Der Gore Standard EN343


Themenpate: @zmahlzeit

Es gibt für alles einen Standard, natürlich auch für Regenschutzkleidung. Der Standard EN343 definiert genau was Kleidung aushalten muss um als Regenschutz verwendet zu werden…

  • http://www.gore-workwear.de/cms-images/746/827/en343_dt.pdf
  • http://www.mascot.de/de/Produkte/Schutzkleidung/Zertifizierungen/en-343

 

Bild: By Stougard – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5705361

 

 

#343 – Der Gore Standard EN343

Es gibt ja Dinge, die meine Umwelt beschäftigen, die mir schon immer mehr oder weniger egal waren. Dazu gehört zum Beispiel das Wetter. Alle scheinen besessen davon zu sein, ob es jetzt gerade schönes Wetter oder bewölkt oder Sturm oder Regen oder Schnee hat, ist ein wichtiges Thema. Sobald ich aber entschieden habe, ob ich eine Jacke brauche oder nicht, ist es mir auch schon wieder egal.

Ich gehöre auch zu den Leuten, die Regenschutz beim aus dem Haus gehen für grandios überbewertet und dann auch lästig halten. So ein Regenschirm – es gibt nichts Nervigeres als so ein Ding mit sich rumschleppen zu müssen, nur weil man mal 10 Minuten nicht durch den Regen laufen wollte.

Aber egal: Der Themenanker von heute ist mal wieder ein @zmahlzeit – Thema. Denn @zmahlzeit hat ausgegraben, dass es einen Standard für Regenschutzkleidung im Arbeitsumfeld gibt, der da die Nummer EN343 trägt. Und da drin ist geregelt, wie denn Kleidung beschaffen sein muss, die gleichzeitig atmungsaktiv und regenschützend ist. Die dafür gedacht ist, eben von Menschen, die im Freien arbeiten müssen, als Schutzkleidung getragen zu werden.

Ja, und dann bin ich da mit vollem Elan an das Thema herangegangen und wollte mich mit den Hintergründen darum beschäftigen. Was muss denn so ein Stück Kleidung können? Was genau ist denn bitteschön Regenschutz und wie genau wird denn die Atmungsaktivität definiert? Und dann bin ich auf YouTube gesurft und auf YouTube habe ich dann das hier gefunden:

[Auszug aus YouTube Video, s. Shownotes]

Oh je, oh je, gerade so nochmal bin ich davon gekommen. Um ein Haar wäre ich von der YouTube-Falle wieder eingesaugt worden. Was ich jetzt hier gerade angespielt habe, ist ein ein Stunden andauerndes Video – naja Video, es ist ein Foto zu sehen; da bewegt sich nix – in dem nichts anderes läuft, als das Geräusch, das Regen auf einem Zeltdach macht. Das gibt’s zum Beispiel auch in dieser Variante:

[Auszug aus YouTube Video, s. Shownotes]

Mal ganz ehrlich? Das ist doch hypnotischm oder? Da kann ich gar nicht anders, als stundenlang zuzuhören. In dem Fall ist es ein Video mit 2:22 Stunden. Gedacht zum Beispiel zum Einschlafen. Für mich ist dieses Video in einer Reihe mit einer ganzen Serie von Videos, denen ich in letzter Zeit begegnet bin, in denen seltsam befriedigende, sinnlose Dinge abgespielt werden. Such einfach mal auf YouTube nach “Oddly Satisfying” und schau Dir die Videos an, die Du da findest: Stundenlanges Anstarren von in einem Eimer zusammenlaufender Farbe oder Drehbänken oder zu Musik rollenden Kugeln usw. Da kann man Stunden mit verbringen. Oder eben dasitzen und 2:20 Stunden einem tropischen Regenfall zuhören.

Aber eigentlich sind wir ja von einem viel ernsteren Thema gekommen, nämlich von der Europäischen Norm 343 und die bezieht sich natürlich nicht nur darauf, wie denn Wasserdichte und Wasserschutz definiert ist, sondern auch mit den Schutzverfahren, nach denen eben vorgegangen werden muss. Wie findet man denn nun heraus, ob die Kleidung den Anforderungen genügt? Und die muss eben wasserdampfdurchlässig sein, aber Wasserdicht. Das heißt, Tropfen von der einen Seite müssen abgehalten werden, aufsteigender Dampf von der anderen Seite, wie zum Beispiel von Schweiß, der muss nach draußen entweichen dürfen. Dafür gibt es Testverfahren und die testen dann auch noch gleich mit, wie reißfest oder allgemein widerstandsfähig Kleidung ist, um eben dieser EN343 entsprechen zu dürfen.

Unterschieden wird zwischen vorbehandeltem und unbehandeltem Material. Vorbehandeltes Material wird sozusagen nach Norm gewaschen, wobei es dann geknickt, gescheuert und gedreht wird und mit ganz bestimmten chemischen Reinigungsmittel  versetzt. Alles natürlich genau vorgegeben. Und sowohl beim unbehandelten als auch beim behandelten Material wird dann gemessen, wie wasserdicht es ist. Das wird mit einer Wassersäule festgestellt bzw. mit dem Druck einer Wassersäule.

Es wird also Wasser mit einem entsprechenden Druck auf das Material gebracht. Und die theoretische Wassersäule der dieses Material dann standhält, gibt darüber Auskunft in welcher Materialklasse wir sind. Und eigentlich wird da in Pascal gerechnet. 1000 Pascal sind in etwa 10 Zentimeter Wassersäule und das entspricht ungefähr 0,1 Bar. Wenn unser Material 8000 Pascal, also 80 Zentimeter Wassersäule aushält, dann gehört es in die Klasse 1. Wenn es mehr als 80, aber weniger als 130 Zentimeter aushält, dann sind wir in der Klasse 2 und alles was über 130 Zentimeter Wassersäule aushält, da haben wir es dann mit Klasse 3 zu tun.

Und die Firma Gore, die verdient sich eine goldene Nase damit, dass sie diese ganzen verschiedenen Schutzklassen virtuos bedienen kann.

Bis bald.

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