Room 237


“The shining” ist ein Roman von Stephen King und der vielleicht erfolgreichste Film in der Folmografie von Jack Nicholson. Dabei hat die Verfilmung von Stanley Kubrick manches anders gemacht als der berühmte Thrillerautor gerne gehabt hätte. In Room 237 spielten sich jedenfalls in Buch wie Film manche gruselige Szenen ab…

  • https://en.wikipedia.org/wiki/Room_237
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Shining_(1980)
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Stanley_Kubrick


 

 

#237 – Room 237

Ich hatte früher einmal eine wirklich ausgeprägte “Steven King-Phase”, in der ich alles verschlungen habe, was der sogenannte “Meister des Horrors” von sich gegeben hat. Ich habe so einige der Verfilmungen gesehen und mit ganz wenigen Ausnahmen, waren die immer grundsätzlich anders aufgebaut. Es scheint so, als wären entweder Kings Ideen nicht so direkt verfilmbar oder es war vielleicht auch so, dass die Regisseure in der Regel eine  Meinung dazu hatten, was denn das Gruselelement in den einzelnen Geschichten sein sollte. Es war oft eine andere Betonung, als sie Stephen King selber vorgenommen hätte.

So ist es auch bei einer der berühmtesten Stephen King Verfilmungen, die wir da draußen haben: Stanley Kubricks “The Shining”. Das ist ein Film, der gleich mehrere ikonische Szenen und Zitate geschafft hat. Die berühmteste Szene aus diesem Film und die meist wiederholte Szene, ist die, in der der Hauptdarsteller, gespielt von Jack Nicholson, mit einer Axt die Tür einschlägt. Die ist wahrscheinlich besonders dann, wenn man sie nur hört, irgendwie nicht so richtig was für schwache Nerven.

[Auszug Film]

Ich war, als ich es bei YouTube rausgesucht habe, überrascht, wie lange diese Szene auch war. Es ist unglaublich gespielt! Nur diese Szene auf YouTube anzuschauen, wäre schon ein Horrorfilm für sich alleine.

[Auszug Film]

Ich kürze es hier mal ab, weil ich finde es schon beim Anhören anstrengend. Ich bin mir sicher, Dir geht es nicht viel anders.

Was ich sehr faszinierend an diesem Film finde, es kommen hier mehrere Dinge zusammen: Zum einen ist die Romanvorlage von Stephen King wirklich wirklich gut, dann ist Stanley Kubrick natürlich, ganz unbezweifelt, einer der “großen Meister des Kinos” und Jack Nicholson – naja, das war vielleicht die eine wirklich originelle Rolle ….nee ich tue ihm Unrecht, aber ich mag ihn jetzt nicht so übermäßig, deswegen ist es zumindest eine der wenigen Rollen in denen ich ihn wirklich gut finde.

Stanley Kubrick hat so manches in seinem Film anders gemacht, als es Stephen King gewollt hätte. Deswegen mochte der “Meister des Horrors” die Verfilmung auch überhaupt garnicht, dass obwohl dieser Film, wie gesagt, eine der großen Ikonen des Kinos werden sollte.

Ganz grundsätzlich geht es um eine Familie, die in einem Hotel, dem Overlook-Hotel, den Winter verbringt. Jack Torrance, eben gespielt von Jack Nicholson, wird nun engagiert als Hausmeister, über die Wintermonate auf dieses Hotel zu achten und fährt mit seiner kompletten Familie dorthin. Mit von der Partie sind seine Frau und sein Sohn Danny. In dem Hotel –  wie wahrscheinlich in ganz vielen Hotels –  kam es schon zu so manchen Todesfällen. In die wird man am Anfang so nach und nach eingeführt. So erfährt man, dass in dem Hotel, schon einmal ein Hausmeister namens Delbert Grady überwintert hat und seine Frau, seine zwei kleinen Töchter und dann sich selbst da drin getötet hat. Auch erfährt man als Zuschauer von anderen mysteriösen Vorkommnissen, wie zum Beispiel Kannibalismus, den es in der Nähe gegeben haben sollte.

Danny, der Sohn der Familie, hat jedenfalls anscheinend die Fähigkeit die Dinge zu sehen, die die anderen nicht wahrnehmen. Eine Fähigkeit, die dann schnell “The Shining” genannt wird und speziell vom Koch, der die Familie entgegennimmt, auch sofort erkannt wird, denn er selbst hat diese Fähigkeiten auch. Das wird sehr schnell natürlich zum Dreh und Angelpunkt der Geschichte. Danny hat eine Unmenge von gruseligen Visionen und es gibt immer mehr seltsame Vorkommnisse, die auf paranormale Ereignisse schließen lassen, während die Familie den Winter ganz alleine in diesem Hotel zu bringt.

Viele dieser Ereignisse und das ist auch der Anker für die heutige Episode, drehen sich um ein ganz spezielles Zimmer in diesem Hotel, nämlich das Zimmer mit der Nummer 237. Dieses Zimmer wird ganz zu Anfang als eine Art “verbotenes Zimmer” markiert, denn der Koch verbietet Danny unwirsch in dieses Zimmer zu gehen. Später finden einige der gruseligsten Szenen in genau diesem Zimmer statt. Jedenfalls, die weitere Handlung verläuft dann so wie man es wahrscheinlich entweder schon kennt, oder sich jetzt auch ganz gut denken kann. Der Koch macht sich von dannen, die Familie ist alleine in diesem Hotel und in diesem Hotel wird dann über den Winter die Lage immer gruseliger. Zum einen haben wir die Visionen von Danny und auch der Vater Jack hat immer mehr seltsame Erscheinungen und gleichzeitig verliert er so nach und nach seinen Verstand, bis er zum Schluss eben auf seine Familie losgeht.

Hier gibt es auch einen philosophischen Grundunterschied zwischen Stephen Kings Roman und Stanley Kubricks Verfilmung. Denn Stephen King hat das Hotel selber als ein Charakter in der Geschichte heraus gearbeitet. Das Hotel war böse. Es befindet sich auf einem alten Indianerfriedhof und es hat schon verschiedensten Familien und Menschen in den Tod getrieben. Während in Stanley Kubricks Film eigentlich die Familie im Mittelpunkt steht. Jack der durchdreht und eine Art Wiedergeburt eines Mörders, der vorher schon in diesem Hotel sein Unwesen getrieben hat und eben dann auch die Geschichte rund um diese drei Figuren, die Frau, Jack, und Danny. Das war der Kern der Geschichte, die Stanley Kubricks erzählt hat.

Stanley Kubrick hat so manche Querverweise auch noch reingerührt. Deswegen gibt es eine Reportage zu dem Film. Die trägt auch den Titel ”Room 237” und beschäftigt sich mit möglichen Deutungen zum Beispiel, Hinweise auf Native Americans, also, das Hotel das auf einem Indianerfriedhof steht, verschiedene Elemente der Bildsprache, die immer mal wieder indianische Symbolik oder Gegenstände mit Bedeutung enthalten. Ganz besonders in wichtigen Szenen scheint es zu solchen Gegenständen im Hintergrund und verschiedenen Hinweisen zu kommen.

Wieder andere sagen, es gibt eine Menge Hinweise auf den Holocaust und eine dritte Gruppe vermutet Referenzen auf den Minotaurus und alte antike, mystische Geschichten. Oder wie wäre es zum Beispiel mit der Idee, dass Stanley Kubrick irgendwas damit zu tun haben könnte, dass die NASA Filme produzieren ließ um die Apollo 11 Mondlandung zu faken und er Hinweise auf diese gefakte Mondlandung in seinem Film versteckt hat. Diese und andere Theorien haben alle ihren Platz in dieser Doku “Room 237”. Auf Rotten Tomatoes haben die auch eine wirklich hohe Wirkung erzielt. Eine Menge Fans da draußen finden diese Doku ungefähr genauso großartig wie die eigentliche Verfilmung.

Nur Stephen King, der fand diesen Film, wie gesagt, nie besonders gelungen. Deswegen gibt es inzwischen eine neue Verfilmung dieses kompletten Stoffes in vier Teilen und der trägt auch den Namen “The Shining” und geht eben eher in die Richtung die Stephen King sich ursprünglich einmal ausgedacht hat, mit dem Hotel als Hauptfigur.

Was ich spannend fand, waren so ein paar Trivia, die es um den Film auch noch zu wissen gibt. Zum Beispiel hatte der kleiner Junge, der Danny spielt in dem Film, keine Ahnung, dass er in einem  Horrorfilmstreifen mitmischt und musste 17 Jahre alt werden, bevor er den Film zum allerersten Mal komplett gesehen hat. Oder die Szene mit der ich Dich vorhin gefoltert habe, ich habe sie ungefähr um die Hälfte gekürzt, die musste 127 mal gedreht werden, bis sie im Kasten war und steht mit dem Rekord heute im Guinness Book of Records. Nachdem ich jetzt auch weiß, dass die US Version ungefähr 30 Minuten länger ist als die europäische Verfilmung, habe ich fast schon Lust, mir genau die zu besorgen und noch einmal anzuschauen.

Großartig gespielt und wirklich gruselig ist der Film allerdings allemal auch heute noch. Allein schon die Musik, allein die hat mir schon einen Schauer über den Rücken gejagt. Höre einmal selber rein. Ein paar Sekunden der Eröffnungssequenz habe ich Dir jetzt einmal mit angehängt.

Vielleicht erinnerst Du Dich noch, als Du den Film auch mal gesehen hast, ganz am Anfang, fahren die durch eine idyllische Landschaft in Colorado. Berge, Bergpassstraßen, Tal mit Fluss und dazu eben diese Synthesiser Musik.

Bis bald.

2 comments for “Room 237

  1. Juli 19, 2016 at 6:07 am

    Es gibt es eine seeeeeehr ausführliche Folge von einem gewissen Spätfilm-Podcast mit ganz viel Trivia und noch mehr zur Analyse von The Shining. Vielleicht interessiert dich das ja…
    http://www.spaetfilm.de/episode/podcast/sf46-the-shining-das-grosse-halloweenspecial/
    😉

    • Dirk
      Juli 19, 2016 at 4:53 pm

      Hör ich mir mal an, danke für den Hinweis!

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: