196 – Eurovision Song Contest


Laut Eurovision.de hat Australien im Schnitt eine Wertung von 196 Punkten…
Aber warum sind die Australier überhaupt als Teilnehmer zugelassen?

Bild: By VugarİbadovOwn work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19870079

 

 

#196 – Eurovision Song Contest

Hand auf’s Herz: Hast Du auch den Eurovision Song Contest angeguckt? Oder hast Du ihn ignoriert und gerade extra nicht angeguckt, weil den alle anderen angesehen haben? Wie auch immer: Es dürfte schwer zu ignorieren gewesen sein, dass Australien mit von der Partie war; übrigens schon zum zweiten Mal. Auc letztes Jahr durfte man sich schon wundern, warum zur Hölle eigentlich Australien beim Eurovision Song Contest antreten darf.

Das werde ich unter anderem heute erklären, denn im Mittel hat Australien immerhin 196 Punkte und ist damit das Land mit der zweithöchsten durchschnittlichen Punktezahl – einen Platz hinter Serbien und Montenegro by the way. Und warum dürfen sie dabei sein? Das ist ganz einfach: Der ESC wird ausgerichtet von der European Broadcasting Union. Und die European Broadcasting Union ist ein Zusammenschluss von Ländern, die nicht notwendigerweise Teil der EU sein müssen und Australien war indirekt sogar 1974 schonmal mit dabei. Damals hat nämlich Olivia Newton John für Großbritannien gesungen und landete damals auf dem vierten Platz.

Seit damals, also seit eine Australierin beim ESC angetreten ist, wird der ESC auch in Australien übertragen und dort aktiv verfolgt. Damit war es letztes Jahr einfach irgendwann auch mal Zeit, den Eurovision Song Contest Fans auch endlich die Gelegenheit zu geben, ganz offiziell ein weiteres Mal anzutreten und dieses Jahr nochmal und auch viele, viele Jahre in der Zukunft hoffentlich.

Die erfolgreichsten ESC-Länder sind übrigens Irland, Schweden und Großbritannien. Irland war immerhin 7 Mal auf dem 1. Platz. Schweden gerade noch 6 Mal und Großbritannien hat es da 5 Mal hingeschafft. Dafür war aber Großbritannien 15 Mal auf dem 2. Platz.

Umgekehrt: Die meisten Niederlagen errang Norwegen. 11 mal auf dem letzten Platz. Belgien hat es 10 Mal dahin geschafft, Finnland 9 Mal und an 4. Stelle sind dann die Deutschen mit 8 Mal. Spektakulär finde ich ja, wie viele Menschen im Zweifel solche Siege und Niederlagen verfolgen: 200 Mio. Zuschauer hatte der ESC dieses Jahr und wir hier hatten praktisch eine ESC-Party. Allerdings muss ich zugeben, ohne Twitter würden wir es nicht einschalten und wahrscheinlich auch nicht aushalten. Ich habe Jahrzehnte lang ESC komplett ignoriert und erst in den letzten 2 Jahren durch Twitter eben, wieder dazu gefunden. Denn bei manchem Kommentar, der da durch meine Timeline gespült wurde, konnte ich gar nicht anders als nachschauen zu wollen, was denn das Objekt der Belästerung gewesen war. Und auch dieses Jahr: Wir hatten den Stream auf der Leinwand und wir hatten Twitter an der Seite durchlaufen und wir haben fast auf die Couch gemacht vor Lachen.

Der ESC wurde ja dieses Jahr 60 Jahre alt und Deutschland war bis jetzt jedes Mal mit am Start, als einziges Land übrigens. Bei der allerersten Ausstrahlung gingen gerade mal 7 Länder an den Start und bis in die 70er hinein war der ESC geprägt von großen französischen Chansons in Begleitung durch das Eurovisions-Orchester. Erst in den 70ern zog dann zunehmend der Pop ein und als ‘74 Abba mit Waterloo gewann, war das der Auftakt ihrer Weltkarriere.

[Auszug aus Waterloo] – Übrigens, volles Orchester im Hintergrund und der Dirigent im Napoleon Kostüm.

Überhaupt waren beim ESC so einige Größen dabei: River Dance zum Beispiel, die zehren bis heute von ihrem Erfolg da. Und einige der Auftritte sind auch absolut beachtenswert. Lordy zum Beispiel, die aussahen wie direkt der Hölle entsprungen und mit einem Heavy Metal Song abräumten.

[Auszug von Lordy] Das waren übrigens Finnen. Wenn Du es gleich scheppern hörst, dann habe ich mir beim Headbangen den Kopf am Laptop angeschlagen.

Stefan Raab, der Guildo Horn ins Rennen schickte und dann später selber antrat. Übrigens bei Guildo Horn – als der auftrat war ich in England und ich weiß noch wie heute als ich in der Tagespresse las, dass der deutsche Kandidat offensichtlich geistesgestört gewesen sein muss. Das war wahrscheinlich lustig gemeint, trotzdem war sich mancher wahrscheinlich nicht so ganz sicher, ob Guildo noch ganz knusper ist.

Stefan Raab folgte ihm dann später und hat mit “Wadde hadde dudde da” immerhin den 5. Platz belegt.

Und letztes Jahr “Heroes” – ich fand es wirklich hörenswert. Das ist immer noch ein Ohrwurm. Dieses Jahr Jamie Lee, ich bin der Meinung, die hätte eigentlich schon ein paar Punkte verdient gehabt. Und ich muss auch mal sagen: Ich finde es wirklich cool, dass ein 200 Mio. Zuschauer Event, die größte Unterhaltungsshow dieses Planeten es schafft, zu polarisieren, zu beeindrucken und dann doch irgendwie zeitgemäße Entscheidungen zu fällen.

Dieses Jahr ein kriegskritischer Song in einer Zeit, in der in Europa alles drunter und drüber geht. Vor 2 Jahren Conchita Wurst. Menschen, die aus dem Kriegsgebiet zum Teil anreisen, um auftreten zu können – auch das gab es schon beim ESC. All das macht die ansonsten doch recht klamaukige Veranstaltung auch irgendwie besonders, finde ich.

Bis bald.

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