Zweiunddreißig – Ganesha


Ganesh ist der Gott der Weisheit, der Harmonie und des Friedens und überhaupt eine tief sympathische Figur, die insgesamt in 32 Formen auftritt…

https://en.wikipedia.org/wiki/Ganesha
https://en.wikipedia.org/wiki/Thirty-two_forms_of_Ganesha
http://www.deutschlandfunk.de/der-elefantengott-ganesha-im-hinduismus.886.de.html?dram:article_id=221449
http://www.yoga-vidya.de/Bilder/Galerien/Ganeshatext.html

Bild: https://www.sketchport.com/drawing/4936665621594112/jai-ganesh
Musik: https://www.youtube.com/watch?v=_h2rFVPCSPE

 

#032 – Ganesha

Der indische Pantheon ist ja bekanntermaßen etwas größer, aber es gibt eine indische Gottheit, die ist um ein Vielfaches bekannter als die anderen und auch den Indern wichtiger als die anderen. Die Rede ist von Genesha, oder Ganapataye namah.

Du kennst ihn wahrscheinlich. Das ist der Gott mit dem Elefantenkopf, den hierzulande praktisch jeder schonmal gesehen hat. Und Ganesha ist der Gott der Weisheit, der Wissenschaften und der Künste. Ich persönlich fand an Ganesha schon alleine die Entstehungsgeschichte, also die Geschichte, wie er zu seinem Elefantenkopf kam, Grund genug, um ihn tief sympathisch zu finden.

Das ist nämlich das, was man im Englischen Life is a bitch nennen würde. Das ganze geht nämlich so: Es fängt an mit dem Gott Shiva und der Göttin Parvati, mit der er verheiratet war. Shiva war, naja, sagen wir mal so, jähzornig, eigensinnig und konnte sich auch schonmal in Dinge reinstürtzen und es leicht übertreiben. Und eine der Dinge, die er gerne mal ausgiebiger machte, war sich zur Meditation ins Himalaya zurückzuziehen. Seine Frau aber wünschte sich ein Kind und da sie eine Göttin war, war sie für diesen Kinderwunsch nicht zwingend auf Shiva angewiesen, deswegen behalf sie sich, indem sie das Kind letztlich aus Lehm formte und damit den Jungen Ganesha schuf.

Der junge Ganesha wuchs heran, während Shiva meditierte und eines Tages, wie sollte es anders sein, kam Shiva nach Hause. Ganesha hatte Shiva noch nie getroffen, er kannte ihn deswegen nicht und ließ ihn erstmal nicht zur Tür herein. Shiva bekam daraufhin einen Wutanfall und schlug ihm den Kopf ab. Seine Frau wurde daraufhin wütend und verlangte, dass er seine Tat rückgängig machen würde und ihren Sohn wiederbelebte. Und deswegen sagte Shiva zu einem Diener, er möge ihm den Kopf des ersten Wesens bringen, dass ihm begegnete.

Tja. Das war ein Elefant. Dumm gelaufen würde ich sagen.

Die mythischen Schriften beschreiben Ganesha trotzdem als verheiratet, er ist ein Symbol für Weisheit und Glück. Der Elefantenkopf deutet symbolisch auf Intelligenz und Weisheit ganz speziell hin. Der Rüssel zum Beispiel steht symbolisch für seine Vielseitigkeit. Kann man doch mit einem Rüssel sowohl Bäume ausreißen, als auch Grashalme aufheben. Ganesh wird oft auf einem Reittier dargestellt oder mit einem Reittier, einer kleinen Maus. Und diese kleine Maus ist für sich genommen auch wieder eine Gottheit und damit in Kombination ist Ganesh der Gott, der alle Hindernisse auf dem spirituellen Weg beseitigen und für weltlichen Erfolg sorgen kann.

Ja. Er ist der Gott der Harmonie und des Friedens; er repräsentiert das Om oder den Pranava Klang. Und Pranava ist das Hauptmantra der Hindus. Nichts kann geschehen, ohne dass es ausgesprochen wird und Ganesh ist damit auch die Gottheit, die praktisch bei allen wichtigen Gegebenheiten zuerst verehrt wird. Ganesh ist meistens die erste Gottheit, die in eine neu zu beziehende Wohnung einzieht und es gibt unzählige symbolträchtige Feste, die zu Ganeshs Ehren gehalten werden oder bei denen Ganesh eine große Rolle spielt.

Und wie bin ich nun auf Ganesh gekommen? Die Zahl 32 war natürlich der Anlass wieder, denn Ganesh wird in hinduistischen Schriften als eine Gottheit mit 32 Formen beschrieben. Die werden auch dargestellt, das heißt, es gibt Ganesh mit 10 Armen; mit einem Löwenkopf mit Rüssel; Ganesh, wie er vierärmig tanzt; Ganesh, wie er auf seinem Reittier sitzt. Alle diese symbolischen Darstellungen sind eine Inkarnation von Ganesha und tragen jede für sich eine eigene Bedeutung.

Übrigens feiert Ganesha auch jedes Jahr Geburtstag und zwar so rund im August/September gibt es in ganz Indien Feste, die Ganesha geweiht sind. Es gibt ganze Städt, die leben zu dieser Zeit davon Ganesh-Figuren zu bauen. Denn all diese Figuren werden bei diesen Festen gesammelt verehrt, angebetet, mit Essen versorgt und zum Teil nach sogar 10 Tage andauernden Feierlichkeiten anschließend ins Wasser geworfen.

Das ist übrigens auch ein Umweltproblem, mit dem man sich in Indien rumschlägt, denn tausende und abertausende von Ganeshfiguren, die zum Teil natürlich auch aus schwer verwertbarem Material geformt sind, lassen sich jetzt nicht so leicht ignorieren. Die Feste sind aber garantiert bunt und fröhlich genug, um sich zu lohnen. Wenn ich also jemals es nach Indien schaffen sollte, dann möchte ich auf jeden Fall versuchen, eines dieser Ganesha Geburtstagsfeste zu treffen und meinem Lieblingsgott – sozusagen – auch ein kleines Ständchen singen.

Bis bald.

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