97 – Real Life Superheroes


Superhelden ohne Superkräfte? Eigentlich schließt sich das ja gegenseitig aus aber unsere Superhelden-Comics sind voll von ihnen. Bat Man führt diese Kategorie prominent an, aber ohne Probleme lassen sich 20 oder mehr andere Beispiele finden. Da fragt man sich warum es eigentlich keine echten Exemplare dieser Gattung gibt… Wie? Gibt es? Klar, es gibt einfach nichts, das es nicht gibt 🙂

Beispiele für fiktive (Super-)Helden ohne Superkräfte:

  • Bat Man
  • Robin
  • Bat Girl
  • Bat Women
  • The arrow
  • Dare Devil – verstärkte Sinne
  • Zorro
  • Flash Gordon
  • Iron Man
  • James Rhodes / war machine
  • Black Widow
  • Elektra
  • Hawkeye
  • Mockingbird (Frau von Hawkeye)
  • The Punisher

Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Super_Barrio_290706.jpg

 

#097 – Real Life Superheroes

Heute fange ich mal mit einer Frage an Dich an: Was haben Batman, The Arrow, Iron Man und Zorro gemeinsam?

Ich will Dich gar nicht zu lange auf die Folter spannen. Sie haben gemeinsam, dass wir sie als Superhelden wahrnehmen. Das heißt, sie tauchen oft in diesen Marvel oder DC Comic Superhelden Universen auf. Alle sind mehr oder weniger kostümiert und alle bekämpfen irgendwelche Schurken, das Böse oder wehren ganz allgemein irgendwelche Gefahren ab.

Und dann, ja, obwohl wir sie irgendwie in diesem Superhelden-Kontext wahrnehmen, gibt es noch eine Gemeinsamkeit: Sie sind nämlich alle keine Superhelden. Das sind ganz normale Menschen in einem Superhelden Kostüm. Manche haben vielleicht besonders antrainierte Fähigkeiten, aber fliegen, Laserstrahlen mit den Augen verschießen, Superkraft, Wände hochlaufen ist alles außer Reichweite. Die müssen sich ggf. mit Technik helfen.

So halte ich ja nach wie vor Iron Man für den coolsten Superhelden ever und würde unglaublich gerne einen Iron Man Anzug besitzen. Ich würde den ganzen Tag damit rumfliegen, glaube ich.

Und es gibt gar nicht mal so wenig von diesen Helden ohne Superkräfte. Alleine im Batman Universum fällt einem Batman, Robin, Batgirl und Batwoman ein. Und jawoll: Batgirl und Batwoman sind zwei verschiedene Personen. Die sind miteinander verwandt, aber nicht dieselbe.

Dann gibt es natürlich The Arrow, vielleicht bekannt aus der TV-Serie The Arrow. Interessant, dass im eigentlichen Comic The Arrow eigentlich mehr wie eine Art Robin Hood aussieht. Der ist auch so hellgrün gekleidet, hat einen gelben Bart und ist ganz allgemein eine sehr seltsame Gestalt. In der Serie ist das alles deutlich dunkler und deutlich spannungsgeladener. Die einzige Fähigkeit von The Arrow, neben sehr trainiert zu sein und damit schnell und kräftig, ist, dass er sehr, sehr präzise mit Pfeil und Bogen umgehen kann.

Damit ist er aber auch nicht der Einzige. Mit Hawkeye, einem der Avangers, haben wir gleich noch einen anderen Held, der auch keine Superkräfte hat und auch sehr gut mit Pfeil und Bogen umgeht.

Wen haben wir denn noch? – Dare Devil. Kennst Du vielleicht? Das ist dieser blinde Superheld, der in einem roten Outfit unterwegs ist. Dare Devil wurde von einem Ninja-Meister zum Kämpfer ausgebildet und das Einzige was er hat ist, er hat erhöhte Wahrnehmung. Das heißt, sein Gehör, sein Tastsinn ist speziell ausgebildet und er nimmt mehr von seiner Umgebung wahr. Das war’s aber schon.

Zorro und Flash Gordon habe ich ja schon erwähnt. Was ganz witzig war: Iron Man, da gibt es nicht nur einen. Es gibt noch einen zweiten, nämlich War Machine. Der bürgerliche Name ist James Rhodes und James Rhodes ist eine Figur aus dem Iron Man Umfeld und der hat auch einen Anzug wie Iron Man, nur eben in einer anderen Farbe und er hat ihn auch wirklich von Tony Stark, also dem Mann, der den Iron Man Anzug pflegt, irgendwann mal überreicht bekommen und kann damit selber durch die Gegend fliegen.

Habe ich schon erwähnt, dass ich gerne auch so einen Anzug haben wollen würde?

Dann hätte ich noch Black Widow im Angebot. Eigentlich mal eine Auftragskillerin und Spionin. Sie kann nix besonderes, außer besonders gut auftragskillern und spionieren.

Dann hätten wir noch Elektra, die, anders als der Name nahelegt, wirklich auch keine sonderlichen Fähigkeiten hat. Oder auch the Punisher, einem normalen Menschen, der irgendwann beschlossen hat, das Recht und Gesetz in die eigenen Hände zu nehmen.

Und das ist der rote Faden in all diesen Geschichten. Wir reden nämlich hier von sogenannten Vigilantes oder Gesetzlosen, die einfach mal selber das Gesetz in die Hand nehmen und vermeintliches Unrecht aus der Welt schaffen oder Straftäter jagen und dergleichen mehr. Und sich damit über Recht und Gesetz; über die Polizei; über den Staat stellen. Weil das für sich natürlich auch wieder illegal und verboten ist und mit Verfolgung geahndet wird, müssen die maskiert durch die Gegend laufen. Und so haben wir den Bogen gespannt zu den Superhelden, die ja auch meistens eine geheime Identität haben und in ihrer Maske dann ihre guten Taten vollbringen.

Wenn man sich jetzt also die Comics von The Arrow und Batman durchliest oder die anderen Figuren, die ich aufgezählt habe, könnte man ja auf die Idee kommen: Alles was notwendig ist, um ein Superheld zu sein ist, viel Sport machen, Kampfkunst – Schwerter kommen immer cool, Pfeil und Bogen funktioniert klasse und wenn man zufällig einen Ninja-Meister kennt, der einen ausbilden kann: Bombe. Und dann, ja dann, albernes Outfit angeworfen, raus und los geht’s mit den guten Taten.

Wenn Du dann auch noch zufällig Milliardär bist, dann kannst Du Dir natürlich auch noch ein tolles Batmobil machen lassen und fancy Pfeile usw., aber das ist eigentlich alles zweitrangig. Was wichtig ist, ist ein cooler Body, cooles Outfit und los.

Und weil es auf dieser Welt keine wirklich guten Ideen gibt, die nicht schon mal irgendjemand vor einem gehabt hat, hatte auch diese Idee schon mal jemand. Da sind wir auch beim ersten dokumentierten Fall eines sogenannten Real Life Superheroes. Zum Beispiel den angeblich ‘97 zum ersten Mal offiziell beschriebenen mexikanischen Helden Super Mario. Der trägt rote Stretch-Hosen und eine gelbe Wrestler Maske und läuft durch Mexico City, um die Community vor dem Bösen zu beschützen.

Und Super Mario ist nicht allein – ohhh nein! In Australien gibt es Captain Australia, der fast so aussieht, als wäre er Captain America, aber natürlich hat er ein anderes Schild – klar.

In Süd-London gibt es einen Mann namens Bromley Batman, der dort verschiedene Menschen schon vor Gangs und Räubern geschützt haben soll. Die mit Abstand größte Real Life Superheroe Community – und warum wundert mich das jetzt hier nicht – gibt es in den Vereinigten Staaten. Das reicht von bizarren Comedy-Figuren bis hin zu Figuren, die es wirklich richtig ernst meinen. Die Mehrheit dieser Real Life Superheroes ist allerdings eher entspannt unterwegs; geben Essen an Obdachlose aus oder wollen auf ein spezielles Thema hinweisen und aufrütteln. Sie sind also mehr Promotion als richtiger Superheld.

Und wenn diese Superhelden dann eben doch eingreifen und versuchen selber Kriminellen das Handwerk zu legen, dann ist die Polizei meistens not amused. Denn man bringt sich natürlich auch in Gefahr mit solchen Aktionen und manchmal kommen sich die verschiedenen Gruppen auch aktiv in die Quere, was dann dazu führt, dass die Polizei gezielt solche Aktivisten festnimmt oder auch zum Demaskieren zwingt.

All das hält unsere tapferen Superhelden aber nicht davon ab, für Recht, Gesetz und Gerechtigkeit auf der Straße zu sorgen. Und deswegen gibt es zum Beispiel auch eine offizielle Konferenz, nämlich eine jährliche Versammlung von Real Life Superheroes in den Vereinigten Staaten auf dem Times Square namens Superheros Anonymous.

Und wenn ich mir das so überlege: Ich bin ja der Meinung, nachdem ich ja hier in Frankfurt lebe, was ja oft mal gerne als Mainhatten bezeichnet wird, ich finde hier braucht es auch so einen Superhelden. Freiwillige vor! Einen Bogenschießverein gibt es hier; Kampfsportarten kann man lernen; alles was es braucht ist jemanden, dem irgendwelche eng anliegenden Latex-Klamotten nicht zu peinlich sind und der dann gewillt ist, das Verbrechen in den Straßen von Frankfurt erbarmungslos niederzukämpfen.

Bis bald.

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