425 μm Hornhautrestdicke

Themenpate: @zmahlzeit

Für Piloten gibt es detaillierte Vorgaben zu ihrer Gesundheit und Sehfähigkeit. Die Mindestrestdicke der sogenannten Hornhaut ist eine davon.

Bild: Von Oculus333 – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48095085

 

 

#425 – 425 μm Hornhautrestdicke

So, heute ist wieder – und das ist reiner Zufall – @zmahlzeit Themenpate. Und bei dem Eintrag, den er in der Themenpatenliste gelassen hat, war ich erstmal verwirrt. Da stand nämlich als Themenanker “445 Mikrometer” als mindesterforderliche Hornhautrestdicke von Piloten von Hochleistungsflugzeugen. Horn-haut-rest-dicke. Man muss schon sagen: Die deutsche Sprache ist großartig, oder? Hornhautrestdicke, das ist so ein Wort, da frage ich mich, wie man das wohl ins Englische übersetzen würde.

Moment! Google Translate: Hornhautrestdicke – “corneal skinthickness”. Ich weiß jetzt leider auch nicht, auf welcher Party man dieses Wissen anbringen kann, aber immerhin ist das irgendwie auch Wissen.

Jedenfalls: Hornhautrestdicke ist offensichtlich notwendig, um Hochleistungsflugzeuge zu fliegen. Da sprechen wir von so Dingen wie einer Mick 29, einem Tornado oder ähnlichen Kalibern. Ich habe jetzt bei Hornhaut in erster Linie an die Haut gedacht, die man an den Fingern oder an den Füßen hat. Ich habe speziell an den Händen davon eine ganze Menge, weil ich ja hobbymäßig klettere und immer wenn man seine Haut beansprucht, bildet sich an den Stellen, an denen sie übermäßig beansprucht wird, eben schützendes, jedoch totes Hautgewebe. Eigentlich nennt man das auch nicht Hornhaut, sondern Hornschwielen und die entstehen durch eine Art chronische Entzündung, die eine Narbe produziert. Diese Entzündung wiederum entsteht durch Belastung – in meinem Fall durch’s Klettern. Eine bekannte Form der Hornschwiele ist auch das Hühnerauge, aber es gibt auch ganz harmlose Erscheinung, eben die ganz normale umgangssprachlich Hornhaut genannte Haut an Füßen und Händen.

Deswegen auch mein erster Gedanke, als ich den Themenanker in der Liste sah: Warum brauchen Piloten Hornhaut?! Noch dazu, eine Mindesthornhaut? Es klärte sich dann auf, als ich es nachgelesen habe. Weil der Begriff Hornhaut, der steht eigentlich für was anderes. Als Hornhaut bezeichnet der Fachmann nämlich die durchsichtige, mit Tränenflüssigkeit benetzte gewölbte vordere Seite, die äußerste Haut des Augapfels. Und die Hornhaut bricht das Licht. Wie dick die Hornhaut ist und welche Form sie hat, beeinflusst damit eben auch, wie scharf wir sehen.

In verschiedenen Augenoperationen kann diese Hornhaut auch verändert werden. Es gibt natürlich auch Krankheiten, die diese Hornhaut angreifen können. Auch das Alter verändert diese Hornhaut. Jedenfalls gelten für Piloten Mindestdicken. Man kann diese Dicke auch relativ einfach mit einem Spezialgerät messen und für Hochleistungspiloten oder Piloten von Hochleistungsflugzeugen vielmehr, beträgt diese Dicke 425 Mikrometer. Für Piloten von Passagierflugzeugen – also Airbus, Boeing, Transalls, Dash usw. – gelten etwas entspanntere Regelungen: 325 Mikrometer sind da die Mindestrestdicke.

Das heißt, wer sich seine Augen hat lasern lassen und damit eben von dieser Hornhaut Teile hat abtragen lassen, der kann dann vielleicht keine Mick 29 mehr fliegen und darf auch keinen Kunstflug mehr machen, aber so einen Airbus oder eine Boeing, die dürfte man unter Umständen noch pilotieren.

Bis bald.

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