Fünfundzwanzig – Tückischer Verkehr


Wer kann schon von sich behaupten, alle Verkehrsregeln zu kennen gegen die er gerade beim Fahren durch die Fuzo verstoßen hat. Wichtig ist eines zu wissen: Es gibt das Risiko, seinen Lappen zu verlieren. In Deutschland heißt das Fahrverbot und wird von §25 StVG geregelt (hint, hint)
§25 StVG – Fahrverbot: https://dejure.org/gesetze/StVG/25.html

Damit Du auch im Ausland sicher unterwegs bist, hier ein paar Regeln auf die Du achten solltest sofern Du Deinen Lappen noch hast und behalten willst
http://www.auto-service.de/werkstatt/ratgeber/27232-kuriosesten-verkehrsregeln-weltweit.html

Außerdem in dieser Episode:

25 Jahre Computerspielgeschichte in 4 Jahren
http://www.mobilegeeks.de/artikel/25-jahre-computerspiel-geschichte-in-4-jahren/
Sounds? Haben wir auch: https://www.youtube.com/watch?v=A84lBGJegZ0&list=PLxRnoC2v5tvg_xHK_roMyAStXDF-TRh2K

Bild: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/30/A.12_Fahrverbot_f%C3%BCr_Fahrzeuge_mit_Maschinenantrieb.svg/600px-A.12_Fahrverbot_f%C3%BCr_Fahrzeuge_mit_Maschinenantrieb.svg.png

 

#025 – Fünfundzwanzig – Tückischer Verkehr

Ich war ja kurz in Versuchung, euch akustisch durch 25 Jahre Computerspielgeschichte zu schleusen.

Das würde dann in etwa in einer sehr kompakten Fassung folgendermaßen klingen: [Spielmusik]

Wenn Du die Spiele jetzt alle am Klang erkannt hast, dann hattest Du eine einsame Jugend. Deswegen werden wir uns jetzt einfach mal einem anderen Thema zuwenden. Einem Thema, das im Zweifel das Potenzial hat, uns mit vielen, vielen Menschen in Verbindung zu bringen. Die Rede ist von § 25 Straßenverkehrsgesetzt – dem Fahrverbot.

Wenn man nämlich so ein Fahrverbot ausgesprochen bekommt, hat man ja die Gelegenheit die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Und in den öffentlichen Verkehrsmitteln trifft man viele, viele Menschen, mit denen man ins Gespräch kommen kann. Du verstehst was ich meine.

Zuhause mag es ja noch ganz einfach sein, das zu vermeiden. Wir kennen unsere Regeln. Wir wissen, wenn wir mit 100 durch die Fußgängerzone heizen, riskieren wir unseren Lappen. Ganz anders sieht das ja im Ausland aus. Denn da können die Regeln ja schon auch mal etwas origineller ausfallen oder auf Gebräuchen basieren, die uns jetzt nicht so ganz geläufig sind.

Damit auch im Urlaub Dein Schein sicher ist, hier als besonderer Service des Anerzähler einige der wichtigeren Regeln, die es zu beachten gilt:

Wir alle kennen die Situation: Haben uns verfahren. Wir irren durch die Pampa. Wir haben keine Ahnung, wo wir sind. Wir wissen vor allen Dingen nicht, wo das nächste Klo zu finden ist und es drückt. Das ist eine Situation, für die hat der britische Gesetzgeber absolut Verständnis. Und man darf – hört, hört – anhalten und dem Ruf der Wildnis Folge leisten. Aber: Will man nicht wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses eingesperrt werden, nur unter der Bedingung, dass man erstens nur gegen den eigenen Hinterreifen pinkelt und zweitens dabei die recht Hand auf das Auto legt. Bei dieser Regelung wittere ich einen unfairen Vorteil für die Männer unter uns, aber immerhin.

Es gibt bei den Briten übrigens auch noch ein Knöllchengesetz, das sagt: Ordnungshüter, die keine Mütze aufhaben, dürfen einem keinen Strafzettel wegen Falschparken geben. Na, wenn das nicht mal ein Argument für die permanente installierte Überwachungskamera im falschparkenden Auto ist.

Manches Gesetz, was man übrigens findet weltweit lässt vermuten, dass der Autor einen ungewöhnlichen Sinn für Humor hat. So zum Beispiel eine Regelung, die in den USA gilt. Wie so vieles sind auch die Verkehrsregeln in den USA per Bundesstaat geregelt und können zum Teil sehr unterschiedlich ausfallen. Manche davon sind ganz schön bizarr. Zum Beispiel gibt es eine recht bizarre Regel in Tennessee. Dort ist es nicht erlaubt aus dem fahrenden Auto auf Wild zu schießen. Das ist jetzt noch nicht der bizarre Teil, denn man könnte ja vermuten, in den waffenstarren USA wäre das irgendwie in Ordnung. Nein! Das Bizarre ist: Wale dürfen erlegt werden. Im Vorbeifahren.

Ich stelle mir vor, wie man mit einer Harpune aus dem Seitenfenster heraus auf einen gerade vorbeischwimmenden Blauen Wal zielt. Das dürfte in Tennessee besonders schwierig sein, weil Tennessee nicht am Meer liegt.

Ein anderes schönes Gesetz aus Kentucky schützt dafür die weiblichen Autofahrer. Wenn nämlich eine Frau beschließen sollte, in Badekleidung Auto zu fahren, dann schreibt dieses Gesetz vor, dass dann ein Polizist mit griffbereitem Schlagstock mitzufahren habe, um sie gegen aufdringliche Passanten zu verteidigen. Kommt wahrscheinlich dauernd vor. Frau im Bikini setzt sich ins Auto, fährt los und wird an jeder Kreuzung von aufdringlichen Passanten überfallen. Gott sei Dank stellt sich da die Polizei, Dein Freund und Helfer, zur Verfügung, um arme, hilflose, Bikini tragende Frauen zu schützen.

Wechseln wir zu einem anderen englischsprachigen Land: Australien. Auch in Australien gibt es ein paar Stilblüten. Zum Beispiel ist es in Australien verboten, Heut im eigenen Kofferraum zu transportieren. Das ist aber völlig unproblematisch, denn mit einem Taxi ist es erlaubt.

Außerdem, falls Du vor hast für eine Weile in Australien unterwegs zu sein, willst Du vielleicht darüber nachdenken statt einem Auto ein Pferd zu nehmen. Es gibt nämlich ein Recht auf freie Verpflegung an der Bar für Pferde. Wer unterwegs ist, sein Pferd vor der Bar anbindet und reingeht, um sich mal gepflegt zu betrinken, der kann darauf vertrauen, dass der Barbetreiber gesetzlich verpflichtet ist, sich um das Pferd seiner Kunden zu kümmern. Damit kann man doch mal ganz angenehm und kostenlos einmal quer durch Australien reiten.

Aber nicht nur englischsprachige Länder haben Regeln, die es sich einzuprägen lohnt. Auch Dänemark beispielsweise schreibt interessante Dinge vor. So darf man beispielsweise das Auto erst in Betrieb nehmen im Straßenverkehr, wenn man es eingängig überprüft hat. Dabei reicht es nicht, einfach nur zu gucken, ob sich die Lenkung drehen lässt und die Bremse bremst, sondern bevor man das Auto bewegt, muss nachgesehen werden, ob unter dem Auto nicht gerade jemand ein Schläfchen einlegt. Ich vermute, dass diese Regel in der dänischen Praxis eher locker gehandhabt wird. Trotz allem, ich vermute, wer dann doch einen unter seinem Auto schlafenden Menschen übersieht und überrollt, der muss mit der vollen Härte des Gesetzes rechnen.

Mein Highlight ist übrigens tatsächlich dann Österreich – unsere Nachbarn. In Österreich ist es nämlich so, dass per Gesetz die Polizisten dort in der Lage sind, Tempoverstöße bis 30 km/h mit dem bloßen Auge zu beurteilen. Deswegen brauchen sie dort auch keinerlei elektronische, automatische Messung, um Geschwindigkeitsübertretungen zu erkennen und zu ahnden.

In der Praxis heißt das, wenn ein österreichischer Polizist Dich wegen zu schnellen Fahrens anhält – nicht diskutieren. Er hat es gesehen. Mit eigenen Augen.

Mein persönliches Verkehrshighlight übrigens – nicht ganz so skurril wie die Beispiele, die ich gerade eben aufgezählt habe – war vor einiger Zeit ein Strafzettel, der mir aus Italien nachgesendet worden war. Ich war damals mit meinem Motorrad durch Florenz gefahren und ich habe versucht mich den Einheimischen anzupassen, was mir einen Strafzettel wegen Befahrens der Busspur einbrachte, der mir nach Deutschland hinterhergeschickt wurde. Kostet 25 Euro. Und die italienischen Kollegen, die ich gefragt habe, wussten nicht mal, dass es in Florenz eine Busspur gibt.

Bis bald.

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