203 – Völkerschlacht bei Leipzig


Die Völkerschlacht bei Leipzig gilt als die blutigste Schlacht der Menschheitsgeschichte. Innerhalb von drei Tagen entleibten damals die Truppen Napoleons und eine Koalitionsarmee aus Russen, Preußen, Schweden und Österreichern fast 100000 Menschen.

Diese Schlacht war der Anfang vom Ende von Napoleons Herrschaft und Höhepunkt der sogenannten Befreiungskriege.

 

 

Bild: Von http://lj.rossia.org/users/john_petrov/605281.html, Gemeinfrei,https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1398108

 

 

#203 – Völkerschlacht bei Leipzig

Napoleon Bonaparte galt als praktisch unbesiegbarer Feldherr und trotzdem traten zum Zeitpunkt dieser Aufnahme vor 203 Jahren in Leipzig Verbündete aus Russland, Preußen, Österreich, Schweden gegen ihn an und lieferten sich innerhalb von den drei Tagen zwischen dem 16. und dem 19. Oktober die größte Schlacht der Menschheitsgeschichte, in der rund 600.000 Soldaten beteiligt waren und rund 92.000 Menschen den Tod fanden.

Keine andere Schlacht hat je so einen Blutzoll gefordert. Die einzigen militärischen Aktionen, die mithalten können, sind die Atombombenabwürfe in Japan. Die Schlacht wurde sehr schnell auf den Namen “Völkerschlacht” getauft und markiert in Rückschau den Anfang vom Ende von Napoleons Herrschaft über Europa.

Vorangegangen war eine katastrophale Niederlage im Russland Feldzug, 1812. Napoleon hatte versucht, Russland niederzuringen und war gescheitert und Russland machte sich bereit zurückzuschlagen. Ein Bündnis mit den Preußen sorgte dafür, dass dort Kampfhandlungen eingestellt wurden und Russland forderte Deutschland und Österreich auf, sich gegen Napoleon und die Franzosen zur Wehr zu setzen.

Die ergriffen jetzt nicht mit wehenden Fahnen die Gelegenheit, denn Napoleon galt, wie gesagt, nach wie vor als nahezu unbesiegbar. Aber es wurde aufgerüstet. Eigentlich in ganz Europa. Am 12. August erklärte schließlich Österreich Frankreich den Krieg. Und Krieg hieß damals auch eine enorme Menge von Soldaten. Die 442.000 Mann, die Napoleon befehligte, sahen sich Armeen von Russen, Preußen, Österreichern, Schweden und anderen Nationen gegenüber. Allein die Russen hatten 184.000 Mann. Die Preußen nochmal 160.000. Die Österreicher schickten 127.000 und dann 23.000 Schweden, 6.000 Mecklenburger und 9.000 aus den restlichen deutschen Staaten. Das ist so, als würde die Bevölkerung von Köln in den Krieg ziehen – rund 1 Mio Menschen.

Durch verschiedene Niederlagen seiner dann doch recht verteilten Truppen veranlasst, hatte Napoleon beschlossen, sich nach Dresden zurückzuziehen und seine Armeen am 14. Oktober rund um Leipzig zu vereinigen. Auch die Heere der Verbündeten machten sich dorthin auf und so beschloss Napoleon dort eine kriegsentscheidende Schlacht anzustreben. 700 Geschütze, 14.000 Reiter – das muss ein beeindruckender Anblick gewesen sein.

Recht schnell kam es zu ersten Schlachten und Kampfhandlungen. Ein Reitergefecht machte den Auftakt und gab Napoleon die Hoffnung, eventuell doch siegreich sein zu können. Das war insbesondere auch deswegen so, weil die alliierten Truppen noch nicht vollzählig waren, sondern im Laufe des Tages und des nächsten Tages zusätzliche Truppen eintrafen. Trotzdem gelang es Napoleon nicht in den heftigen Kämpfen einen entscheidenden strategischen Vorteil zu erringen. Daher beschloss er am 2. Tag ein Friedensangebot zu machen. Noch im August, als Frankreich mit Österreich in Verhandlungen stand, waren Bedingungen abgelehnt worden, die ihm jetzt recht gewesen wären. Doch Österreich ging nicht auf das Friedensangebot ein. Ja, es wurde noch nicht mal eine Antwort abgeschickt.

So gingen die Kämpfe am 3. Tag der Schlacht heftig weiter und Napoleon musste Stellung um Stellung räumen und sich zurückziehen. Weil Napoleon nicht mit einer Niederlage gerechnet hatte, lief dieser Rückzug auch schlecht vorbereitet und überstürzt ab. Dabei kam es dann zu einigen fatalen Fehlern. So wurde zum Beispiel die Elsterbrücke vor dem Ranstädter Tor gesprengt, noch bevor alle Franzosen aus der Stadt fliehen konnten. Damit waren die Franzosen eingesperrt zwischen dem jetzt nicht mehr überquerbaren Fluss und den Koalitionstruppen. Auch Napoleon selbst entkam gerade noch so.

Die massive Niederlage beendete jedenfalls Napoleons Machtansprüche in Deutschland nachhaltig, denn seine bisherigen Verbündeten hatten in Anbetracht der Lage die Seiten gewechselt. So fanden sich französische Truppen plötzlich an allen möglichen Städten sehr in Bedrängnis und Napoleon konnte sich mit gerade mal 100.000 Mann aus Deutschland zurückziehen. Alle anderen wurden entweder bei Kampfhandlungen getötet oder gingen in Kriegsgefangenschaft.

Napoleon muss wohl geplant haben irgendwann zurückzukommen, aber er verkannte da die Lage gründlich und Anfang des Jahres 1814 begann dann der alliierte Vorstoß nach Frankreich, der letztlich auch Napoleon stürzen sollte. Die Völkerschlacht bei Leipzig – vor 203 Jahren. Mit 92.000 Toten. Die blutigste Schlacht der Menschheitsgeschichte. Und leider auch nicht das Ende des Leids für die Leipziger, denn die hatten danach erstmal mit einer Typhusepidemie zu kämpfen und brauchten Jahrzehnte, bis sie sich von den Kriegshandlungen und den Ereignissen erholt hatten.

Bis bald.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: