288 – Eine Band für den Herrn


In einer Bibelstelle versammeln sich 288 Musiker um König David und Gott zu huldigen. Damit ist 288 praktisch der ideale Name für eine christliche Rockband, oder nicht?

http://www.288band.com/
https://www.facebook.com/288band/
https://en.wikipedia.org/wiki/Christian_rock
https://de.wikipedia.org/wiki/Christlicher_Metal

Bild: https://www.facebook.com/288band/

 

#288 – Eine Band für den Herrn

Die Bibel gilt ja als ein unvergleichlich weises Buch – poetisch, wortgewaltig, inspirierend. Aber wer sich dann mal dran macht und das Buch der Bücher liest stellt fest: Das hat dann auch mal die ein oder andere Länger. Zum Beispiel gibt es da eine Stelle, über die bin ich jetzt bei der Recherche zur heutigen Episode gestolpert.

Da hat König David gerade mal frisch sich durch die Hauptstadt der Ammoniter gemetzelt, dem König seine Krone abgenommen und ist dann siegreich mit seinen Feldherren wieder nach Jerusalem zurückgekommen. Und was macht er da? Das kann man in der Bibel nachlesen. Und zwar in Chronik Kapitel 25.

“Und David samt den Feldhauptleuten sonderten ab zu Ämtern die Kinder Asaphs, Hemans und Jedithuns, die Propheten mit Harfen, Psaltern und Zimbeln; und sie wurden gezählt zum Werk nach ihrem Amt. Unter den Kindern Asaphs waren: Sakkur, Joseph, Nethanja, Asarela, Kinder Asaph, unter Asaph der da weissagte bei dem König.  Von Jedithun: die Kinder Jedithuns waren: Gedalja, Sori, Jesaja, Hasabja, Matthithja, Simei, die sechs, unter ihrem Vater Jedithun, mit Harfen, der da weissagte, zu danken und zu loben den HERRN.”

Oh je, ich kürze das jetzt mal hier ab: Hier werden nämlich Instrumentengruppen aufgezählt. Und naja, wie das so ist in der Bibel – die Namen derer, die diese Instrumente spielen. Und dann endet das ganze in:

“Und es war ihre Zahl samt ihren Brüdern, die im Gesang des HERRN gelehrt waren, allesamt Meister, zweihundertachtundachtzig.”

Wir haben es also mit einer Art englischen Band zu tun oder naja, bei 288 vielleicht eher so eine Art Orchester. Jedenfalls ist genau diese Bibelstelle der Grund, warum eine Band aus New Jersey sich selber den Namen 288 gegeben hat. Und deren Musik, die ist wirklich sehr hörenswert – also, wenn man christliche Rockmusik mag.

[Auszug aus einem Lied der 288]

Die Idee vom christlichen Rock an sich ist ja schon mal irgendwie eine witzige. Denn als Rock´n Roll und Rockmusik generell aufkam, war das ja alles andere als christlich und es wurde ja eher vermutet, es wäre fast schon satanisch oder zumindest mal sündig. Es gehörte praktisch zum Image des Rock dazu und der modernen Jugendmusik der Zeit, auf Kontroverse aus zu sein und auf Gegenkurs zu steuern.

Und damit war das natürlich nur sehr begrenzt kompatibel mit dem christlichen Verständnis und dem Gemeindeleben der damaligen Zeit. Und die Jugendidole der damaligen Zeit waren auch nicht gerade besonders zimperlich. John Lennon zum Beispiel soll mal gesagt haben: Das Christentum würde ja gerade sterben und die Beattles sind inzwischen schon populärer als Jesus. Der hat einfach genau gewusst, wie man sich mit Leuten anfreundet, würde ich sagen.

Mitte der 60er war dann aber irgendwann mal der Bann gebrochen. Da war dann auch wieder gut mit Counter Culture. Rock wurde langsam Main Stream und mit dem Main Stream war dann auch der Zugang für christlich geprägte Rockmusik einfacher. Eine der ersten kommerziell erfolgreichen Rockbands aus dem christlichen Umfeld waren die Crusaders und die veröffentlichten ihr erstes Album 66.

In den 90ern dann kam der sogenannte Alternative Rock dazu und inzwischen haben wir das ganze Spektrum abgedeckt. Von ganz langsamen Rockballaden über Alternative bis hin zu Heavy Metal aus dem christlichen Umfeld. Alles da. Und damit fallen Bands wie die 288 praktisch gar nicht mehr besonders auf. Außer vielleicht durch Musik, die ganz schön ins Ohr geht.

Bis bald.

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