93 – Sahara


Die Sahara ist uns allen ein Begriff und wir denken an ein endloses Sandmeer, das schon immer da war. Doch die Sahara war vor gar nicht so langer Zeit grün und Sand ist auch nicht überall…

Wird die Sahara wieder grün? (Frage-Antwort auf N-TV)
Wikipedia: Die Sahara
Wikipedia: Timbuktu

Bild: https://en.wikipedia.org/wiki/Sahara#/media/File:Libya_5391_Ubari_Lakes_Luca_Galuzzi_2007.jpg

 

#093 – Sahara

Wenn wir das Wort Sahara hören, denken wir an endlose Sanddünen; ein Meer aus Sand bis zum Horizont. Und wir denken an Afrika und wir denken an Karawanen und Kamele und Hitze und viele von diesen Annahmen sind nur teilweise richtig.

Fangen wir mal an mit so ein paar Fast Facts: Die Sahara ist etwa 9 Millionen Quadratkilometer groß und im Norden Afrikas. Was sind 9 Millionen Quadratkilometer? – Das ist ungefähr die Fläche der gesamten USA oder 26 mal die Fläche Deutschlands. Und die Sahara besteht eben nicht nur aus Sand. Größtenteils ist sie eine Stein-, Fels- und Geröllwüste. Es gibt auch endlosen Kies oder einfach nur irgendwelche Steinlandschaften und nur ein Teil der Sahara, nämlich ungefähr 20% von ihr sind eine Sandwüste. Immer noch groß genug und beeindruckend genug.

Der Name Sahara kommt aus dem Arabischen und leitet sich von dem Wort für Wüste “Sahra” ab. Die Mehrzahl von Wüste, also Wüsten, ist “Sahara”. Ich habe das jetzt auch nicht korrekt ausgesprochen, denn im Seminitischen gibt es ein spezielles S und ein spezielles H, das für uns Europäer nur sehr schwer auszusprechen ist und deswegen einfach verschwindet, wenn wir selber Sahara sagen.

Die Region in der die Sahara liegt ist schon sehr lange, nämlich ungefähr 7 Millionen Jahre lang, Wüstengebiet. Das liegt an den dort herrschenden Luftströmungen und Klimabedingungen. Aber: Die Sahara ist nicht durchgehend und immer Wüste. Es gab immer wieder Perioden, in denen die Wüste Sahara begrünt und bewachsen war und Menschen dort lebten. So kann man mitten in der Wüste durchaus auch Höhlenmalereien finden.

Und die ausgetrockneten Flussbetten geben ein Zeugnis davon ab, dass hier Gewässer durchgelaufen sind. Reste dieses Wassers findet man immer noch im Grundwasser unter Ägypten und Lybien. Das ist nämlich bis zu eine Millionen Jahre alt. Das fließt durch ein unterirdisches System, das man Nubien nennt, mit einer Geschwindigkeit von ungefähr ein bis zwei Metern pro Jahr nordwärts – also von der Wüste weg.

Die Sahara ist in den Sommermonaten extrem heiß. Da kann es bis zu 60 Grad heiß werden. Und nachts fällt die Temperatur um bis zu 30 Grad. Das heißt, dann hat es ganz schlagartig “nur noch” 30 Grad Celsius. Im Winter geht das dann bis in den Minusbereich. Da kann es dann tagsüber 25 Grad warm sein und nachts auf Minus 10 Grad, inklusive Bodenfrost und wenn es eine Höhenlage ist, auch Schneefall, sinken.

Die Sahara selber wächst derzeit – also, dehnt sich aus. Und zwar überwiegend nach Süden. In den letzten 20 Jahren soll die Sahara ungefähr 100 Kilometer weiter gewachsen sein.

Es gibt ein paar Städte, die in der Sahara liegen, aber überwiegend entweder in großen Oasen oder eben in den Randgebieten der Sahara sind und für die das natürlich ein Problem darstellt. Ein Beispiel für so eine Stadt, sowohl was die Lage als auch was das Problem angeht, ist Timbuktu. Timbuktu ist ja im deutschen Sprachgebrauch ein Synonym für janz weit draußen, irgendwo, keine Ahnung wo, weit, weit weg und Du als Hörer dieses Podcasts weißt jetzt zumindest, dass es in der südlichen Saharagegend liegt.

Wie kam ich jetzt nun ausgerechnet auf die Sahara als Thema? Das war ganz einfach. Und zwar stolperte ich über Frage 93, einer interessanten Artikelreihe auf ntv.de. Da stellte nämlich am 10. November 2009 Julius P. aus Stuttgart die Frage: Wird die Sahara wieder grün? Er fragte, weil vor 5.000 bis 9.000 Jahren war die Sahara grün und es war wärmer als heute. Und der Umkehrschluss scheint ja denkbar. Wenn wir jetzt Klimaerwärmung haben, vielleicht gilt das dann auch wieder für die Sahara als eine Umkehrung des dort herrschenden Wetters.

Die Antwort kann man in dem Artikel nachlesen; die heißt aber grob zusammengefasst: Keine Ahnung, aber wahrscheinlich ist es net. Und selbst wenn der Klimawandel plötzlich die Sahara begrünen würde, wäre das längst noch nicht für sich genommen eine gute Nachricht. Auch das steht so in dem Artikel.  

Tja, ist halt alles immer irgendwie nicht so einfach.  

Bis bald.

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