354 Weihnachten!


Themenpate: @drazraeltod

Weihnachten ist eines dieser Feste von denen niemand so genau weiß warum wir es ausgerechnet an dem Datum feiern an dem es gefeiert wird… Aber wenigstens wissen wir seit wann es gefeiert wird.

Bild: CC0, Pixabay, https://pixabay.com/en/christmas-santa-claus-fig-1887306/

 

 

#354 Weihnachten!

Weihnachten ist ja auch irgendwie so ein Ding, das jeder für gegeben hält. Da gibt es einen genauen Ablauf. Da ist bis auf das Gericht, was daheim gekocht wird, festgelegt, was wann und wo zu passieren hat. Es gibt Familien die sich entzweien über die Reihenfolge, in der Leute besucht werden und natürlich beschenken wir uns gegenseitig und das alles an Heiligabend, dem 24. Dezember oder am Weihnachtsmorgen – in den USA zum Beispiel, nämlich am 25. Dezember.

Oder wenn Du orthodoxer Christ bist vielleicht am 6. Januar. Denn die orthodoxen Christen scheinen eine andere Meinung davon zu haben, wann Jesus denn nun geboren ist. Und überhaupt ist es eigentlich gar nicht so richtig klar, woher man denn zu wissen glaubt, wann Jesus geboren ist.

In der christlichen Tradition ist der 25. Dezember ein kirchlicher Feiertag und das seit dem Jahr 336 und eine wahrscheinliche Herkunft wird daraus eben auch abgeleitet. Es war nämlich so, dass am 25. Dezember in Rom ein anderer Feiertag ursprünglich mal galt – nämlich der Feiertag für den Sonnengott und da kann man ja  jetzt mit ein bisschen  links und rechts deuteln  natürlich auch sagen, Christus ist doch eigentlich die wahre Sonne.

Heutzutage feiern religiöse, wie nicht religiöse Menschen Weihnachten. Für diejenigen, die damit nicht das Fest der Geburt Christi verbinden, ist es dann einfach ein Familienfest und besteht dann aus gegenseitigem Beschenken. Das ist ein Brauch, den im Jahr 1535 Martin Luther eingeführt hat. Bis dahin war nämlich die Schenkerei an Nikolaus üblich und Martin Luther dachte sich, die Aufmerksamkeit der Kinder wäre wahrscheinlich besser auf Christus als auf Heilige gelenkt und hat deswegen vorgeschlagen, eben Weihnachten als den Geschenktag zu verwenden. Was jetzt freilich dazu geführt hat, dass heutzutage Kinder an Weihnachten und an Nikolaus Geschenke bekommen – zumindest im deutschsprachigen Raum.

Ich persönlich fand das ja immer total stressig. Man muss sich das mal vorstellen: Man zieht seine Kinder ja praktisch systematisch auf. Da wird schon den ganzen November darüber gesprochen, dass ja jetzt dann bald Weihnachten ist und dass dann ja bald Geschenke kommen. Dann schaffen wir uns einen Adventskalender an, den ein Kind dann Tag für Tag für Tag öffnen kann und damit mit jedem Tag noch etwas aufgeregter wird. Am 6. gibt’s dann auch noch ganz speziell ein bisschen Extra-Geschenke; an jedem Adventssonntag ist dann großes Kuchengemampfe und extra Gefeiere angesagt und bis man dann beim 24. Dezember ankommt, hat man so richtige Nervenbündel daheim. Es gibt ja bekanntlich nichts Schöneres, als gestresste Kinder.

Bei Weihnachten gilt jedenfalls, so wie bei vielen Sachen eben auch: Viele Dinge sind nicht so alt, wie wir es immer glauben. So gibt es den Weihnachtsbaum zum Beispiel seit dem 16. Jahrhundert. Den Adventskranz datiert man auf das Jahr 1839 und der Weihnachtsmann, den hat ja praktisch Coca Cola erfunden – 19. Jahrhundert.

Und warum erzähle ich Dir das alles heute bei der Episode 354? – Weil, die allererste Nennung des Weihnachtsfestes in einem alten Dokument namens Chronograph 354 auftaucht. Das ist ein Hinweis von dem Twitternutzer @drazraeltod und der Chronograph 354 ist nichts anderes als ein spätantiker Kodex, also eine Art Buch- oder Schriftsammlung, in der verschiedene Dinge niedergelegt sind. Zum Beispiel die Geschichte Roms; eine Liste der Geburtstage der Kaiser; Planeten und die dazugehörigen Legenden; dann eine Liste der Tierkreiszeichen und ihrer Bedeutung; verschiedene Konsulen und Kaiser wurden darin portraitiert; es gibt eine Liste von römischen Konsulen; eine Liste von Bischöfen – also es ist ein umfassendes Dokument von vielen verschiedenen, wichtigen und zum Teil auch verwaltungsrelevanten Dingen, zu denen eben auch verschiedene wichtige Feiertage gehören – etwa wann das Osterfest denn nun genau stattfinden soll.

Das Ganze ist aufwendig und kunstvoll illustriert und leider ist das Original nicht mehr erhalten. Es gibt nur noch verschiedene Kopien, die irgendwann im Mittelalter zu unterschiedlichen Zeiten angefertigt worden waren.

Tja. So ist das mit Weihnachten – und ob Jesus nun wirklich am 25. Dezember geboren wurde oder vielleicht doch am 6. Januar oder vielleicht auch nie, weiß kein Mensch.

Bis bald.

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