464 Kaiser Wu von Liang

Themenpate: @adamosbach

Als er gewaltsam abgesetzt wurde hatte Kaiser Wu der Liang Dynastie eine der stabilsten und produktivsten Regentschaften der damaligen Zeit hinter sich gebracht.

Bild: By 猫猫的日记本 – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=22990080

 

 

#464 – Kaiser Wu von Liang

Die Notiz, die mir heute @adamosbach im Themenpatensheet hinterlassen hat, die ist für sich genommen schon irgendwie auch ein kleines Kunstwerk. Er hat nämlich vorgeschlagen, über den chinesischen Kaiser, Liáng Wǔ Dì zu sprechen und die Notiz dazu ist:

“Hatten wir schon chinesische Kaiser?”.

Wu ist 464 geboren, Buddha vor Konfuzius, schöne Künste, goldenes Zeitalter, Dichtkunst, gegen Todesstrafe, Hochschulen und so weiter. Die Regentschaft von Kaiser Wu zeichnete sich durch Stabilität aus. Er war der erste Kaiser, der sogenannten Liang-Dynastie und löste damit die Han ab. Für in chinesische Geschichte ungeübte, lesen sich Artikel über die Kaiser, der damaligen Zeit eher schwierig. Denn es gibt einmal den offiziellen Namen, “Kaiser Wu von Liang” und dann gibt es noch den persönlichen Namen, der in unserem Fall Xiāo Yǎn ist. Dann hätten wir noch einen höflichen Namen, namens Shuda und einen Spitznamen, der Lian’er wohl heißt – nicht, dass ich wohl wüsste, wie man das ausspricht.

Er war wohl in vieler Hinsicht ein gebildeter Schöngeist, er schrieb Gedichte, er gründete Universitäten, er pflegte Korrespondenzen und verordnete, dass nobel geborene ganz grundsätzlich in Universitäten zu gehen hatten. Ungewöhnlich war an diesem Kaiser auch, dass er seinen Untergebenen erlaubte, von ihm abweichende Meinungen zu haben und das dann auch zu äußern. Er galt als sparsam und zuverlässig. Er war einigermaßen ein milder Kaiser, zum Beispiel hielt er nichts von der Todesstrafe. Diese Milde ging aber auch ein wenig zu weit. Das große Problem, dass ihm zum Schluss dann auch zu Fall brachte, war, die Korruption seiner Verwandten im Reich. Das kam damals überhaupt nicht gut an, denn auch wenn der Kaiser selber als milde galt, war es trotzdem so, dass die Gesetze der damaligen Zeit, drakonisch waren. Während normale Untergebene schon für verhältnismäßig kleine Vergehen in Sippenhaft genommen wurden oder drakonisch bestraft wurden, schienen eben die Verwandten des Kaisers ungeschoren davon zu kommen.

In den letzten Jahren seiner Regierung versuchte er da auch gegen vorzugehen und zumindest den übermäßigen Reichtum mancher Staatsbediensteter und Verwandter einen Riegel vorzuschieben. So richtig durch kam er allerdings nicht mehr.

Beendet wurde die Regierung von Kaiser Wu, durch die Rebellion eines seiner Generäle. Der nahm schließlich die zentrale Stadt des Reiches ein und hielt den Kaiser, sowie seinen erklärten Nachfolger gefangen und setzte beide unter Hausarrest. Nach und nach versuchte er Kaiser Wu dann zu verschiedenen Erlassen zu erpressen, der sich aber weitestgehend weigerte. So starb er dann im Jahr 549 immer noch unter Hausarrest.

Historiker gehen davon aus, dass er wahrscheinlich verhungert ist. Es gibt auch Quellen, die behaupten, er wäre an einer Krankheit verstorben. Sein Nachfolger durfte schließlich doch den Thron besteigen. Von Kaiser Wu bleiben unzählige Geschichten in der buddhistischen Tradition erhalten. Denn, dass Kaiser Wu zum Buddhismus bekehrt war, merkte man da natürlich auch in seinen Erlassen und seinem Regierungsstil.

Bis bald.

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