479 – Herodot’s Goldameisen


Themenpate: @adamosbach

Herodot war der erste Geschichtsschreiber und Volkskundler.

Bild: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=474526

 

 

479 – Herodot’s Goldameisen

Herodot von Halikarnassos war ein altgriechischer Geschichtenschreiber. Manch einer sagt auch, er war gar nicht mehr als das. Aber in die Geschichte eingegangen ist er als einer der ersten Völkerkundler, Geografen und Geschichtsschreibern – also nicht nur GeschichtEN, sondern GeschichtE hat er aufgeschrieben. Wobei das bei Herodot alles sehr flüssig und fließend ineinander übergeht.

Von seinen Werken, von denen er so einige produziert haben muss, ist eigentlich nur noch eines überliefert, nämlich seine Historien, das immerhin in 9 Bänden daherkommt.

Diese 9 Bände beschreiben in erster Linie die sogenannten Perserkriege und umspannen ungefähr einen Zeitraum von ca. 220 Jahren. Herodot behauptete von sich selbst, viel gereist zu sein. Er hätte viele Orte schon gesehen, über die er da schrieb und er beschrieb eben nicht nur historische Ereignisse, sondern ließ sich auch über Land und Leute aus.

So existiert zum Beispiel von ihm die Beschreibung der Mumifizierung in Ägypten. Die hat er angeblich aus erster Hand von ägyptischen Priestern bekommen. Da Herodot wahrscheinlich kein ägyptisch sprach und keine Hieroglyphen lesen konnte, gibt es schon an dieser Behauptung Zweifel anzumelden. Außerdem wimmelt es im gesamten Werk von Herodot auch von mehr oder minder frei erfundenen Erzählungen und deswegen gibt es auch Zweifel an den vermutlich geschichtlichen Fakten, die er erzählt.

Aber wir wissen heute nunmal, dass es keine einäugigen Zyklopen gibt, die mit Greifen um Gold kämpfen und wir wissen, dass es auch keine Goldameise in Indien gibt, die so groß ist, wie ein Hund und sich durch den Boden wühlt und dabei Gold an die Oberfläche gräbt.

Ja und wenn man schon solche – nennen wir es mal Ungenauigkeiten – entdeckt, dann bleibt natürlich die Frage, wie vertrauenswürdig denn seine geschichtlichen Daten sind. Trotzdem war Herodots Werk wegweisend. Die gesamte Antike hat sich mit seinen Schriften beschäftigt und seine Art sich Völkern und Geschichte zu nähern wurde prägend für spätere Historiker. Ja, eigentlich ist er eine Art Urvater der modernen Geschichtswissenschaften. Einer der ersten großen Chronisten.

Herodot starb kurz nach Veröffentlichung seines Werkes, aber er war damals ein berühmter Mann und sein Ruhm dauerte an. Erst in neuerer Zeit wurde so richtig Zweifel laut an seinen Schilderungen. Es geht soweit, dass heute Wissenschaftler zum Teil glauben, dass Herodot eigentlich eher so eine Art Stubengelehrter war, der sich auf eigene Quellen und die Quellen von fahrenden Händlern berufen hat und einfach behauptet hat, er hätte Dinge selbst gesehen, die ihm eigentlich nur erzählt wurden.

Literarisch war es aber prägend und herausragend, wie er seine Stoffe aufschrieb und vorgetragen hat er sie wohl auch. Und weil er eben auch nicht nur Geschichte, Geografie und Völkerkunde beschrieben hat, sondern zum Beispiel auch die politischen Systeme in der Antike, ist er auch noch bis in die heutige Zeit, besonders für Politologen und Geschichtsforscher mit Fokus auf politische Systeme und Verfassungen interessant. Denn ganz egal, ob er denn nun wirklich unterwegs war in den Ländern, über die er schrieb und ob seine Erzählungen alle immer geschichtliche Fakten waren: Eine großartige Gabe zu analysieren hatte er Zweifelsohne und Quellen aus der Zeit sind sowieso eher selten.

Vielen Dank an @adamosbach für den Themenvorschlag heute. Der wies nämlich darauf hin, dass die Historien des Herodot – also seine neuen noch erhaltenen Bücher – im Jahr 479 vor Christus enden, was dann auch der Themenanker für heute war.

Bis bald.

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