Expedition 44


Die Nasa hat für jede ihrer Expeditionen eine detaillierte Briefingseite online. Neben der Crew wird dort aufgeführt welche Experimente durchgeführt werden. Außerdem hat jede Mission ihr eigenes Wappen mit einer eigens für diese Mission geschaffenen Symbolik.

http://www.nasa.gov/mission_pages/station/expeditions/expedition44/index.html

 

#044 – Expedition 44

Okay, ich geb’s zu: Ich bin ein NASA-Fanboy. Ich finde, wir sollten dringend auf dem Mars landen. Ich finde, wir sollten dringend mehr Sonden ins Weltall schießen. Ich finde,  eine Art Hubble Baseteleskop mit Orbit um die Sonne wäre eine großartige Erungenschaft für die Menschheit. Und ich finde, die internationale Raumstation ist mit das faszinierendste, was wir bisher so gebaut haben.

Auf der internationalen Raumstation befinden sich praktisch permanent mehrere Crew-Mitglieder und jetzt im Augenblick gerade ist übrigens die Crew mit der Nummer 44 an Board. 44 Missionen gab es also schon. Jeder dieser Missionen hat gleich eine ganze Reihe von Aufträgen. In der Regel forschen die an einer Batterie von Experimenten.

In 43 zum Beispiel gab es künstliches Muskelgewebe, das dort erforscht wurde. Die aktuelle Mission erforscht unter anderem Mikrokristalle und wie die sich eben in Schwerelosikeit verhalten. Es gibt Mikroben an Board. Es gibt ein Gemüseproduktionssystem, was analysiert wird und ganz besonders interessant: Es gibt einen Langzeiteinwohner dieses Mal und zwar der Astronaut Scott Kelly.

Scott Kelly wird ein ganzes Jahr an Board der ISS verbringen. Scott Kelly ist ein Veteran. Er war schon dreimal auf der ISS und hat insgesamt bereits 180 Tage im Weltraum verbracht. Und Scott Kelly hat Familie; er ist liiert mit der NASA-Pressesprecherin, hat zwei Kinder und definiert damit wohl den Begriff Long Distance Relationship völlig neu.

Es ist insofern ein besonderer Anlass, dass er auf der ISS ist, weil Scott Kelly ein Zwilling ist. Sein Bruder ist auch bei der NASA und Scott Kelly und sein Bruder nehmen anlässlich dieses ISS-Trips an einer Twin Study teil – einer Zwillingsstudie. Das heißt, er und sein Bruder werden deutlich machen, wie die Einflüsse des Weltraumaufenthalts auf Körper, Psychologie, Genetik usw. sind und bieten natürlich Wissenschaftlern eine sehr schöne Möglichkeit, den Vergleich anzustellen. Denn im Grunde sind sie ja genetisch identisch.

Der eine verbringt also das Jahr im Weltall, der andere auf dem Boden und wenn sie dann wieder zusammen sind, kann man vielerlei Daten genau miteinander vergleichen. Auf der NASA Webseite findet man übrigens für jede einzelne ISS Mission eine detaillierte Informationsseite und jede einzelne ISS Mission trägt einen eigenen Patch, also ein Logo, das aufgenäht wird auf die Uniform. Das ist insofern sehr interessant, weil diese Patches immer auch eine Symbolbedeutung haben und liebevoll gestaltet werden. Die genaue Bedeutung aller Elemente auf diesen Patches kann man im Presskit sehen. Das heißt, es führt ein Link auf jeder Missionsseite zu einem Missionsüberblick oder einem Presskit – ältere Missionen führen immer zu Presskits, neuere Missionen schlicht zum Missionsüberblick – und darin wird erklärt, wie denn dieses Patch zu lesen ist.

Ich kann mir vorstellen, dass es da draußen NASA Nerds gibt, die die Dinger sammeln oder sie tatsächlich diskutieren und kontrovers über Patch-Design diskutieren könnten. So wie es ja auch Flaggen-Nerds gibt oder Briefmarkensammler usw.

Ich muss aber zugeben, ganz abgeneigt wäre ich auch nicht. Ich habe tatsächlich die Beschreibung gleich mehrerer dieser Patches durchgelesen. Auch wenn ich sie designtechnisch für nicht immer so gelungen halte. Auch auf der NASA Webseite sieht man übrigens ein Live-Bild aus der ISS, sodass man immer genau den Blick einnehmen kann, den die Astronauten der ISS auch gerade haben. Das ist insofern ganz spannend, wenn man selber gerade am Boden sitzt und sich die ISS vorbeirauschend ansieht. Die heutige Technik ist doch toll, oder?

In diesem Sinne wünsche ich Dir einen spacigen Tag oder spacigen Abend, je nach dem wann Du das hier gehört hast und vielleicht hören wir uns ja morgen wieder.

Bis bald.

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