Dreißig – Militärische Kissenschlachten


Kissenschlachten scheinen ja zunächst harmlos, aber weit gefehlt! Es gibt Weltmeisterschaften, napoleonische Schlachten wurden schon damit nachgestellt und kürzlich erst gab es 30 verletzte bei einer der traditionsreichsten Kissenschlacht Amerikas…

http://www.usatoday.com/story/news/nation-now/2015/09/05/bloody-pillow-fight-west-point-military-cadets-injured/71766336/
https://en.wikipedia.org/wiki/30_(number)

Musik: https://www.youtube.com/watch?v=t2Aq-qqwHd0
Bild: https://de.wikipedia.org/wiki/Kissen#Sonstiges

 

#030 – Dreißig Militärische Kissenschlachten

Also, hätte ich heute Lust gehabt schon wieder über Religion zu reden, dann hätte ich vielleicht erwähnt, dass Jesus 30 war, als er getauft wurde und das Judas Ischariot 30 Schekel bekommen hat dafür, dass er Jesus verraten hat. Aber um Religion wird es heute nicht gehen.

Auch, dass die 30 eine sogenannte pyramidale Zahl ist. Hat man also zum Beispiel 30 Kugeln, dann kann man damit eine vierflächige Pyramide bauen. Schonmal nicht schlecht. Auch nicht näher angeschaut, aber kurz auf meinem Notizzettel hatte ich die sogenannte 30-Tage-Regel. Die beschäftigt sich nämlich damit, wie lange ein Verkehrstoter als Verkehrstoter in der Statistik auftaucht. Das heißt, wenn ich heute angefahren werde, aber erst nach 31 Tagen den Folgen meiner Verletzungen erliege, dann bin ich kein Verkehrstoter, sondern einfach jemand, der an einem Schädelhirntrauma verstorben ist. Und in diesen Momenten frage ich mich immer: Warum haben wir solche Regeln? Aber darum geht es auch heute nicht.

Vielmehr geht es mir heute um ein völlig anderes Thema. Nämlich um die sogenannte Kissenschlacht. Die Kissenschlaft ist eine scherzhafte Balgerei, wie mir Wikipedia verrät, bei der Kissen geworfen werden und mit Kissen auf den Gegner eingeschlagen wird. Kissenschlachten gibt es in allen Arten und Formen. Es gibt zum Beispiel auch den International Fight Day, wo jedes Jahr in ungefähr 100 Städten auf öffentlichen Plätzen, meist ungenehmigt große Menschenmengen anfangen mit Polstermöbel aufeinander einzuschlagen.

Es gab eine speziell erwähnte gigantische Kissenschlacht am 7. Juni 2006 in der 200 Teilnehmer die Schlacht bei Jena und Auerstedt auf historischem Boden nachgestellt haben, die dort vor genau 200 Jahren zu dem Zeitpunkt stattgefunden haben soll und die napoleonische Armee und die Preußen zusammenbrachte. Die Preußen wurden vernichtend geschlagen. Die Kissenschlacht war zu der Zeit choreographisch von Studenten der Bauhaus-Universität in Weimar vorbereitet worden. Klingt hier in Wikipedia fast wie eine Tanzvorstellung. Insgesamt soll es eineinhalb Stunden gedauert haben und ja… okay…

Es gibt übrigens eine Weltmeisterschaft. Es gibt für ALLES eine Weltmeisterschaft und die erste Polsterschlacht Weltmeisterin wurde 2011 die 24-jährige Studentin Gudrun Grondinger – Mitglied des Teams Punching Polsters der Austrian Pillow Fight League. Das ganze fand als Wettkampf in New York statt. Da hat sie sich gegen sieben Konkurrentinnen durchgesetzt.

Ich bin ja in einer großen amerikanischen Corporation angestellt. Und wenn man in so einem Arbeitsverhältnis ist, dann hat man immer mal wieder die Situation, dass man in so einem Teamkreis einen little known fact über sich erzählen muss. Und ich glaube Weltmeister in einer Kissenschlacht geworden zu sein, das macht mal ein wirklich cooles little known fact… aber egal!

Die Amerikaner scheinen öfter mal organisierte Kissenschlachten durchzuführen. Und so kommen wir nämlich auch zu dem Anlasse, warum ich gerade in dieser Folge über Kissenschlachten rede: Der Anlass war nämlich eine Meldung, die ich vor kurzem gelesen habe, wonach eine Kissenschlacht in den USA, nämlich bei der renommierten Militärakadamie Westpoint insgesamt 30 Verletzte produziert hat. Diese Kissenschlacht findet tatsächlich jedes Jahr statt. Es geht darum, die neuen Kadetten gewissermaßen einzuführen. Die neuen Kadetten werden auch aufgefordert Helme zu tragen, weil … naja, in einer Militärakademie sind Kissenschlachten auch kein Spaß.

Und tatsächlich wurden die Verletzungen – es gibt Bilder im Internet, die sehen dramatisch aus – dadurch verursacht, dass einige dieser Kissen eben nicht mit Federn, sondern mit harten, massiven Gegenständen geladen waren. Kissenschlachten sind eben kein Spaß. Man kann damit napoleonische Schlachten nachstellen. Man kann in Westpoint 30 Kadetten blutig schlagen.

Und manchmal würde ich mir wünschen, dass all die Kriege und Auseinandersetzungen, die wir so täglich in den Nachrichten sehen auch als Kissenschlachten ausgetragen würden. Wäre doch dann eine lustigere Welt in der wir leben, oder?

Bis bald.

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