Universums. Wirklich nett finde ich die Geschichte, dass die Unternehmen Red Head und VA Linux an Linus Torvalds, als sie an die Börse gingen, als Dankeschön Aktienoptionen verteilt haben. Und die wuchsen natürlich erfrischend an. Somit muss sich Linus jetzt nicht mehr um seinen Lebensunterhalt Sorgen machen, sondern kann ganz frei seinen Leidenschaften nachgehen. Und das ist tatsächlich auch immer in weiten Teilen im Linux-Universum gewesen. Wen wundert’s?

Wir können Linus Torvalds aber nicht nur dafür dankbar sein, dass er uns Technologie geschenkt hat. Das ist eigentlich der kleinere Teil seines Verdienstes. Sondern, was er geschaffen hat war ein Paradebeispiel. Das war nämlich das erste erkennbar, große, hochwertige Projekt der Softwareindustrie, das von privaten Initiativen, Hobbyisten, Enthusiasten der Community getrieben wurde, ohne dafür direkt Geld zu nehmen. Und damit war Linux ein Gegenmodell zur etablierten, kommerziellen Softwareentwicklung. Und ein Anfangspunkt für viele weitere kollaborative Projekte da draußen.

Nicht zuletzt durch Linux haben wir gelernt, dass wir Technologie gemeinsam schaffen können, die besser ist, als alles was ein einzelner von uns bauen kann. Und diese Idee pflanzt sich immer weiter fort. Wikipedia ist ein schönes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn nur genügend Menschen zusammenarbeiten. In der sogenannten Maker-Szene treffen Menschen aufeinander, die greifbare Hardwarelösungen bauen, sei es nun im Modellbereich, seien es Protesen für Menschen mit Behinderungen, seien es komplette Maschinen und Gerätschaften.

Zusammen können wir oft Größeres schaffen als alleine und organisiert in einer Form, in der alle die mitmachen wollen, auch mitmachen können, ist das Ergebnis oft noch beeindruckender. Und Linus Torvalds hat einen elementaren Baustein in diesem Gebäude gesetzt und den Anfang gemacht. Danke Linus!

Bis bald.

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