72 Dämonische Fürsten


Die Ars Goetia beschreibt akribisch wie angeblich schon König Salomon 72 Dämonen und unterwarf und sich ihrer Mächte bediente. Richtig gelesen: Unterwarf. Nicht etwa um etwas bat… Der berühmte Schwarzmagier Aleister Crowley verhalf dem Buch zur Berühmtheit und Anerkennung als er es neu auflegte und damit die detaillierten Anweisungen in die Hände von Okkultisten auf der ganzen Welt legte…

https://de.wikipedia.org/wiki/Go%C3%ABtie
https://de.wikipedia.org/wiki/Ars_Goetia
Die 72 Dämonen des Salomon: http://i.imgur.com/UyUVOGU.jpg
Aleister Crowley’s Illustrated Goetia:http://www.amazon.de/gp/product/1935150294/ref=as_li_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=19454&creativeASIN=1935150294&linkCode=as2&tag=everydirk-21

Bild: http://www.torange-de.com/Holidays/Halloween/Urlaub-D%C3%A4monen-24283.html

 

#072 – 72 Dämonische Fürsten

Ich muss aufpassen. Immer wieder, wenn ich für den Anerzähler recherchiere, bin ich in Versuchung Bücher zu kaufen. Entweder weil sie besonders interessant sind; weil mich das Thema packt oder weil ich sie skurril finde. Das Buch, um das es heute geht, fällt in die letzte Kategorie. Es geht um ein Buch, das manchmal nur die Goetia genannt wird. Vollständig heißt es Ars Goetia und eigentlich ist es sogar nur ein Teil eines größeren Buches und es geht darin um Dämonen.

Den Titel kann man in etwa mit Dämonenkunde oder Kunst der Dämonologie übersetzen, denn das ist was Goetie eigentlich heißt. Das ist die Bezeichnung für alle magischen Praktiken, die als unnatürlich, verboten oder teuflisch gelten. Demgegenüber steht die Theurgie, was die Beschwörung von positiven Wesenheiten beschreibt. Das heißt, Goetie – Dämonen und Theurige – alles was irgendwie mit Engeln und Göttern usw. zu tun hat.

Aber zurück zur Ars Goetia. Die ist ein Teilbuch eines Werks, das Schlüsselchen Salomons im Deutschen Lemegeton Clavicula Salomonis heißt und aus dem 14. Jahrhundert stammt. Es sammelt verschiedene andere Werke, es wird aber vermutet, dass es einen ursprünglichen Autor gibt und enthält Beschreibungen von insgesamt 72 Dämonen. Die sollen nämlich angeblich König Salomon beschworen haben und in einem Bronzegefäß untergebracht haben. Das war mit magischen Symbolen so ausgerichtet, dass es diese Dämonen unterwerfen konnte und die mussten dann eben für ihn arbeiten.

In dem Buch nun wird beschrieben, wie man das selber nachmachen kann, mit detailgenauen Prozeduren und Anweisungen und es geht darum, diese Dämonen zu unterwerfen, nicht etwa sie um einen Gefallen zu bitten oder so, wie in anderen dämonischen Schriften, sondern Macht auszuüben.

Jeder dieser Dämonen hat in der Beschreibung einen Rang, einen Titel und persönliche Zeichen und Siegel und es gibt Dämonen aus allen möglichen Regionen der Erde, unter anderem alte semitische Götter werden aufgeführt. Es gibt Wesen aus vorchristlichen Religionen oder auch das ein oder andere, was einfach mal frei erfunden zu sein scheint, was wahrscheinlich prinzipiell für alle diese Wesenheiten gilt, aber so weit wollen wir jetzt mal gar nicht gehen.

Wieder mal, wie so oft, geht es übrigens nur um Typen. Das heißt, es gibt keine weiblichen Wesenheiten, was insofern überrascht, weil ja oft die Frau als Inbegriff des Bösen beschrieben wird und man vermuten möchte, dass Dämonen ja dann auch vielleicht Frauen sein könnten. Passt aber vermutlich nicht ganz zu der Idee, dass diese besagten Dämonen irgendwie adelige, hochrangige Dämonen sein sollten und natürlich adelig und hochrangig, also machtausübend wiederum nicht mit Frauen zusammen passt in der damaligen Zeit. Aber ich spekuliere jetzt hier einfach nur rum.

Einigermaßen populär war das Werk für kurze Zeit als der bekannte, selbsternannte Magier Aleister Crowley, bekannt durch das Crowley Tarot zum Beispiel, also ein Set von Tarotkarten, das er gestaltet hat, 1904 als überarbeitete englische Ausgabe neu herausgegeben wurde. Deswegen werde ich nachher auch mal gucken, was es denn wirklich für Ausgaben von diesem Buch gibt, denn Aleister Crowley hat zumindest mal mit dem Tarot bewiesen, dass er ein Händchen für Illustrationen und faszinierende Symbolik hat. Vielleicht gibt es ja ähnlich gestaltete Bücher.

Die Namen der Dämonen jedenfalls lesen sich, wie der Cast eines modernen, trashigen Hollywood Horrorstreifens. Da sind Bael, Agares, Vassago, Gamigin, Marbas, Beleth, Leraje, Eligos, lauter klangvolle mächtigklingende Namen und je nachdem wen man erwischt, sind das dann Fürsten, Großherzöge und oft eben Befehlshaber, irgendwelche wie auch immer gearteter höllischer Legionen. Etwa Dantalion, ein Großherzog der Hölle, der 36 Legionen Dämonen unter seinem Kommando hat und Künste und Wissenschaften lehrt.

Überhaupt gibt es so einige Dämonen, die als Lehrer zu agieren scheinen. Allocer zum Beispiel ist auch ein Großherzog, hat auch 36 Legionen, diesmal infernalische Wesenheiten und der lehrt die Geheimnisse der Astronomie und allgemeine Wissenschaften und freien Künste. Er tritt mit löwenartigen Gesichtszügen und glühenden Augen auf, okay.

Körperlich gibt es natürlich auch alle möglichen Darstellungsformen, also beispielsweise Furfur, der als eine Art Hirsch mit Engelsflügeln dargestellt wird. Oder Malfas, der in Krähengestalt unterwegs ist und die Gedanken seiner Gegner lesen kann. Und würde ich einen Dämonen beschwören, der Andrealphus heißt und als lärmbringender Pfau auftritt, damit er mir Wissen über Geometrie, Messtechnik und Astronomie vermittelt – ich könnte mir nichts besseres vorstellen.

Wie dem auch sei. Dämonen werde ich mir jetzt keine beschwören. Das Buch – mal gucken, ob ich eine schöne Ausgabe irgendwo finde, aus purer Neugierde. Und sollte es darin weitere Zahlen geben, dann wird das ja vielleicht noch mal Material für einen weiteren Anerzähler, wer weiß?

Bis bald.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: