See der Liebe


Der Gardasee ist nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel sondern war auch Schauplatz großer Entscheidungsschlachten oder göttlicher Liebesgeschichten…

Bild: By No machine-readable author provided. Ampfinger assumed (based on copyright claims). – No machine-readable source provided. Own work assumed (based on copyright claims)., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2598323

 

 

 

#346 – See der Liebe

Der Italiener nennt ihn Bénaco oder Lago di Garda und wir nennen ihn Gardasee. Er ist sozusagen des Deutschen liebstes Urlaubsziel, direkt nach Malle und direkt nach dem Meer in Italien. Und wir kommen da ja auch wirklich, wirklich schnell hin. Der Gardasee ist dabei gerade groß genug, um zu beeindrucken – finde ich zumindest. Ich meine, so eine Länge von knapp 52 und eine Breite von ungefähr 17 Kilometern, die kann man auch manchmal gar nicht wirklich überblicken. Je nach Wetterlage sieht es dann fast schon so aus, als würde man auf’s offene Meer schauen.

Ja und der Gardasee ist nicht nur der größte See Italiens, er ist auch für alle umliegenden Länder und die Italiener selber eines der Haupt-Naherholungsgebiete. Ich war da schon klettern, ich war da schon im Badeurlaub, ich habe da schon gecampt und ganz selbstverständlich kann man am Gardasee in die italienischen Städtchen gehen und hoffen, irgendeinen Deutschsprechenden anzutreffen. Und damit meine ich jetzt natürlich nicht nur die Touristen, die da rumlaufen. Nein, nein – auch die Einheimischen in Norditalien sprechen durchaus öfters mal Deutsch als zumindest mal Zweitsprache.

Der Gardasee hat jedenfalls schon so einiges erlebt und gesehen. Es gab mehrere große und auch mehr oder weniger berühmte Schlachten, die dort ausgefochten wurden. Eine Schlacht hat es ganz besonders tief in die Geschichtsbücher geschafft – die Schlacht von Solferino. Die war nämlich die Entscheidungsschlacht im Sardinischen Krieg. Damals trat das Kaisertum Österreich und das Königreich Sardinien gegeneinander an und das war deswegen ein großes Ding, weil Sardinien mit Frankreich verbündet war, unter Napoleon III. Und so ging es ziemlich hoch her.

Die Österreicher unterlagen damals in Solferino und zwar am 24. Juni 1859 und dadurch wurde der Krieg von Sardinien gewonnen. Und das gab sozusagen den Startschuss für die Einigung Italiens. Die Schlacht selber muss aber brutal und grausam gewesen sein. Freilich, brutal und grausam sind wahrscheinlich alle Schlachten und Kriege. In dem speziellen Fall aber, war Henry Dunant dabei und der sollte später als Gründer des Roten Kreuzes in die Geschichte eingehen. Und als Anlass gab er immer wieder die Grausamkeiten an, die er erleben musste in besagter Schlacht.

Die Hilflosigkeit der verwundeten Soldaten kannte schlicht keine Grenzen und Henry wollte dem ein Ende setzen und eine Organisation schaffen, die dagegen hielt. Das führte zur Vereinbarung der Genfer Konvention von 1864.

Im Mittel ist der Gardasee 133 Meter tief und an seiner tiefsten Stelle – und das ist der Themenanker für die heutige Sendung – 346 Meter. Und genau deswegen ist der Gardasee ein beliebtes Tauchgebiet. Da gibt es mehrere Tauchzonen, die mit bis zu 40 Metern Tiefe für Taucher in allen Erfahrungsklassen geeignet sind. Und da gibt es so einiges zu entdecken. Da gibt es zum Beispiel eine zwei Meter hohe Jesus Christus Statue, die unter Wasser steht oder die Reste eines Panzers aus dem 2. Weltkrieg oder auch – das passt jetzt während der Weihnachtszeit ganz besonders gut – eine Unterwasser verankerte Krippe. Auch die kann man ansteuern.

Der Gardasee verdankt seinen Namen angeblich einer Liebesgeschichte. Die fing so an, dass der Wassergott Benacus sich irgendwann mal dachte “Ah, hier im Meer kenne ich alles. Schauen wir uns doch mal das Festland an”, und deswegen über’s italienische Festland marschierte. Da kam er dann in den Alpen an und lernte dort die schöne Engardina kennen. In die hat er sich natürlich sofort Hals über Kopf verliebt.

Die allerdings wohnte an einem kleinen Bergsee auf dem Monte Baldo und egal, wie verliebt Benacus war, sie wollte von ihrem kleinen Bergsee nicht weg. Und da versprach ihr Benacus ihr einen noch viel schöneren und größeren See zu schenken, wenn sie denn nur mit ihm kommt. Und dann nahm er dann seinen Dreizack – anscheinend hatten auch schon alte römische Wassergötter einen Dreizack dabei – und schlug in den Felsen. Ja und da wo er traf, da fingen Quellen an zu sprießen und die füllten nun das umliegende Tal auf.

Nach kurzer Zeit entstand dort ein riesen großer wunderschöner See und in diesem wunderschönen See, da hat sich dann die Engardina mit dem Benacus vergnügt. Ihre Haare haben dann angeblich dem Wasser die tiefblaue Färbung verpasst und den beiden wurde dann kurz darauf eine Tochter geboren. Diese Tochter nannten sie dann Garda. Et voila: Hier haben wir unseren Namenspatronen – die Tochter des Wassergotts Benacus und seiner großen Liebe Engardina, awwww.

Bis bald.

3 comments for “See der Liebe

  1. minto
    Januar 9, 2017 at 11:24 pm

    Das ist ja witzig.
    Du sagst, dass die tiefste stelle 646m tief sei.
    Was nicht zum themenanker passt und was deine liebe transkriptionshilfe auch prompt im entsprechenden text on the fly korrigiert hat. 😉
    obwohl du eben 646 sagst. XD
    Grüße

    • Dirk
      Januar 9, 2017 at 11:39 pm

      Ja, Jessi ist wirklich toll. Ist auch nicht das erste mal 😉

  2. Januar 13, 2017 at 4:14 pm

    Hach, ihr zwei seid ja lieb. Man tut, was man kann 🙂

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