213 Snoop Doggy Dogg


Snoop Doggy Dogg ist ein wirklich bunter Charakter. Aufgewachsen in schwierigen Verhältnissen und Mitglied einer Streetgang ist er immer mal wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Ein Mordfall in dem er wegen Notwehr freigesprochen wurde, Drogendelikte, Randalieren auf Flughäfen, Waffenbesitz… Alles war mal dabei.
Da beeindruckt seine Tätigkeit als Regisseur eines erfolgreichen Pornos kaum noch.

 

Bild:By Julian2358Own work, CC BY-SA 4.0,https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47978418

 

 

#213 – 213 Snoop Doggy Dogg

213 ist die Vorwahl von Los Angeles und damit muss man praktisch fast schon zwangsweise diese Zahl für einen Bandnamen, einen Musiktitel, einen Filmtitel oder irgendeinen anderen Titel verwenden, oder? Genau! Und so gibt es dann auch wenig überraschend eine Rap-Combo, die den Titel 213 trägt oder besser gesagt gab es. Denn niemand geringerer als Snoop Dogg war Teil dieser Combo. Genau genommen war es Snoop Dogg, Warren G und Nate Dogg, die zusammen 213 waren.

Und als 213 waren die mindestens mal zwischen 1994 und 2009 unterwegs und ihr bisher einziges Studioalbum haben sie in 2004 herausgebracht und das trug den Titel “The hard way”.

Auf jeden Fall kann man zweifelsohne feststellen, dass Snoop Dogg, der ja Teil von 213 war, eine – sagen wir mal – bunte Persönlichkeit ist. Das fängt schon mit einem völlig unaussprechlichen Namen an. Der heißt nämlich Calvin – das ist noch einfach – Cordozar – nicht sicher, ob ich das richtig ausspreche – Broadus Jr., also Calvin Cordozar Broadus Jr. Da hätte ich mich vielleicht auch lieber Snoop Dogg genannt, wobei ich mich frage und das konnte ich jetzt irgendwie spontan nicht rausfinden, warum das so ist: Wieso der Nachname mit 2 “G” geschrieben wird und zwar sowohl bei Snoop DoGG, als auch bei Nate DoGG. Falls Du das zufällig weißt, gerne einen Kommentar im Blog hinterlassen. Ich wäre mal gespannt auf die Erklärung.

Ursprünglich hat sich der Calvin jedenfalls nicht mal Snoop Dogg, sondern Snoop Doggy Dogg genannt. Und Snoop war dabei der Spitzname, den ihm mal seine Mutter gegeben hat und der lehnt sich an seine Liebe zu den Peanuts an. Das war allerdings auch nicht der einzige Spitzname unter dem er irgendwann mal firmierte. So hat er sich mal Snoop Lion genannt oder unter dem Namen Snoopzilla veröffentlicht.

Aufgewachsen ist er in etwas schwierigen Verhältnissen in einem Armenviertel in Long Beach. Dort begann er auch zu rappen. Jetzt ist es natürlich als Rapper oder Hip Hoper anscheinend immens wichtig für’s Ego, dass man irgendwo eine schwierige Vergangenheit hat und vorzugsweise auch öfter mal mit dem Gesetz in Konflikt war. Da hat Snoop Dogg überhaupt kein Problem, denn er fing schon in seiner Jugend an, zum Beispiel mit Kokain zu handeln und war deswegen auch relativ früh mit dem Gesetz in Konflikt.

Es war dann in den 90ern, als er beschloss sein Leben zu ändern und ins Musikgeschäft einzusteigen. Da traf es sich dann auch ganz gut, dass er von Dr. DRE damals Anfang der 90er dann entdeckt wurde. Ich will jetzt auch künstlerisch gar nicht so viel zu Snoop Dogg sagen, weil ehrlich gesagt: Ich mag zwar Hip Hop und ich habe denke ich auch das eine oder andere von ihm schonmal gehört, allerdings habe ich nicht genug Ahnung, um über seine musikalischen Fähigkeiten mir ein Urteil bilden zu können. Und ich bin nicht wirklich speziell Fan von ihm. Deswegen überlasse ich das mal Berufeneren.

Aber sein sonstiger Hintergrund ist, wie schon gesagt, irgendwie eher bunt. 2006 zum Beispiel hat er Schlagzeilen gemacht, weil er in Heathrow festgenommen wurde, nachdem er und seine 30-köpfige – will ich es eine Gang nennen? – vielleicht auch sein Gefolge; seine Angestellten; sein Team – jedenfalls die 30 Nasen, mit denen er so zu reisen pflegt, eine British Airways Launch nicht betreten durften und deswegen zu randalieren begannen. Eine mögliche Konsequenz damals, die diskutiert wurde und zwei Jahre auch im Raum stand, war Snoop Dogg auf Lebenszeit die Einreise nach England zu verbieten. Dieses Einreiseverbot wurde dann 2008 wieder aufgehoben.

Überhaupt müsste man Snoop Dogg wahrscheinlich mal den ein oder anderen Tipp geben, wie man sich an Flughäfen richtig verhält, denn im Oktober 2006 wurde er in einem Flughafen in Burbank festgenommen, weil bei einer Zufallskontrolle wegen eines Parkvergehens er eine Waffe und Marihuana bei sich hatte. Beides Gegenstände, die nicht auf der Liste der erlaubten Gegenstände an Flughäfen sind und deswegen zu dem einen oder anderen Problemchen mit dem Gesetz führen könnten. Er wurde gegen die Zahlung von 35.000 US-Dollar damals wieder auf freien Fuß gesetzt, aber hey – das kann man sich ja auch mal so leisten als so ein total gefährlicher, erfolgreicher Rapper.

Im Übrigen ist Snoop Dogg Mitglied einer Gang, schon seit seiner Jugend und aus der ist er auch nie ausgetreten. Ich weiß gar nicht, ob man aus sowas überhaupt austreten kann. Jedenfalls hat er praktisch einen Mordprozess oder einen potentiellen Mordprozess am Hals, als er Anfang der 90er in die Erschießung eines Mitglieds einer feindlichen Gang involviert war. Und zwar war er am Steuer gesessen, war gefahren und sein Leibwächter hatte geschossen.

Snoop Dogg behauptete, das war praktisch “Notwehr”, weil es sich bei dem Typen um einen Stalker gehandelt hatte und klar… also… zumindest in den USA versucht man die dann irgendwann mal mit der Waffe zur Raison zu bringen anscheinend. Jedenfalls wurde er wirklich auch freigesprochen, weil das Gericht eine Notwehrsituation anerkannt hatte. Weil sowas auch ein klein wenig ablenkt vom Tagesgeschäft, zog sich damals seine Arbeit an seinem neuesten Studioalbum “Tha Doggfather” ein bisschen hin und deswegen war das dann erst danach, nämlich ‘96 wirklich auf dem Markt erhältlich.

Überhaupt steht Snoop Dogg anscheinend auf Wortspiele mit Dogg. Wir hätten da zum Beispiel “Dogg Pound Gangsta Clique” oder wie wäre es mit “Doggfruit” oder “No Limit Top Dogg”. Im Übrigen heißt auch seine Biographie, die 2001 erschienen ist “Tha Doggfather”.

Nachdem er ja ‘71 geboren ist, war er 2001 ja 30 Jahre alt. Das ist vielleicht ein klein bisschen früh für eine Biografie oder ich bin mit meiner Biografie vielleicht auch einfach nur spät dran. Jedenfalls ist bei dem Titel irgendwie auffällig, dass er einen Albentitel zitiert und nicht ein komplett neues Wortspiel kreiert. Überhaupt scheint der ganze Sektor von Wortspielen zu leben. Da gibt es zum Beispiel eine Plattenlabelfirma namens “Star Track”. Oder wie wäre es mit seinem eigenen Label “Doggystyle” – immer natürlich mit 2 G’s geschrieben.

Jedenfalls machen solche Albentitelplattenlabels und die Namen der Künstler Sätze in der Wikipedia zu wahren Kunstwerken. Wie wäre es zum Beispiel mit diesem hier: “The Last Meal hatte stilistisch nun fast nichts mehr mit No Limit zu tun. Auftritte von Künstlern wie “Kokain”, “Sugarfree”, “Tha Eastsidaz”, “Bad Ass” and “Lil 1/2 Dead” verdeutlichen dies.”

Jedenfalls kennt man Snoop Dogg überwiegend von seinen Musikstücken und da ist auch zwischendurch mal Reggae dabei und er ist als Rastafaripriester unterwegs. Aber das sind längst nicht die einzigen künstlerischen Felder, in denen er tätig ist. Besonders interessant finde ich zum Beispiel, dass er im Jahr 2000 Regie in einem Film geführt hat. Der hieß “Snoop Doggs Doggystyle”. Gut – das war ein Pornofilm, produziert von Hustler, aber trotzdem auch in solchen Filmen führt jemand Regie und das war in dem Fall eben Snoop oder Calvin.

Der Film kombiniert Hip Hop mit nicht jugendfreiem Material. Ja, so kann man es auch nennen, liebe Wikipedia und war wohl kommerziell gesehen ein Erfolg, der sogar als Top Selling Release of the Year Preise gewonnen hat. Das brachte ihn dazu, sich scherzhaft den Spitznamen Snoop Scorsese geben zu lassen.  

Ansonsten gibt es kaum etwas, was Snoop nicht irgendwann mal machte. Der war als Moderator und Host der MTV Europe Music Awards 2007 zum Beispiel in München. Er hat einen Auftritt auf der WWE Wrestlemania gehabt. Er hat Werbung gemacht. Er versucht Schauspieler zu sein. Wenn Du ihn mal irgendwo gesehen hast, er hat versucht anscheinend ein richtig schlechter Schauspieler zu sein und das gelingt ihm verdammt gut. Er hat ein eigenes Klamottenlabel, nämlich Snoop Dogg Clothing und einen Skateboard-Vertrieb, nämlich die Snoop Dogg Boarding Company. Und ansonsten macht er halt nach wie vor Hip Hop. Viel davon.

Bis bald.

2 comments for “213 Snoop Doggy Dogg

  1. minto
    Juni 20, 2016 at 5:44 pm

    von 213 gibts wohl vor allem auch deshalb nichts neues, weil nate dogg 2011 verstorben ist.

  2. Jessica Rohrmoser
    März 26, 2017 at 7:59 am

    Ich finde das ja ein bisschen schade, wie Du Snoop auseinandergenommen hast, aber gut. Hier ein paar Infos zum Double G:

    The spelling “dogg” is often mistakened with the correct spelling of “dawg“.

    The word “dawg” is often used when referring to or getting friends — mainly used by the Black American community.

    Alternative words used instead of “dawg” are: homie, gangster, G, n*gger, bro, brava, etc.

    “Wuddup dawg”
    “Wassup dawg”

    Quelle: http://www.urbandictionary.com/define.php?term=dogg

    Zum Flughafen:
    Mein Lebensgefährte ist amerikanischer R&B Sänger aus Snoops Generation. Wir touren viel, auch mit anderen Künstlern aus der R&B und HipHop Szene. Deshalb gehe ich davon aus, dass die 30 Leute seine Crew gewesen sein wird. Dass sie wohl jeder ein Ticket für die 1. Klasse hatten versteht sich von selbst. Wenn sie also nicht in die Lounge gelassen werden, … wie soll ich sagen… vielleicht lag hier einfach ein Rassen-“Problem” vor. Dazu aber auch noch ein Artikel, das die Situation etwas anders schildert als unsere liebe Wikipedia:

    “In January, an immigration judge, Nehar Bird, found there was no evidence the rapper had been responsible for any public disorder or initiating it and ruled that the authorities had failed to show that his exclusion from Britain would be conducive to the public good.

    The Home Office, saying it was disappointed, appealed. Now it is considering whether to take the case to the Court of Appeal after a senior immigration judge ruled yesterday that Bird had been right.”

    Quelle: https://www.theguardian.com/music/2008/apr/24/urban.britishairwaysbusiness

    Er ist bestimmt kein unbeschriebenes Blatt, aber ganz so schlimm muss man ihn nicht stehen lassen. Es gibt bekanntlich immer 2 Gesichter auf der Medaille.

    Liebe Grüße

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: