258 suchten Anton


Nach dem kleinen Anton suchten im September 2014 258 Menschen. Zum Glück wurde er damals auch schnell gefunden. Dieses Glück haben leider nicht alle Kinder…

http://www.lr-online.de/regionen/elbe-elster/finsterwalde/Polizei-dankt-Antons-Rettern;art1057,4737957
http://www.mittelbayerische.de/panorama-nachrichten/jaehrlich-100000-kinder-in-deutschland-vermisst-21934-art656391.html
http://www.sat1.de/tv/fahndung-deutschland/bilder/vermisste-kinder-in-deutschland

Bild: CC0, Pixabay (https://pixabay.com/en/icon-person-group-people-together-1250084/)

 

#258 – 258 suchten Anton

Was sich im September 2014 in Fensterwalde abgespielt hat ist, trotz seines glimpflichen Ausganges, der Alptraum aller Eltern da draußen, da bin ich mir ganz sicher.

Hauptdarsteller der Geschichte ist der zu dem Zeitpunkt 21 Monate alte kleine Anton. Der geht zu dem Zeitpunkt in die KiTa. Die KiTa – das ist eine Kinderbetreuungsstätte in der in der Regel jüngere Kinder untergebracht sind. Und im Falle von Anton sind es insgesamt neun Kinder und zwei Erzieherinnen und die machen mit den Kindern an dem Tag was wirklich schönes. Die gehen nämlich raus und machen ein Picknick.

Und dann passiert etwas, das gar nicht so selten vorkommt. Ein Kind tut sich weh und muss getröstet werden. Während die Erzieherinnen dieses Kind trösten, passen sie mal ganz kurz nicht auf. Und plötzlich ist Anton weg. Die Erzieherinnen bemerken es relativ schnell und fangen sofort mit der Suche an, können Anton aber nicht finden und verständigen schließlich die Polizei.

Um 12.00 Uhr sind schon um die 10 Polizeifahrzeuge unterwegs, Lautsprecherdurchsagen werden gemacht, um die Umgebung und alle anwesenden Personen darüber zu informieren, dass ein Kind vermisst wird und wie das Kind genau aussieht. Die Polizei sorgt dafür, dass keine großen Maschinen mehr auf den Feldern zum Einsatz kommt und zeitweise wird sogar die in der Nähe vorbeiführende Bundesstraße komplett gesperrt. In solchen Fällen ist das ganze eher eine Art Wettlauf als irgendetwas anderes. Wenn es nämlich erst einmal dunkel wird und dann vielleicht noch Nebel aufkommt, wird es zunehmend schwierig ein Kind im Alter von 21 Monaten irgendwo zu finden. Dazu kommt noch die Angst, dass ja irgendetwas passiert sein könnte. An so Dinge wie Entführung und so will man da noch gar nicht denken zu dem Zeitpunkt.

Antons Fall ist einer von rund 50.000 jedes Jahr in Deutschland. Nochmal so viel verschwinden und tauchen innerhalb der ersten zwei, drei Stunden wieder auf. Die 50.000, die zur Anzeige gebracht werden, werden in aller Regel auch schnell gefunden. Nur etwa 2% der Kinder bleiben über einen längeren Zeitraum verschwunden.

Die größten Chancen ein vermisstes Kind zu finden hat man nach Meinung der Experten direkt am Anfang, gleich nach dem Verschwinden. Es stimmt auch nicht, dass die Polizei prinzipiell 24 Stunden wartet, bevor eine Vermisstenmeldung auch in einer Suchaktion mündet – ganz im Gegenteil. Sobald Eltern ihr Kind vermissen und Freunde und Verwandte durchtelefoniert haben, ohne erfolgreich gewesen zu sein, sollten sie sich sofort bei der Polizei melden und sie wird diesen Anruf auch ernst nehmen und sofort mit der Suche beginnen.

Im Fall des kleinen Anton hat das immerhin 258 Menschen mobilisiert und das ist auch der Themenanker für die heutige Episode. Gefunden wurde er dann von zwei in der Region arbeitenden Vermessungstechnikern. Die hatten sich spontan der Suchmannschaft angeschlossen, als sie sich eh nicht mehr auf ihre Arbeit konzentrieren konnten. Und die haben ihn dann auch 3 km von dem Picknickplatz seiner KiTa entfernt in einer Senke gefunden. Sehr zur Erleichterung aller anderen Beteiligten.

Bis bald.

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