152 – Alois Alzheimer


Alois Alzheimer war der erste, der die heute nach ihm benannte Alzheimer Demenz im Detail beschrieb. Eine Patientin war in relativ jungem Alter verwirrt in seine Obhut gegeben worden und er zeichnete nicht nur ihre Symptome auf sondern analysierte auch nach ihrem Tod die Veränderungen in ihrem Gehirn…

http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/wechselwirkungen-entweder-krebs-oder-alzheimer-11713371.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Alois_Alzheimer
https://de.wikipedia.org/wiki/Alzheimer-Krankheit
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/todesursachen-in-deutschland-psychische-erkrankungen-haeufiger-genannt-a-1005358.html

Bild: uncredited – http://neurophilosophy.wordpress.com/2006/11/03/100-years-of-alzheimers-disease/, Gemeinfrei,https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11653065

 

 

#152 – Alois Alzheimer

Die Auswahl kann ja schonmal deprimieren. Entweder wir haben irgendwann mal Herzinfarkt, Hirnschlag oder irgendwas in der Art oder wir werden vom Krebs dahingerafft oder die dritte große Option: Es ist die Demenz, die uns das Leben kostet. Von den drei Option finde ich am gruseligsten die Aussicht auf die Demenz. Das obwohl, obwohl das wohl die angenehmste sein dürfte, denn man verliert sich selber und bekommt irgendwann ja gar nicht mehr so mit, was um einen herum passiert.

Auch ist es so, dass moderne Betreuung und Medikamente da einiges an den Symptomen machen können und dämpfen können und wenn man in fachkundigen Händen ist, die ganzen Nebeneffekte, wie Unfälle, die einem passieren oder Konflikte, die mit der Umgebung entstehen unter Umständen besser in den Griff zu bekommen sind.

Die mit Abstand häufigste Variante der Demenz, nämlich irgendwas um die 60% stellt die sogenannte Alzheimer’sche Krankheit und die ist wie so oft benannt nach dem Mann, der sie als erster beschrieben hat und somit als ihr Entdecker gilt – Alois Alzheimer. Geboren ist er 1864 in Bayern und studierte Medizin an der Universität Würzburg und der Universität Thübingen. Seine Dissertation hatte ein ganz großartiges Thema, nämlich es ging um die Funktion der Ohrenschmalzdrüsen. Die schloss er mit der Note Sehr gut ab und bewarb sich dann 1888 als Assistenzarzt bei der von dem Psychiater Heinrich Hoffmann gegründeten Städtischen Anstalt für Irre und Epileptische in Frankfurt. Das deutet auch schon einmal darauf hin, in welcher Kategorie Demenzerkrankungen damals geführt wurden. Man sprach halt einfach von Irren und im Allgemeinen waren die dann auch in irgendeiner Form weggesperrt und angebunden, mit Zwangsjacken fixiert etc. Es war ziemlich sicher kein Spaß damals in einer psychiatrischen Klinik untergebracht zu sein.

Das änderte sich aber in der Zeit Alzheimers, denn zusammen mit zwei weiteren Ärzten und dem Oberarzt führte der eine Behandlungsmethode ein, die als “Non-restrained” bezeichnet wurde, wo es eben genau darum ging, Zwangsjacken, Zwangsfütterung und andere Zwänge komplett abzuschaffen und Behandlungen zu finden, in denen die Patienten an ihrer Aggression gehindert wurden, indem sie eben sehr gezielt beruhigt wurden oder verschiedene Konflikte einfach von vorneherein vermieden wurden.

Es war 1901 in Frankfurt jedenfalls, als Alzheimer zum ersten Mal der Patientin begegnete, die ihn später zum Namensgeber der Alzheimer Krankheit machen sollte. Auguste Deter hieß die Gute und sie war von ihrem Mann in die Klinik gebracht worden, weil sie sich innerhalb eines Jahres radikal verändert hatte. Sie konnte einfachste Sachen nicht mehr alleine erledigen; sie war eifersüchtig geworden; sie versteckte Gegenstände; fühlte sich verfolgt und war aufdringlich gegenüber der Nachbarschaft.

1996 tauchte im Archiv der psychiatrischen Klinik in Frankfurt das Protokoll der allerersten Gespräche, die Alzheimer mit der Patientin geführt hatte, auf und wenn man die überfliegt, wird wirklich klar, wie verwirrt und wie fortgeschritten dement die Frau schon gewesen sein musste. Das Besondere an ihr und auch das, was Alzheimer so faszinierte war, sie war verhältnismäßig jung. Die meisten Demenzerkrankungen tauchen ja dann doch eher in höherem Alter auf. In ihrem Fall war das Alter 51 Jahre und eine so fortgeschrittene Demenz im Alter von 51 war dann doch ungewöhnlich.

Nach dem Tod der Patientin ließ sich Alzheimer ihr Gehirn schicken und ihre Krankenakte. Die Patientin war an Blutvergiftung gestorben infolge von Wundliegen – auch sowas, was heute wahrscheinlich nicht mehr passiert wäre – und das Gehirn war schon sehr auffällig verändert. Bei Alzheimer ist es nämlich so, dass sich im Gehirn Ablagerungen bilden, infolgedessen sich die Hirnmasse zurückbildet. Man spricht da auch von einer Hirnatrophie. Das heißt, da sind buchstäblich immer weniger Neuronen vorhanden, was natürlich auch erklärt, warum die Patienten immer vergesslicher werden und auch immer mehr Probleme haben, sich im Alltag zurecht zu finden.

Was die Krankheit im Endeffekt auslöst, weiß man bis heute nicht so genau. Aber viele der Dinge, die allgemein Zivilisationskrankheiten verzögern oder verhindern können, scheinen auch bei Alzheimer zu funktionieren. Es macht also Sinn sich gesund zu ernähren und viel zu bewegen – in jedem Fall. Es ist wohl auch so, dass bei Alzheimererkrankung oder Demenzen allgemein, Menschen mit einem hohen Bildungsgrad im Vorteil sind oder vielleicht ist es auch weniger der Bildungsgrad, als das konstante Lernen. Es ist jedenfalls so, dass Menschen, die ihr Gehirn viel benutzen, etwa indem sie viel lesen, neue Reize entgegennehmen, studieren, etc. einen langsameren Verlauf haben können.

 

Ach und Cannabis soll sich auch positiv auf den Verlauf der Krankheit auswirken. Also, wenn schon Alzheimer, dann wenigstens breit.

Bis bald.

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