453 – Attila’s Nasenbluten


Themenpate: Quoii

Attila der Hunnenkönig starb in einer Blutlache aber weit friedlicher als er vermutlich selbst erwartet hätte.

Bild: By Eugène Delacroix – Web Gallery of Art:   Image  Info about artwork, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5965258

 

 

#453 – Attila’ s Nasenbluten

In der amerikanischen Fernsehserie “Six Feet Under” geht es um eine Bestatterfamilie. Eine Besonderheit jeder Episode von “Six Feet Under” ist, dass sie mit einem Todesfall beginnt. Da gibt es Unfälle, seltsame Krankheiten und jedesmal einen anderen Tod, mit dem eine neue Episode beginnt. Einmal ist da jemand an Nasenbluten gestorben und daran musste ich heute denken, als ich den Themenvorschlag von @qouii gelesen habe. Der hat nämlich vorgeschlagen, das Jahr 453 als Themenanker zu nehmen und dort den Tod von Attila dem Hunnenkönig zu besprechen.

Jetzt fällt den Menschen zu Attila eine Menge ein, die Geschichtsschreibung ist gerade nicht zimperlich mit ihm umgegangen, aber wie er gestorben ist, das war mir zumindest nicht präsent. Stattdessen wurde Attila unsterblich als brutaler und kriegerischer Herrscher der Hunnen dargestellt. Fast 20 Jahre lang war er an der Macht, am Anfang noch zusammen mit seinem Bruder, den er dann irgendwann umbrachte.

Attila’ s Reich kann man am ehesten noch mit dem heutigen Ungarn vergleichen. Falls Du “Games of Thrones” Fan bist, ein Vergleich zwischen den Hunnen, die Attila anführte und den Dothraki ist wohl nicht so ganz verkehrt. George Martin hat sich wohl so einiges an Inspiration von den antiken Hunnen und den Mongolen geholt. So verstanden sich die Hunnen als nomadisches Volk. Bogenschießen und Reiten waren wichtige Fähigkeiten und sie verstanden sich als kriegerisches Volk. Durch seine Feldzüge und Schlachten erarbeitete sich Atilla einen Ruf, der dann später in vielen Geschichten weiterlebte. Zum Beispiel gibt es eine von ihm inspirierte Königsfigur im Nibelungenlied. Deswegen ist es allerdings nicht mehr ganz so einfach nachzuvollziehen, wie der historische Attila denn nun wirklich gehandelt hat. Heute geht die Forschung davon aus, dass er wohl diplomatischer war, als man ihm zuschreibt und ein ganz gutes Händchen mit den damaligen Machtverhältnissen gehabt haben muss.

Zurück zu unserem Themenanker: Attila starb im Jahr 453 und zwar in seiner Hochzeitsnacht. Das war freilich nicht seine erste Hochzeitsnacht, denn bei den Hunnen war es damals wohl üblich, dass zumindest mächtige Männer, mehrere Frauen hatten. Das Mädchen, das er damals heiratete, soll bildschön gewesen sein. Attila hatte mit viel Alkohol in die Nacht hinein gefeiert. Dem römischen Gerichtsschreiber Priskos nach, ist er dann irgendwann sturzbesoffen, halbsitzend, auf dem Rücken liegend eingeschlafen. Da hatte er dann irgendwann Nasenbluten bekommen und ist an diesem Blut erstickt. Jetzt ist Priskos nicht die einzige Quelle, es gibt andere, die behaupten, das Mädchen hätte Attila umgebracht. Aber so richtig durchsetzen konnte sich keine der Geschichten.

Attila’ s Volk freilich hat um ihn getrauert und hat ihn dann nach Brauch der Hunnen angemessen bestattet. Es gab ein riesiges Fest und während die Frauen laut klagten und weinten, schnitten sich die Männer die Zöpfe ab und Wunden ins Gesicht, um nach männlicher Hunnenart eben mit Blut, statt mit Tränen zu weinen. Eine ausgewählte Gruppe von Vertrauten hat dann irgendwann Attila’ s Körper genommen und ihn zusammen mit den Grabbeigaben an einem geheimgehaltenen Ort bestattet. Damit dieser Ort auch wirklich geheim blieb, wurden die Totengräber hinterher umgebracht, sodass niemand mehr wusste, wo denn Attila wirklich gegraben wurde.

Bis heute wissen wir nicht, wo er denn nun beigesetzt wurde. Das regt natürlich seit Generationen die Fantasie von Schatzsuchern und Archäologen an, aber die Suche blieb bisher erfolglos. Wer weiß, vielleicht kommt irgendwann einmal aus Ungarn eine Sensationsmeldung. Aber selbst wenn wir ihn finden, wird es wahrscheinlich nach so langer Zeit schwierig werden, nachzuweisen, ob er wirklich an Nasenbluten gestorben ist. Möglich ist es allerdings schon.

Liegt man nämlich auf dem Rücken, wenn man Nasenbluten bekommt, gibt es das Risiko, dass das Blut hinten in die Atemwege läuft. Ist man betrunken dabei, dann reagiert man darauf vielleicht nicht richtig. Löst das unter Umständen sogar noch einen Brechreiz aus, dann erstickt man schlicht und ergreifend an Blut oder am Erbrochenem. Das ist auch der Grund, warum man bei Nasenbluten nicht den Kopf in den Nacken legen sollte oder sich auf den Rücken legen, wie es wahnsinnig viele Leute fälschlicherweise tun. Stattdessen aufrecht hinsetzen, den Kopf vielleicht nach vorne neigen und die Nasenflügel zudrücken, bis die Blutung gestillt ist.

Bis bald.

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