17.4 – J.P. Morgan


John Piepont Morgan war nicht nur einer der reichsten Männer seiner Zeit sondern auch beteiligt an einigen der einflußreichsten Finanzentscheidungen des 19. Jahrhunderts.

http://geboren.am/person/j-p-morgan
https://de.wikipedia.org/wiki/J._P._Morgan
https://de.wikipedia.org/wiki/JPMorgan_Chase

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#174 – 17.4 – J.P. Morgan

In freier Auslegung der Spielregeln habe ich heute mal beschlossen, nicht die 174, sondern den 17.4. als Inspirationsquelle für die Episode zu benutzen. Und zwar speziell deswegen, weil am 17.4. jemand Geburtstag hat, dessen Name jeder von uns kennt, aber von dem eigentlich kaum jemand etwas weiß: J. P. Morgan.

Und woher kennen wir den Namen? – Natürlich kennt man diesen Namen von der gleichnamigen Bank und Finanzinstitution. Die heißt aber eigentlich J. P. Morgan Chase und ist eine US-Bank mit einer Bilanzsumme von mehr 2,3 Billionen US-Dollar, damit die größte Bank der USA und nach Forbes das weltweit zweitgrößte an einer Börse notierte Unternehmen.

Und dieses monströse Unternehmen entstand im Jahr 2000, als nämlich J. P. Morgan & Co. und Chase miteinander fusionierten. J. P. steht übrigens für John Pierpont und war der Sohn eines Bankiers und einer Lehrerstochter. Er hat unter anderem im französischsprachigen Kanton Waadt und an der Georg Augustus Uni in Göttingen studiert. Seine Profession, nämlich das Bank- und Finanzgewerbe hat er natürlich zunächst in der Firma seines Vaters gelernt, und zwar in London.

1858 ging er dann nach New York und gründete dort 1871 mit einem Geschäftspartner zusammen das Bankhaus Drexel Morgen & Co., später dann bekannt als J.P. Morgan & Co. Und er hatte ein glückliches Händchen. Richtig erfolgreich war er dann in der ersten Eisenbahnkrise von 1893, in der er die Reorganisation und die Finanzierung verschiedener Eisenbahngesellschaften sicher stellte. Das mündete dann in die Schaffung der größten Aktiengesellschaft der Welt, des Stahltrusts United States Steel Corp., durch den J. P. Morgan praktisch allen wichtigen industriellen Unternehmungen der damaligen Zeit seine Finger im Spiel hatte, inklusive großer Schiffswerften, unter anderem auch damals Starline – ja, genau: Das ist DIE Schiffswerft, die auch die Titanic gebaut hat und er hätte sogar an Board der Titanic sein sollen für die Jungfernfahrt, war aber krank geworden und hatte deswegen abgesagt.

1903 bewies J. P. Morgan Voraussicht, indem er in die damals noch recht junge Automobilindustrie investierte und Geld in die Vorgängerfirma von Chrysler gesteckt hat. Ich würde sagen, das hat sich vermutlich gelohnt.

Wie reich J. P. Morgan zu seiner Zeit gewesen sein muss, lässt sich ermessen, wenn man sich überlegt, dass 1907 zur Börsenkrise, er als Anführer einer Investorengruppe derart viele Staatsanleihen kaufte, dass er die USA vor dem drohenden Staatsbankrott gerettet hat.

Die Größe seiner Unternehmungen hat natürlich nicht nur Freunde geschaffen, sondern auch einiges an Kritik produziert. So wurde er auch mehrere Male vor Gericht gestellt, allerdings auch immer freigesprochen, was ihn dann auch immer noch mehr bestärkte, weiter zu investieren. Bis zu seinem Tod hatte er seine Geschäftsaktivitäten in die Eisenbahnbranche, ins Bankwesen, Schifffahrt, Telekommunikation, Elektroindustrie ausgeweitet und kontrollierte zum Beispiel 1901 die Hälfte des Streckennetzes der Eisenbahn und ⅔ der Stahlproduktion in der USA.

Auch das Zusammenführen von Unternehmen gehörte zu seinem Handwerkszeug – klar, bei solchen Summen – und so war er dann eben auch beteiligt an Gründungen und Zusammenschlüssen von Unternehmen, wie zum Beispiel GE – General Electrics, die Firma, die seinerzeit mal von Edisson mitgegründet wurde.

Ja, unterm Strich: J. P. Morgan war einer der Superreichen der damaligen Zeit und irgendwie wäre ich gerne mal Fliege an der Wand gewesen und hätte zugehört, wie in der schwarzen Privatbibliothek von J. P. Morgan Entscheidungen rund um das Staatswesen der USA die Finanzierung der großen Schiffsflotten, des Eisenbahnverkehrs oder so Dinge, wie die Gründung GE diskutiert wurden. Ich frage mich da, ob den Beteiligten eigentlich bewusst ist, dass das, was sie da gerade zusammenstecken über hunderte von Jahren unter Umständen Bestand haben wird.

Bis bald.

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