DB 423

Themenpate: @drazraeltod

Münchner, Frankfurter, Kölner und Stuttgarter kennen diese S-Bahnen. Die DB423 ist seit fast 20 Jahren im Dauereinsatz und der Zug, den ich mir vorstelle wenn ich von S-Bahnen höre…

  • https://de.wikipedia.org/wiki/DB-Baureihe_423
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Notbremsüberbrückung

Bild: Von MdE aus der deutschsprachigen Wikipedia (→ Benutzerseite auf Commons) – Eigenes Foto, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9858236

 

 

#423 – DB 423

Es gibt Zahlenbereiche, in denen häufen sich Themen. Zum Beispiel hätte ich seit 380 oder so, jede zweite Folge über irgendwelche Bahnthemen sprechen können und habe das auch ein paar Mal gemacht. Heute ist wieder so ein Thema. @drazraeltod schlägt vor, heute über die S-Bahn zu sprechen. Genau genommen über die Baureihe 423 der Deutschen Bahn. Das sind S-Bahnen, die jeder, der schonmal in München oder in Frankfurt S-Bahn gefahren ist, kennt.

Außerdem kann man dem in Stuttgart und in Köln begegnen. Seit 1998 wurden 462 Stück von diesem Zug gebaut. Fast 70 Meter lang und schon ein recht modernes Stück Technik, denn immerhin wird alles elektronisch gesteuert und es befindet sich zu dem Zweck ein mit 1 Mbit pro Sekunde jetzt nicht gerade beeindruckender Datenbus in Betrieb, zwischen den Zügen und im Zug selbst.

Verwendet werden kann diese S-Bahn in drei Konfigurationen: Einmal als Kurzzug oder wenn man zwei Kurzzüge kombiniert, als Vollzug und drei Kurzzüge zusammen ergeben einen Langzug. Zu zweifelhafter Bekanntheit brachte es diese S-Bahn Baureihe im Jahr 2008. Damals fing nämlich die Staatsanwaltschaft Köln an gegen Beamte der Eisenbahnbundesämter zu ermitteln, weil die den Betrieb dieser Züge genehmigt hatten, obwohl die automatisch schließenden Türen manchmal nicht sicher funktionierten. Die Lichtschranke war nämlich in Bodennähe verbaut worden. Und wann funktioniert das nicht? Naja, das funktioniert dann nicht, wenn jemand noch versucht in letzter Sekunde in die S-Bahn zu springen und mit der Hand die Tür stoppen möchte.

Das kommt gelegentlich vor. Das Problem nun: Die S-Bahn der Baureihe 423 waren zertifiziert ohne Zugbegleiter und ohne Sichtprüfung zu fahren. Das heißt, die Schließsysteme galten als sicher genug, dass man sich nicht überwachen musste. Das führte dann in mindestens 27 Fällen zu Unfällen. Keiner davon tödlich – Gott sei Dank – alle wurden durch schnellhandelnde andere Passagiere, die die Notbremse zogen, gerettet. Aber trotzdem beunruhigend.

Gelöst hat man das Problem dann, indem man diese Züge nach und nach mit bis zur Decke reichenden Lichtgittern nachgerüstet hat. Jetzt ist es so, dass auch eine durchgestreckte Hand oder eine Tasche, die noch in letzter Sekunde durch die Lichtschranke kommt reicht, um die Tür wieder auszulösen.

Außerdem muss ab einer gewissen Länge ein Zugbegleiter mitfahren und die Fahrer kontrollieren wieder, ob auch wirklich alle Türen frei sind, bevor sie anfahren.

In dem Zusammenhang habe ich auch den Begriff der “Notbremsüberbrückung” gelernt. Bis heute dachte ich nämlich, dass wenn ich eine Notbremsung einleite, der Zug sofort anhält. Das ist aber nicht immer sinnvoll – habe ich heute gelernt. Stellen wir uns zum Beispiel vor: Der Zug brennt und wir sind in einem Tunnel. Da will man nicht mit dem Zug anhalten. Das kann fatale Folgen haben. Gelöst wird dieses Problem eben mit der Notbremsüberbrückung. Das heißt, nur weil ich auf die Notbremse drücke oder an dem Hebel ziehe, wird nicht sofort eine Bremsung eingeleitet, sondern der Zug fährt bis zum nächsten sicheren Haltepunkt und hält dann an. Das sind natürlich Bahnsteige oder Ausgänge von Tunnel etc. Jedenfalls nicht im Tunnel und nicht auf Kreuzungen usw.

Ja und das, das ist jetzt auch schon alles, was ich am DB-Modell 423 interessant fand, außer vielleicht noch der sehr schönen roten Farbe. Denn rot ist ja meine Lieblingsfarbe.

Bis bald.

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