SN 185 – Die erste Supernova


Die erste dokumentierte Supernova der Menschheitsgeschichte wurde im Jahr 185 n. Chr. gesehen und strahlte über 8 Monate am Firmament. Erst heute sind wir in der Lage, die Überreste dieser Explosion zu sehen und zu berechnen welche Masse der Stern wohl einmal gehabt haben muss.

Bild: NASA/JPL-Caltech/UCLA – WISE, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17141291

 

 

#185 – SN 185 – Die erste Supernova

Jedes Mal, wenn wir in den Sternenhimmel gucken, schauen wir in die Vergangenheit. Das ist die eine Zeitreise, die wir ohne große Anstrengung jederzeit bewältigen und es ist auch kein kurzer Blick in die Vergangenheit, sondern tausende und abertausende von Jahren. So lange eben, wie das Licht unterwegs war, bis es bei uns ankam.

Es fällt fast schon leicht sich vorzustellen, dass vielleicht das ganze Universum auch schon eigentlich dunkel ist und nur das Licht der seinerzeit mal leuchtenden Sterne ist noch unterwegs zu uns. Jedenfalls haben wir Menschen den Sternenhimmel schon lange beobachtet. Solange, wie bewusst in den Himmel geschaut werden kann, haben Menschen im Himmel das Wirken der Götter gesehen; rumgerätselt, was eigentlich diese ganzen Lichter denn nun seien und irgendwann auch mal angefangen, die ganzen Bewegungen am Himmel zu dokumentieren.

Die frühesten Aufzeichnungen haben wir von chinesischen Astronomen. Im Jahr 185 beim Blick zum Sternbild Zentaur tauchte plötzlich an eben diesem Himmel ein grelles, helles Licht auf. Ein neuer Stern schien geboren zu sein. Der leuchtete nun wirklich grell, klang dann aber nach und nach in seiner Leuchtkraft ab, bis er dann acht Monate später komplett erlosch. So haben zumindest die damaligen Schriftgelehrten es der Nachwelt überliefert.

Es gibt auch Beschreibungen aus dem römischen Kulturkreis, bei denen man zumindest mal nicht ausschließt, dass es vielleicht dasselbe Phänomen war, was da beschrieben wurde. Bei dieser Beschreibung jedenfalls, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Supernova und damit um die älteste, dokumentierte Sichtung einer Supernova in der Menschheitsgeschichte. Gesehen haben wir die wahrscheinlich schon vorher, aber damals haben wir einfach noch nicht aufgeschrieben, was wir so gesehen haben.

Dass es sich bei diesem speziellen Ereignis nun um eine Supernova gehandelt hat, wird unter anderem auch dadurch wahrscheinlich, dass wir inzwischen am Himmel Überreste einer Supernova gefunden haben, die aus diesem Sternzeichen stammt und die ungefähr 1.800 bis 2.000 Jahre alt sein könnten. Eine Sternenleiche sozusagen – nämlich ein Ring aus weg geschleuderter Sonnenmaterie. Denn Supernovae sind ja gigantische Explosionen kurz bevor einem Stern sein Treibstoff – nennen wir es mal so – ausgeht, kann es passieren oder passiert es ziemlich oft, dass dieser Stern sozusagen in einem letzten Aufbäumen sich ausdehnt und in einer gewaltigen Explosion vergeht, wobei die kompletten Bestandteile auf mehrere Millionen Grad erhitzt und dabei vernichtet werden.

Während so einer Supernova steigt die Leuchtkraft eines Himmelskörpers unter Umständen so sehr an, dass er komplette Galaxien überstrahlen kann. Auch wenn wir Supernovae jetzt nicht besonders oft live beobachten können, haben wir doch inzwischen eine ganze Menge von Resten von Supernovae gefunden. Spezielle Programme und systematisches Absuchen des Himmels sorgen dafür, dass wir jedes Jahr mehrere hundert Supernovae finden. So richtig, während des Ereignisses beobachtet, haben wir zuletzt die Keplersche Supernova 1604.

Wir wissen heute, dass es 1680 noch eine weitere Supernova gab, die wir hätten beobachten können, aber zumindest hat es niemand für nötig befunden, diese Beobachtung, wenn sie denn gemacht wurde, auch aufzuschreiben, sodass wir das heute nachvollziehen können.

Bis bald.

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