462 – Der alte Elbtunnel


Themenpate: @schaarsen

Der alte Elbtunnel galt bei seiner Eröffnung als technische Sensation. Und er ist eigentlich 426 Meter lang, wird aber trotz Zahlendreher trotzdem unter 462 abgelegt…

Bild: Von Thomas Wolf, www.foto-tw.de – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=21266725

 

 

#462 – Der alte Elbtunnel

Man, man, man, jetzt habe ich eine ganze Episode über den alten Elbtunnel aufgenommen, empfohlen hat es Dr. Superjörn auf Twitter, unter dem Namen @schaarsen bekannt, der nämlich aufschrieb, dass 462 die länge des hamburger Elbtunnels in Metern wäre.

Bomen Themenanker, witziger Tunnel, interessantes Thema, ratzfatz aufgenommen! Ja ehh… und dann, dann stellt sich heraus, dass sind gar nicht 462 Meter, es sind 426 Meter. Wann habe ich das gemerkt? Ist doch logisch, ich habe es gemerkt, als ich fertig war, mit der Aufnahme. Deswegen und ich finde der alte Elbtunnel hätte es verdient, 462 Meter statt 426 Meter lang zu sein, genau deswegen, packe ich das jetzt so in den Stream, weil ich es kann. So! Äätch! Lieben Dank an Dr. Superjörn, für das Themenpaten sein.

So, jetzt aber, rein in die Episode.

Als der St. Pauli-Elbtunnel 1911 eröffnet wurde, war er eine Sensation. In Länge, Bau und Form und besonders in der Art und Weise mit der dieser Tunnel gebaut worden war, hatten die damaligen Ingenieurwissenschaften echtes Neuland betreten.

Der Hamburger Hafen boomte damals und rund 20. bis 25.000 Hafenarbeiter mussten regelmäßig an ihre Arbeitsplätze und zurück zu ihren Wohnungen kommen. Dieser Verkehr, der wurde von einer Menge Fähren bewältigt. Fähren haben verschiedene Nachteile, zum Beispiel, queren sie Flüsse, wenn Handelsschiffe zu ihrem Ziel durchfahren müssen. Man muss also genau regeln, wann denn Fähren, auf welchen Strecken fahren dürfen. Dann ist Fährbetrieb auch noch Wetterabhängig. Eine Lösung musste also her, verschiedene Sachen wurden überlegt. Zum Beispiel wurde eine Schwebefähre in Erwägung gezogen. Was ist das? Das ist wie eine Art Seilbahn, über einem Fluss wird eine Art Brücke gebaut und an dieser Brücke befestigt ist ein Schlitten, der von der einen auf die andere Seite bewegt wird und dabei dann eben Menschen, Fahrzeuge oder Güter transportieren kann. Über Brücken hat man natürlich auch nachgedacht.

Schwebefähren und Brücken haben allerdings auch den Nachteil, dass sie besonders die großen Handelsschiffe beeinträchtigen können. Man hätte sie also sehr hoch bauen müssen, das wiederum wäre sehr kostspielig geworden. Darum fasste man relativ schnell den Plan, die Elbe zu untertunneln. Das für sich genommen war eine enorme Herausforderung. Gebaut wurde unter Überdruck, das heißt, in der Baustelle wurde derart viel Luftdruck erzeugt, dass Wasser nicht eindringen konnte. Die Bauarbeiter hatten damit dann auch mit Nebenwirkungen zu kämpfen, die man sonst aus der Tiefseetaucherei kennt und zwei Arbeiter starben sogar an Dekompressionskrankheit.

1907 wurde mit dem Bau begonnen und 1911 war Eröffnung. Zuerst für Fußgänger und danach für Pferdefuhrwerke. Der Tunnel war breit genug konstruiert, dass in der Mitte ein Pferdefuhrwerk platz hatte. Links und rechts, auf erhöhten Podesten, konnten Fußgänger laufen. Oder besser gesagt, eigentlich können sie das immer noch. Denn die Benutzung des Alten Elbtunnels – so heißt der inzwischen, um ihn vom neuen Elbtunnel abzugrenzen – ist nachwievor für Fußgänger kostenlos. Kraftfahrzeuge müssen eine Gebühr zahlen.

Seit 2003 ist der Elbtunnel unter Denkmalschutz. Ich, ich packe mir das jetzt mal auf meine geistige Notizliste, das nächste mal, wenn ich in Hamburg bin, werde ich den Tunnel besuchen und da drinnen spazieren gehen.

Bis bald.  

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