UN Resolution 242 – Der Sechstagekrieg


Der Sechstagekrieg vom 5.-11.Juni 1967 ist ein Konflikt, den man verstehen muss wenn man sich mit den Konflikten rund um Israel beschäftigt. In einem unvergleichlichen präventiven Überraschungskrieg gewann Israel damals die Kontrolle über die Halbinsel Sinai, sicherte den Zugang zum Roten Meer und eroberte strategische Regionen in seiner Nachbarschaft. Bis heute sind einzelne dieser Regionen unter Israelischer Kontrolle. Am Ende des Kriegs stand die UN Resolution 242, die unter anderem auch Israels Recht auf einen Staat mit friedlichen Grenzen festhielt…

http://www.britannica.com/topic/United-Nations-Resolution-242
http://www.wissen.de/israels-sechstagekrieg-drei-fronten
https://de.wikipedia.org/wiki/Sechstagekrieg
https://www.tagesschau.de/jahresrueckblick/meldung221696.html

Bild: Von HoheitEigenes Werk, File:Israel_location_map.svg,Six_Day_War_Terrritories.png, File:Six Day War Territories.svg, CC BY-SA 3.0,https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=33418259

 

#242 – UN Resolution 242 – Der Sechstagekrieg

Immer, wenn ich in meiner Jugend Nachrichten gesehen habe, gab es ein Thema, dass auf jeden Fall erwähnt wurde: Der Nahostkonflikt.

Immer, wenn ich heute die Nachrichten einschalte, gibt es ein Thema, dass immer wieder Erwähnung findet: Der Nahostkonflikt.

Und ich habe die Befürchtung, dass diese Konflikte auch in Zukunft die Nachrichten meiner Kinder begleiten werden. Interessant ist, auf welchen Säulen da so mancher Konflikt und manche Diskussion fußt.

Im Jahr 1967 zum Beispiel: Damals war das Land Israel zwar schon etabliert, aber seine Nachbarn, die arabischen Staaten, Ägypten, Jordanien und Syrien hatten sich bisher geweigert diesen Staat als legitim anzuerkennen. Und Israel hatte ein paar Probleme. So gab es zum Beispiel relativ wenige Bodenschätze in der Region. Die gibt es auch heute noch. Und Israel hatte keinen Zugang zu Erdölreserven, oder nur sehr wenig.

Wasser war ein Riesenproblem und die Form des Landes selbst war auch ungünstig. Denn es gab eine Art Wespentaille, an der Israel doch ziemlich verwundbar war. Umgeben also von Feinden, mit sehr begrenztem Wasserzugang und relativ wenig wertvolle Bodenschätze. Das war die Ausgangslage im Juni 1967.

Israels Nachbarn hatten begonnen, das Land in einen Würgegriff zu nehmen. Ägypten, die zu dem Zeitpunkt schon drei Kriege mit Israel gefochten hatten und sich von Israel bedroht sahen und auch die Existenzgrundlage Israels ganz grundsätzlich anzweifelte, hatten schon einige Zeit begonnen wieder aufzurüsten und ermunterten ganz offen Jordanien und Syrien, Truppen an die israelische Grenze zu verlagern. Gleichzeitig gab es Verhandlungen, die internationalen Truppen, die auf der Sinai Halbinsel stationiert waren abzuziehen und damit freie Bahn zu schaffen.

Das Fass schließlich zum überlaufen brachte dann das Schließen der Straße von Tiran. Die Straße von Tiran ist ein wichtiger Handelsweg, der über das Rote Meer zu Israel führt. Ägypten beschloss nun diese Transportmöglichkeit für israelische Boote und Lieferungen nach Israel komplett abzuriegeln. Für Israel fiel damit ein wichtiger Handelsweg, über den Erdöl ins Land gelangte, weg und statt zwei Zugänge zu zwei Meeren, hatte es plötzlich nur noch Zugang zum Mittelmeer.

Israels Politiker hatten sich auch schon mehrmals zu diesem theoretischen Fall geäußert und ihn als den Casus Belli bezeichnet – also den letzten fehlenden Kriegsgrund.

Und der ägyptische Staatspräsident Nassa machte auch keinen Hehl aus seinem eigentlichen Plan. Zitat: “Unser Ziel ist die Zerstörung Israels. Das arabische Volk ist bereit zu kämpfen. Sharm El Sheikh ist eine Konfrontation mit Israel”. Außerdem schloss Ägypten mit Jordanien und Syrien einen Verteidigungspakt ab und damit war die Umzingelung Israels abgeschlossen.

Die Truppen, die sich um Israel bereitmachten, waren in ihrer Stärke ungefähr vergleichbar mit der israelischen Armee. Um die 250.000 Soldaten, ca. 2.000 Panzer und 700 Kampfflugzeuge waren von den arabischen Staaten aufgeboten worden. Trotzdem war es wohl so, dass die westlichen Großmächte USA, Frankreich und Großbritannien Israel nicht ernsthaft in Gefahr sahen. Denn schon damals waren israelische Streitkräfte top ausgebildet, hoch modern ausgestattet und im Allgemeinen kampferprobter als die Truppen ihrer Nachbarn.

Israel jedenfalls wartete nicht, bis ihm der Krieg erklärt wurde. Stattdessen entschloss man sich zu einem Präventivschlag und das begann am 5. Juni. Israelische Kampfflugzeuge begannen damit, unter dem ägyptischen Radar hin, sämtliche ägyptischen Flugfelder anzusteuern und schafften es in ihrem allerersten Schlag, über 385 modernste Flugzeuge noch am Boden zu vernichten, etwa 100 ägyptische Piloten zu töten und damit schon am ersten Tag den Krieg praktisch schon für sich zu entscheiden. Denn ab jetzt hatten die arabischen Truppen keine Luftunterstützung mehr und die israelischen Einheiten konnten ungehindert mit ihren Bodenstreitkräften vordringen. Auch der Gazastreifen wurde noch am ersten Tag durchquert, wobei alle Bodentruppen, die dort stationiert wurden, ohne große Verluste besiegt werden konnten.

Am dritten Tag standen israelische Panzer dann vorne am Suezkanal. Gleichzeitig wurden die Golanhöhen angegriffen, von denen aus Syrien regelmäßig mit Artelleriegeschützen auf israelische Einrichtungen geschossen hatte.

Am Ende des Krieges, der nur sechs Tage lang dauerte, hatte Israel die arabischen Truppen besiegt, hatte die komplette Sinai Halbinsel, den Gazastreifen und das Westjordanland mit der historischen Altstadt von Jerusalem unter seiner Kontrolle und die Golanhöhen eingenommen.

Nach diesen sechs Tagen jedenfalls stand fest, dass der Krieg von Israel gewonnen worden war. Aber das war weder der letzte Krieg, der dort in der Region geführt wurde, noch blieb die Besetzung folgenlos. Für eine Weile war die Sinai Halbinsel die Grenze zwischen Israel und Ägypten und Ägypten war mitnichten mit dieser Grenze einverstanden. Der Suezkanal war auf Jahre hinweg nicht benutzbar, was Einfluss auf den globalen Handel hatte. Außerdem verlaufen seither die Grenzen Israels anders.

Die Sinai Halbiinsel wurde 1982 nach dem Friedensvertrag von Camp David an Ägypten zurückgegeben. Und wer aufmerksam die Nachrichten verfolgt weiß natürlich, dass Ost-Jerusalem, der Gazastreifen, Westjordanland oder die Golanhöhen nach wie vor ein stetiger Konfliktherd in der Region sind.

Offiziell abgeschlossen wurde der Krieg am 22. November 1967, als die UNO nämlich die Resolution 242 verabschiedete, in der sie dazu aufforderte, Israel als Staat anzuerkennen, was damals sämtliche arabischen Staaten der Nachbarschaft ausschlossen, inzwischen aber nicht mehr wirklich zur Debatte steht. Wobei…. das hängt wahrscheinlich leider davon ab, wen man in der Region jetzt gerade wieder fragt. Feinde hat Israel ja so manche.

Auf jeden Fall lässt sich der Sechstagekrieg nicht aus den Ereignissen im mittleren Osten wegdenken und auf dem basiert auch heute noch jede Diskussion um diesen Konflikt in der Region.

Bis bald!

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