Mile High Club in der Cessna 421

Themenpate: @NackImKopf

Der Mile High Club hat angeblich 1.5 Millionen Mitglieder. So viele hatten angeblich schon Sex in einem Flugzeug das eine Meile über dem Boden war. Heutzutage lässt sich das auch per Einzelflug buchen…

Sounds: Zagi, Freesound, BY-NC, Sound1, Sound2

Bild: The Atlantic

 

 

#421 – Mile High Club in der Cessna 421

Wenn wir die Energie, die wir als Menschen, darauf verwenden, orginelle Orte für Sexstellungen oder absurde Praktiken zu finden, in den Klimawandel stecken würden, dann hätten wir keine Probleme mehr mit dem Klimawandel. Entweder, weil wir ihn in den Griff bekommen würden oder weil es weniger Menschen gäbe. Jedenfalls ist es schon erstaunlich, worüber man sich wirklich Gedanken macht. 80 Mio. Amerikaner zum Beispiel wären gerne Mitglied im Mile High Club.

[Auszug Musik]

Das sind überwiegend Männer. Warum überrascht mich das nicht? Selbst bei Männern stellt sich die Frage, was die denn jetzt so scharf daran finden, auf einem Flugzeugklo zu “poppen”? Jetzt mal ehrlich: Allein der Geruch einer durchschnittlichen Flugzeugtoilette turnt zumindest mich völlig ab. Das erklärt auch, warum die meisten momentan Mile High Club-Mitglieder – man schätzt so ungefähr 1,5 Mio. davon gibt es – eigentlich eher gehobene Preisklasse fliegen. Die fliegen dann zum Beispiel erster Klasse, wo manche Fluggesellschaften sowieso schon so eine Art Doppelbett anbieten und die Klos eigentlich fast schon Badezimmer in Spa’s sein könnten – zumindest bei den wirklich großen Airlines. Oder die fliegen einfach privat durch die Gegend und dann ist vorne ihr persönlicher Pilot und hinten hat niemand sonst was verloren, außer den beiden Liebestäubchen.

Weil das so aufregend ist und irgendwie auch für Erfolg – und ich habe es geschafft im Leben, weil ich habe eine Frau gefunden, die sogar auf einer Flugzeugtoilette mit mir schlafen würde – steht, machen es dann alle möglichen Leute nach. Oder behaupten es zumindest. Man kann Mitglied im Club werden – ja, es gibt eine Website, auf der man eine Mitgliedschaft beantragen kann. Es gibt T-Shirts, Tassen und Caps und Hoodies, alle versehen mit einem super schicken Mile High Club Logo. Denn natürlich will man ja nicht nur Sex haben über den Wolken, also mehr als eine Meile über dem Grund. Nein, man will das hinterher der Welt auch mitteilen. Genau darin unterscheidet sich der Mile High Club von allen anderen Verkehrsmitteln.

Ich habe noch nie jemanden gehört, der damit angegeben hätte, dass er Sex in einem Zug gehabt hätte. Wäre das dann eigentlich der Mile Long Club? Oder wie wäre es auf all die anderen Fahrzeugen, die man sich da so ausmalen kann? Sex im Auto, Sex im Fernbus – das wäre dann der Flexy Club vielleicht? Alle diese Verkehrsmittel haben jedenfalls gemeinsam, dass man doch so einige Aufmerksamkeit hat, wenn man darin Sex haben will. Es schließt auch den Mile High Club ein. Manchmal kann man sich dem gar nicht entziehen. Zum Beispiel hat 2015 in Stockholm ein Flugbegleiter einem Pärchen zur erfolgreichen Fortpflanzung gratuliert. Per Durchsage im Flugzeug!

Singapur Airlines bot seinen Passagieren bei Einführung des A380 um Diskretion. Zwar wären in der ersten Klasse Doppelbetten vorhanden, aber man würde dann doch bitten auf die anderen Passagiere Rücksicht zu nehmen. Denn leider werden die Kabinen nun mal nicht schallisoliert. Ja ja, so ist es, die Lüste der Singapur-Airlines-Reisenden.

Als aller erstes Mitglied gilt übrigens der Pilot und Konstrukteur Lawrence Sperry. Der hat nämlich 1916 einen selbst konstruierten Autopilot über New York getestet. Was kann man da besser tun, als einfach mal mit irgendjemanden Sex zu haben, während der Autopilot, den man sich gerade zusammengebastelt hat entscheidet, ob man im Hudson an der Fassade oder irgendeines Hochhauses oder dann vielleicht doch einfach weiter in der Luft bleibt. Mindestens ein Fall ist auch aktenkundig, in dem Sex an Bord eines Sexflugzeugs an einem Flugunfall beteiligt war.

Wem das alles zu gefährlich klingt, wer jetzt die Publicity scheut und eigentlich sowieso keine Zuschauer möchte, aber trotzdem als Lebenstraum die Mitgliedschaft im Mile High Club hat, dem kann geholfen werden. Da bedanken wir uns ganz kurz bei Podcast- und Twitternachbarschaft. @nackimkopf hat nämlich vorgeschlagen, über die Cessna 421 der Firma “Lovecloud Vegas” zu sprechen.

Die  Cessna 421 ist im Normalfall eigentlich völlig unspektakulär. Das ist im Grunde eine sechssitzrige Privatmaschine. Aber natürlich kann man die “rausrupfen” und kann ein Bett reinbauen. Et voilá, fertig ist das fliegende Liebesnest!

Der Betreiber versichert auf der Website, dass der Pilot über schallisolierte Kopfhörer verfügen würde und deswegen dem Treiben hinter ihm, nicht zuhören könnte. Ticketpreise gehen bei 799 $ pro Flug los, das sind dann 30 Minuten und eine VIP Mitgliedskarte ist dann inbegriffen und gehen rauf bis 1.400 $. Da sind es dann bis 1,5 Stunden flug. Es dauert 5 bis 10 Minuten bis das Flugzeug auf der richtigen Höhe ist. Dann kann man da seine Mitgliedschaft erwerben und danach landet der Vogel wieder in 5 bis 10 Minuten. Das heißt, wenn man Pech hat, dann hat man für 800 $ genau 10 Minuten lang Sex gehabt. Das wäre ja in etwa die Länge eines Anerzählt Podcasts. Ich weiß was: Ich biete Podcastflüge an. 800 $ und Du darfst Dir 10 Minuten lang den neuesten Anerzählt anhören. Ich werde reich!

Für die 1.400 $ hingegen, da hätte man dann natürlich 1,5 Stunden Zeit. Da geht dann auch ein bisschen Vorspiel würde ich sagen. So oder so, ich persönlich wüsste jetzt mit 1.400 $ aufregenderes anzufangen. Die Vorstellung von jemandem durch die Gegend geflogen zu werden, um eine Mitgliedschaft zu erwerben, die sowieso nur was Wert ist, wenn ich hinterher aller Welt davon erzähle – die turnen zumindest mich doch eher ab.

Bis bald.

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