Dreiundzwanzig – Überall, allgegenwärtig, vielseitig.


Primzahl, Hackerzahl, Romantitel… Die 23 ist ein Tausendsassa unter den Zahlen. Es ranken sich Mythen um sie und es gibt ein Phänomen, das 23 Enigma, bei dem Menschen davon überzeugt sind, dass sämtliche bedeutsamen Vorgänge in ihrer Umgebung mit der Zahl 23 in Zusammenhang stehen. Kein Wunder, dass auch der Diskordianismus (siehe Episode 5) die Zahl wichtig findet…

https://en.wikipedia.org/wiki/23_(number)

23 Chromosomes
Sum of 3 other consecutive primes (5,7,11)
The birthday paradox (mehr als 23 Leute im Raum = mehr als 50% Wahrscheinlichkeit, dass zwei am selben Tag Geburtstag haben.)

https://en.wikipedia.org/wiki/23_enigma

23, es ist nichts so wie es scheint (IMDB)

Confirmation Bias

Musik: Eurobeat Brony – Discord (The Living Tombstone’s Remix)
Bild: Wikipedia

 

#023 – Dreiundzwanzig – Überall, allgegenwärtig, vielseitig.

Es gibt ja Zahlen, die sind schwieriger als andere. Zumindest, wenn es darum geht spannende Themen für sie zu finden. Die 23 ist keine solche Zahl. Tatsächlich habe ich das Gefühl, mit der 23 alleine und den Themen, die sich dazu finden lassen, könnte ich einen vollständigen Podcast gestalten. Und sie hat eine ganz Reihe wirklich spannender Eigenschaften.

Zum Beispiel ist die 23 die Summe aus drei Primzahlen, nämlich der 5, der 7 und der 11 und die 23 ist natürlich selbst auch eine Primzahl. Die zwei Ziffern aus denen die 23 besteht, die 2 und die 3 sind ihres Zeichens auch Primzahlen und zählt man sie zusammen, ergibt sich die 5. Und die 5 wiederum ist … auch eine Primzahl. Es primzahlt also enorm in der 23.

Dadurch, dass die 2 und die 3 zusammen die 5 ergeben, ist sie natürlich selbstverständlich, wie soll es auch anders sein, auch Gegenstand der Principia Discordia – dem heiligen Text des Dikordianismus, der die 23 als eine der heiligen Zahlen der Eris, der Gottheit des Chaos und Diskords erwähnt. Da kann ich mir vorstellen, dass Du Dich jetzt folgendes fragst: Hä?! Diskordi… was?!

Keine Sorge, es gibt schon eine Episode dazu. Einfach mal die Episode 5 anhören. Die erklärt, worum es da geht.

Jedenfalls hat die 23 ein paar echt interessante Effekte. Zum Beispiel gibt es das sogenannte Birthdate Paradox oder Geburtstagsparadoxon. Das sagt: Wenn mehr als 23 Leute in einem Raum sind, steigt die Wahrscheinlichkeit auf mehr als 50%, dass zwei der Anwesenden an genau demselben Tag Geburtstag haben.

Die 23 war auch so günstig, mathematisch gesehen, dass sie die Breite der sogenannten Arecibo-Message angibt. Was ist die Arecibo-Message? Die Arecibo-Message ist eine Nachricht, die wir 1974 über das Arecibo Radio Teleskop in Puerto Rico ins Weltall geschickt haben. In dieser Nachricht codieren wir alle möglichen interessanten Informationen mit der Idee, dass eventuell irgendwann eine außerirdische Intelligenz diese Nachricht empfängt, decodiert und dann endlich weiß, wo die nächste Invasion denn nun anzusetzen ist.

Vielleicht ist ja die 23 aber auch schon mehrere Male als obskure Referenz im Hackerumfeld aufgefallen. Also im CCC-Umfeld, im Internet, wenn man entsprechende Pamphlete liest usw.

Das kommt tatsächlich überwiegend von einem Film, einem deutschen Film aus dem Jahr 1998. Der Film trägt den Titel “23 – Nichts ist so, wie es scheint” und in diesem Film wird die auf wahrer Begebenheit basierende Geschichte eines KGB Hacks erzählt. Der Hauptdarstellter, naja… der hält die 23 für eine Art magische Schicksalszahl.

Und jetzt wird es noch ein bisschen obskurer. Dieser Fimmel rund um die Zahl 23 trägt einen Namen. Und zwar nennt man ihn 23 Enigma und dieser Begriff beschreibt den Glauben daran, dass die meisten Vorfälle, Ereignisse und Unfälle in irgendeiner Form auf die Zahl 23 bezogen werden kann. Die 23 ist so spannend, dass sie in einer ganzen Reihe unterschiedlicher Geschichten auftaucht.

Sehr bekannt ist darin Robert Shea’s Illuminatus Trilogie. Na? Kennst Du den Begriff Illuminatus. Ja, die Illuminati hinterlassen natürlich auch gerne die 23 als Spuren ihres Schaffens. In dem besagten Film “23 – Es ist nichts, wie es scheint” ist es tatsächlich so, dass der Protagonist überall die 23 und Zeichen des Wirkens einer globalen Verschwörung zu erkennen glaubt.

Psychologisch lässt sich das übrigens auch erklären. Als Folge von selektiver Wahrnehmung und Confirmation Bios, also der Tendenz dazu, seine eigenen Ansichten zu bestätigen. Wir Menschen sind da verdammt gut darin, unsere eigene Wahrnehmung zu verzerren. Schönes Beispiel: Angenommen wir wollen ein neues Auto kaufen und rote Audis sind für uns gerade besonders interessant. Wir sehen überall rote Audis rumfahren.

Als mein Sohn seine Tracker-Bulldog-Bagger Phase hatte: Überall waren Tracker, Bulldogs und Bagger. Ich habe nie mehr so viele Bagger gesehen, wie in dieser Zeit. Und das ist natürlich auch mit der 23 so. Du siehst also, falls Du die 23 bisher für eine ordinäre Zahl, vielleicht maximal als Primzahl wahrgenommen hast, da steckt so viel mehr dahinter.

Und das macht mit Sicherheit auch diese Podcastfolge zu einer ganz, ganz, ganz besonderen Folge. Wieviel öder wäre es gewesen, wenn ich über die Chromosomen gesprochen hätte? Von denen es übrigens beim Menschen auch 23 gibt.

Bis bald.

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