165 – Antoinische Pest


Die Antoninische Pest war eine Pandemie, die zwischen dem Jahr 165 und 180 über 7 Millionen Menschenleben kostete, eine der größten Krankheitswellen der dokumentierten Geschichte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Antoninische_Pest
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Epidemien_und_Pandemien
http://www.bundeswehr-journal.de/2015/rund-13-millionen-tote-durch-krieg-gegen-den-terror/

Bild: Von Unbekannt – Deutsches Historisches Museum Berlin, Gemeinfrei,https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=22485933

 

 

#165 – Antoinische Pest

Vor zwei Jahren habe ich Urlaub in Südafrika gemacht und genau zu dieser Zeit war an einer anderen Stelle in Afrika deutlich weiter oben eine Pandemie ausgebrochen, nämlich Ebola. Und wie immer bei derartigen Ausbrüchen, war die Öffentlichkeit mehr oder weniger beunruhigt. Ich erinnere mich daran, dass jemand aus meiner Familie mich gefragt hat, ob ich denn ganz bei Trost wäre, wo ich doch nach Afrika fliege, wo ja eventuell dann Ebola als logisches Ergebnis wieder mit mir nach Hause reisen könnte.

Gestorben sind letztlich an Ebola ca. 12.000 – 13.000 Menschen. Zumindest, wenn man den im Web erhältlichen Statistiken glauben darf. Natürlich wird es eine Dunkelziffer geben, aber sagen wir einfach mal eine fünfstellige Anzahl Menschen. Das ist tragisch und schlimm, aber verglichen mit früheren Pandemien gar nichts. Virenkindergarten sozusagen.

Da wäre nämlich zum Beispiel die Seuche, die den Anlass für die heutige Episode gibt. Die Antoninische Pest. Die Antoninische Pest wütete im Jahr 165 n. Chr. und heißt so, weil sie angeblich Marcus Aurelius Antoninus Augustus mit ins Grab genommen haben soll. Ja, das ist der Römische Imperator, der als Mark Aurel bekannt geworden ist und genua zu der Zeit lebte.

165 brach diese Krankheit nun aus. Man vermutet heute, dass es eventuell die Pocken gewesen sein könnten, zumindest, wenn man sich die Beschreibung der Symptome anschaut. Eingeschleppt wurde die Krankheit vermutlich von Römischen Soldaten aus Mesopotamien und die damalige medizinische Heilkunst war der Krankheit gegenüber praktisch hilflos. Sehr, sehr hohe Sterbezahlen belegen das und das gesamte Römische Reich wurde mehr oder weniger entvölkert. Das meine ich durchaus wörtlich.

Innerhalb von 24 Jahren, so ungefähr der dokumentierte Zeitrahmen, in dem diese Pest – nennen wir es mal weiter so – tobte, starben irgendwas um die 7 – 10 Millionen Menschen. Ums in Perspektive zu setzen: Man geht davon aus, dass es so um die 60 – 70 Millionen Menschen im Römischen Reich zu der damaligen Zeit überhaupt gab. Dabei war die Antoninische Pest noch nicht mal die verheerendste Pandemie, die wir kennen.

Da wäre zunächst mal die Pest. Also die Krankheit, die wir als der “Schwarze Tod” mit dem Mittelalter als Die Pandemie schlechthin assoziieren. Die hat um die 25 Millionen Tote zurückgelassen. Auf Platz 2 der größten Pandemien, die wir bisher so kennen, ist eine Krankheit, die eher moderner genannt werden kann und die wir erst seit 1980 kennen, nämlich HIV. Die Krankheit, die für die Immunschwäche Aids verantwortlich ist, hat weltweit bisher – und sie ist ja noch nicht besiegt – 36 Millionen Menschen getötet. Ja und dann haben wir auf Platz 1 die bisher größte dokumentierte Pandemie aller Zeiten, die 1918 bis 1920 – also in nur zwei Jahren – 50 Millionen Menschen umbrachte: Die sogenannte “Spanische Grippe”, Influenza A H1N1.

Und die ist auch der Grund, warum immer wieder so viel Sorge rund um die Schweinegrippe, die Vogelgrippe oder die Grippe der gemeinen Weinbergschnecke herrscht. Denn sowas wollen wir garantiert nie wieder erleben. Dabei ist die Grippe anscheinend wirklich ein Killer. 1957 gab es eine Pandemie, die sogenannte “Asiatische Grippe” mit 1 bis 2 Millionen Tote. 1968 gab es eine Hongkong Grippe Epidemie mit 1 Millionen Tote. 2009, das ist eine der Grippe-Epidemien der neueren Zeit, die Schweinegrippe. Die sieht dagegen mal wieder völlig harmlos aus, mit “nur” 18.449 dokumentierten Toten.

Ist damit also die ganze Sorge, wann immer irgendwo eine Krankheit ausbricht, berechtigt? Naja. Also, sicherlich ist Wachsamkeit berechtigt, aber im Vergleich zu anderen Killern, sind Viruserkrankungen immer noch einigermaßen beherrschbar. So kann man zum Beispiel im Bundeswehr-Journal nachlesen, dass der sogenannte Krieg gegen den Terror, der 2001 ausgerufen wurde, 1,3 Millionen Menschen das Leben gekostet hat. Und das sind überwiegend Iraker, Afghanen, Syrer etc. und da fällt mir jetzt schon irgendwo ein Muster auf.

In Afrika bricht Ebola aus – die Hysterie, die ist bei uns. Im Mittleren Osten werfen wir Bomben ab, aber Angst vor Terror haben wir nur, wenn das vor unserer eigenen Haustüre passiert. Und angesichts von Millionen Menschen, die im Krieg umkommen oder jährlichen 14.000 Toten in Verkehrsunfällen in Deutschland allein, gibt es wahrscheinlich auf dieser Welt größere Bedrohungen als die nächste Grippe-Epidemie.

Bis bald.

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