Drei – Märchen, Mythen, Sensationen


Die drei ist vielen eine magische Zahl. In Mathematik, Philosophie, Mystik, Religion und eben auch in Folklore kommt ihr eine tiefe Bedeutung zu. In dieser Episode sprechen wir einige Beispiele an…

 

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#003 – Märchen, Mythen, Sensationen

Ist es eigentlich ironisch, wenn man in einem Podcast über Zahlen speziell in Episode drei anfängt mit: Hoffentlich sind alle guten Dinge drei, weil ich es jetzt gerade auch schon zum dritten Mal aufnehme?

Die meisten Dinge lassen sich in drei Schritte zerlegen. Ein Anfang, ein Mittelteil, ein Schluss. Wir werden geboren, wir leben, wir sterben. Dinge werden aufgebaut, erhalten, zerstört. Wir haben eine Vergangenheit, eine Gegenwart, eine Zukunft. Auch beim Podcast: Anfang, Mittelteil, Schluss.

Es ist mathematisch gesehen eigentlich eine nicht so bedeutsame Zahl. Es ist eine Primzahl; die kleinste Ungerade; das ist die Anzahl Ecken in der einfachsten geometrischen Figur, nämlich dem Dreiecke; das ist die erste Ziffer der Kreiszahl Pi und ungefähr da endet dann das spektakuläre Potenzial der Zahl drei für Mathematiker.

Aber in Religion… meine Herren! Also, wenn man sich damit beschäftigt… unglaublich! Wir haben zum Beispiel die Dreifaltigkeit im Christentum; wir haben drei heilige Könige; Jesus ist am dritten Tage auferstanden. Und das haben wir natürlich alles, weil das Christentum ja eigentlich keine eher jüngere Religion ist, nicht selbst erfunden, sondern das haben wir von älteren Religionen – sagen wir mal – inspiriert übernommen.

Da hätten wir zum Beispiel die drei Hauptgötter der griechischen Mythologie: Zeus, Poseidon und Hades. Oder die drei Hauptgötter der ägyptischen Mythologie: Isis, Osiris und Horus. Die Hinduisten haben Brama, Vishnu und Shiva und so weiter und so weiter und so weiter.

Was meine komplette Familie sofort im Sinn hatte, als ich gesagt hatte, jetzt nehme ich die Episode über die Drei auf, waren Märchen. Und… ja… klar… logisch! Man hat immer drei Wünsche; es sind drei Prüfungen; es sind drei Brüder, die unterwegs sind und das kommt natürlich daher, weil Märchen in aller Regel sich die Dinge greifen für ihre Symbolik, die in unserer Welt in irgendeiner Form bedeutsam zu sein scheinen und das dann für Muster verwenden, die wir immer wieder erkennen. Die drei Brüder beispielsweise, die drei Prüfungen zu bestehen haben, sind selten gleichberechtigt, sondern da ist immer ein Bruder der jünger ist und im Laufe des Märchens reift, bis er die anderen zwei übertrumpfen kann. Oder es sind drei Prüfungen, die einen ganz, ganz besonders großartigen Preis möglich machen und so weiter.

Übrigens der Gipfel der Dreierschachtelung ist da meiner Meinung nach das Märchen “Der Teufel mit den drei goldenen Haaren”. Das fängt damit an, dass der Held des Märchens gleich dreimal umgebracht werden soll. Der König versucht ihn nämlich erstmal zu ertränken, dann ermorden zu lassen und als das beides nicht funktioniert, schickt er ihn los, um eine unmögliche Prüfung zu bestehen, nämlich dem Teufel drei goldene Haare auszureißen. Na?? Knock, knock? Nicht eins, nicht zwei, nein drei Strähnchen soll er bringen. Und auf dem Weg zum Teufel werden ihm dann drei scheinbar unlösbare Rätsel gestellt, die er natürlich, selbstverständlich alle besteht und diese ganzen Abenteuer dazu nutzen kann, irgendwann mit seinen drei Haaren zurückzukommen und dann über den bösen König zu siegen.

Bei all diesen Märchen gibt es ja diese eine Kategorie Märchen, wo irgendein verzaubertes Wesen auftaucht. Eine Fee, ein Geist, Rumpelstielzchen, wer auch immer, und drei Wünsche gibt. Was ich mich da immer gefragt habe ist, warum der Held dieser Geschichte eigentlich nie das Hirn zusammenbringt, die eine sinnvolle Antwort zu geben: “Ich wünsche mir unendlich viele Wünsche” und danach kann man es weiter ausdehnen. Dann hat man erstmal Friede auf Erden, Ende des Hungers und Unsterblichkeit bei endloser Verfügbarkeit von Lebensmittel, Platz und Ressourcen. Haken wir mal alle ab und wenden uns dann dem individuellen Spaß zu und in nicht einem Märchen versucht das jemand.

Das wäre natürlich auch irgendwie so der Cop-Out gewesen, aber egal! Ich habe es mich immer gefragt.

Übrigens gibt es, um das Maß auch vollständig voll zu machen, auch laut Epikur drei verschieden Arten von Wünschen, nämlich natürlich und notwendige Wünsche; natürlich und nicht notwendige Wünsche; nicht natürliche und nicht notwendige Wünsche. Jetzt weiß ich gar nicht: Wenn ich drei Wünsche bekomme und mir eine Wunsch Flatrate wünsche, in welche Kategorie das gehört. Hm. Naja. Also wahrscheinlich ein nicht notwendiger und nicht natürlicher Wunsche.

Bis morgen!

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