Vierzehn – Robinson ist nichts dagegen


Eine gruselige Vorstellung: Mit einem antriebslosen Boot orientierungslos auf hoher See treiben. Genau das hat Jose Salvador-Alvarenga hinter sich. 14 Monate dauerte diese Odyssee.

 

#014 – Vierzehn – Robinson ist nichts dagegen

Heute möchte ich Dir einen Mann vorstellen. Sein Name: José Salvador Alvarenga.

Er ist ein Fischermann von Beruf und er wird mir sicherlich zustimmen, wenn ich sage: Die 14 hat es nicht verdient von den Chinesen als Unglückszahl defamiert zu werden. Egal, wie man diese Zahl ausspricht, egal, ob das Wort fast so klingt wie sicherer Tod. Egal, ob da eine Vier drin ist. Die 14 hat es nicht verdient!

Warum? Sagen wir mal so: Hast Du den Roman Life of Pi gelesen oder den dazugehörigen Film gesehen? Die Geschichte von José klingt fast genauso.

Einer der Hauptunterschiede ist, bei ihm war kein Tiger dabei, aber insgesamt soll José 14 Monate lang auf offener See mit einem antrieblosen Boot getrieben sein, bevor er gerettet wurde. 14 MONATE!

José war ursprünglich nicht alleine. Er hatte den Sohn eines Freundes dabei, Ezekiel und er hatte insofern Glück, dass sie beide zu Anfang schon erfolgreich gefischt hatten und zwei Eier an Board hatten, als das Boot seinen Geist aufgab. Davon konnten sie die ersten Tage überleben. Später aßen sie Fisch, Vögel und Schildkröten und tranken deren Blut, um nicht zu verdursten.

Ezekiel bekam das irgendwann nicht mehr wirklich gut und er starb nach ungefähr vier Monaten. José sagte, er habe den Körper seines Freundes dem Meer übergeben, aber natürlich drehte die Presse schier hohl und hat sich ausgiebig der Idee hingegeben, José könnte vielleicht noch seinen mitschiffbrüchigen Kompanen gegessen und ausgetrunken haben. Eigentlich völlig egal würde ich sagen.

Tatsache ist, dass José überhaupt noch lebt, gilt als Sensation. Das war auch gleichzeitig der Grund, warum immer wieder angezweifelt wurde und immernoch wird, ob die Geschichte so komplett eigentlich stimmen kann. Aber José war schiffbrüchig, er war das mehrmonatig, das ist eigentlich komplett außer Frage und 14 Monate scheinen tatsächlich die wahrscheinlichste Option zu sein.

Was ich wirklichverstörend fand war zu lesen, dass José immer mal wieder auf große Schiffe getroffen ist. Und keines dieser Schiffe hat ihn gerettet. Manchmal haben ihm die Seemänner sogar zugewunken und er hatte um Hilfe gerufen, aber…. alle haben sie ihn draußen gelassen.

Es hat auch niemand José gerettet. José hat irgendwann Land gesehen, sprang ins Wasser und schwamm mit letzter Kraft ans Ufer, wo er dann von den Anwohnern gefunden wurde. Keine heroische Suche. Keine heldenhafte Wasserrettung.

Zum Schluss half ihm einfach der Zufall. Weiß nicht, ob man das Glück nennen kann. 14 Monate schiffbrüchig zu sein, ist jetzt auch nicht unbedingt eine Glücksgeschichte. Aber José wird sicherlich den 14. Monat, als den Monat seiner Rettung in Erinnerung behalten und damit ist der 14. garantiert kein Unglücksmonat für ihn gewesen. Das war’s zur 14. Und für die 15 muss ich mir was fröhlicheres überlegen, das kann ich mir an dieser Stelle schonmal vornehmen.

Bis morgen.

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