Zwei – Von Editoren und Mondlandungen


Jeder weiß, wer der erste Mensch auf dem Mond war, doch – Hand auf’s Herz – schon beim zweiten wird es meist schwierig. Und dabei waren insgesamt 12 Menschen auf dem Mond verteilt über eine ganze Reihe von Missionen! Die zweite Reise zum Mond war auch bei weitem nicht reibungslos wenngleich sehr erfolgreich.

Episodenlinks & Quellen:

 

#002 – Von Editoren und Mondlandungen

Ich glaube ja, es gibt zwei ideale höhere Gruppen für diesen Podcast.

Hörergruppe Nr. 1: Der Zahlennerd.

Hörergruppe Nr. 2: Der Computernerd.

Und wenn Du in beide Gruppen gehörst, also Zahlennerd und Computernerd, dann weißt Du jetzt ganz genau, was der Gegenstand der heutigen Episode sein wird. Worüber werde ich reden? Na?

Genau! Genau. Heute rede ich über zwei: Den berühmten, spektakulären, emacs-artigen Texteditor Daniel Weinreb und Mike McMahon seinerzeit geschrieben haben, so ungefähr in den 80ern.

Zwei steht dabei für “ZWEI was EINE”. Jahaa, das ist eine englische Abkürzung. Hätteste nicht gedacht, gell? Und EINE, Du wirst es kaum glauben, ist der Vorgänger von ZWEI und war auch ein Texteditor. So. Und da endet jetzt ungefähr auch die Spannung in dieser Geschichte. Das ist natürlich nicht das was ich heute mitgebracht habe.

Stellen wir uns vor: Einen Raumflughafen in den USA. Eine gigantische Trägerrakete ragt in den gewitterverhangenen Himmel. Blitze zucken über den Horizont. Man hört Donnergrollen. Das Wetter ist gerade noch so gut, dass die Zuständigen im Kontrollzentrum glauben, die Rakete starten lassen zu können. Der Countdown wird runtergezählt 10…9…8…usw. Lift off. Die Rakete zündet. Drei Astronauten reiten auf einem Feuerball in den Himmel.

Das Gewitter war dann doch schon näher, als man damals gedacht hat. Auf dem Weg nach oben schlagen zwei massive Blitze in das Objekt ein. Und die drei Austronauten… kommen mit verrücktspielenden Systemen und einer amoklaufenden Elektronik im Orbit an.

Pete kommentiert hier und das Bodenpersonal antwortet nur drakonisch “Bei uns sind auch ein paar Herzen stehengeblieben, glaub mir das”. Ich glaub’s sofort. Das muss ein Schreck gewesen sein.

Naja, die drei Astronauten sind Profis, können dieses Thema auch neu starten. Zeit für einen blöden Kommentar “Man hätte die Systeme doch so ein bisschen Wettertesten sollen”.

Und so machen sie sich auf den Weg zu ihrem eigentlichen Ziel, nämlich die Dreieinhalbtagereise Richtung Mond. Die Rede ist von der zweiten Mondlandung. Appolo 12. Tja. Die erste Mondlandung kennt irgendwie noch jeder.

Menschen sind ja komisch. Wir erinnern uns gerne mal an die ersten und an die letzten Ereignisse, aber die dazwischen, die verwischen immer sehr schnell. Das heißt, schon der zweite Mann auf dem Mond ist den meisten kein Begriff mehr. Und die zweite Mondlandung, die drei Menschen Richtung Mond bringt und zwei davon eben wieder auf dem Mond landen lässt, die kennt eigentlich kaum noch jemand. Dabei war das eigentlich eine sehr interessante Mission. Das war anders als die erste Mondlandung tatsächlich eine weitgehend danach planmäßig ablaufende Mission.

Tatsächlich landeten die Astronauten dort, wo es geplant war, im sogenannten Ozean der Stürme. Es war dort eine Mission namens Surveyor 3 gelandet mit einer passenden Sonde, die dort auch schon fleißig fotografierte und die Astronauten landeten an der dortigen Operationsstelle – nennen wir es mal so – und brachten 6.300 Bilder, ein Bohrexperiment und verschiedene andere Experimente erfolgreich zurück. Viele Dinge, die wir über den Mond wissen, wissen wir tatsächlich aus dieser Mission.

Und Charles Conrad und Alan Bean brachten auch Teile von Surveyor zurück, die sie dort abgebaut und dann wieder mit verladen hatten. Ziemlich spektakulär und spannend und wahrscheinlich so ein Herzschlagfinale müsste die Landung dieser Mission gewesen sein. Es war nämlich so, dass bis zum Schluss nicht klar war, ob durch den Stromstoß der zwei Blitzschläge eventuell die Bremsfallschirme beschädigt worden waren. Gott sei Dank war dem nicht der Fall.

Die Astronauten blieben insgesamt 32 Stunden auf dem Mond und haben 8 Stunden damit zugebracht, auf der Mondoberfläche herumzulaufen. Es gibt mehrere Fotografien, die die meisten von uns schonmal gesehen haben müssten. Das heißt, es gibt eine gute Chance, dass wenn Du irgendwelche Fotos vom Mond in Erinnerung hast: Astronauten mit verspiegeltem Visier, die auf dem Mondgestein stehen und ähnliches mehr, dann könnten einzelne dieser Bilder aus dieser Mission stammen.

Insgesamt gab es zwei Mondspaziergänge und dann gab es eben einen problemlosen Wiedereintritt, eine stressfreie Landung und eine erfolgreiche Mondmission. Und keine Sau weiß mehr davon! Außer Du. Weil Du hast ja jetzt diesen Podcast gehört.

Bis morgen!

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: